O'Naturel Pariser FKK-Restaurant muss schließen

Klamotten runter vor dem Schnecken-Mahl: Erst vor gut einem Jahr hat das Pariser Nudisten-Restaurant O'Naturel eröffnet. Doch das Interesse war nicht groß genug.

O'Naturel in Paris
O'naturel

O'Naturel in Paris


Das O'Naturel muss schließen, wie die Gründer mitteilten. Das vor gut einem Jahr gegründete einzige Pariser Nudisten-Restaurant animierte seine Besucher zwar zum Ausziehen, zog aber nicht genug Menschen an.

"Mit großem Bedauern kündigen wir die definitive Schließung des Restaurants O'Naturel an", schreiben die Gründer Mike und Stéphane Saada auf der Internetseite. Nach Angaben der beiden Brüder ist am 16. Februar definitiv Schluss.

Bis dahin haben Stammgäste und Experimentierfreudige noch eine letzte Gelegenheit, das O'Naturel - der Name bedeutet "natürlich" - zu erkunden. In dem Gastrotempel im bürgerlichen 12. Pariser Stadtbezirk müssen Gäste ihre Kleidung in einer Kabine im Eingangsbereich lassen.

Im Adams- oder Evakostüm können sie dann zwanglos Schnecken, Hummer oder Lammfilet speisen. Damen können ihre High Heels anlassen, Herren bekommen Pantoffeln angeboten, um zumindest an den Füßen nicht zu frieren. Bedient wurden sie von den Saada-Brüdern, die im Anzug erschienen. Denn Servicekräfte müssen nach dem französischen Gesetz bekleidet sein.

Das Restaurant der Saada-Zwillinge ist nur abends geöffnet, eine Tischreservierung ist Pflicht. Am Telefon gebe es schon mal "deplatzierte Fragen" und im Internet auch "manche böse Überraschung", erzählte Stéphane Saada kurz nach der Eröffnung. Solchen Leuten werde geduldig erklärt, dass sie am falschen Ort seien. "Nacktsein hat nicht unbedingt etwas mit Sexualität zu tun", ergänzt Mike.

Schlichte Einrichtung im "O'Naturel"
O'naturel

Schlichte Einrichtung im "O'Naturel"

Der Pariser Nudistenverband bedauerte die Schließung des Restaurants. Offenbar sei es noch "zu früh" für solch ein Angebot, sagte Verbandsvize Cédric Amato, der nach eigenen Angaben zu den Stammgästen des O'Naturel zählt. "Schließlich zieht man sich nicht regelmäßig aus, um zu essen", sagte er. Dabei gilt Frankreich als Eldorado für FKK-Anhänger weltweit.

abl/AFP



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