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Embargo-Lockerung: Obama macht Weg für Airbnb und Starwood in Kuba frei

Auch nicht-amerikanische Touristen dürfen nun über Airbnb vermittelte Privatunterkünfte in Kuba buchen. Die US-Regierung hat dem Unternehmen die Erlaubnis erteilt. Zugleich startet Starwood mit der Übernahme von Luxushotels.

Der US-Präsident Barack Obama setzt seine Strategie fort, am Kongress vorbei das US-Handelsembargo gegen Kuba aus eigener Vollmacht schrittweise zu lockern. Von der politischen Annäherung zwischen den Ländern profitieren auch die Vermittlerplattform Airbnb und die US-Hotelkette Starwood.

Kurz vor Obamas historischen Kuba-Besuch hat die US-Regierung Airbnb die Erlaubnis erteilt, private Unterkünfte auf der Karibikinsel an Touristen aus aller Welt zu vermitteln. Das teilte das in San Francisco ansässige Unternehmen mit.

Airbnb hat vor einem Jahr begonnen, sein Geschäftsmodell auch in Kuba anzuwenden. Damals war es das erste größere US-Unternehmen, das nach Beginn der Entspannungspolitik in dem Land tätig wurde. Inzwischen sind auf dem Online-Portal rund 4000 Angebote gelistet. Bisher allerdings durfte Airbnb Privatunterkünfte nur an seine Kunden aus den USA vermitteln.

Einen Tag zuvor hatte Starwood die Übernahme mehrerer Luxushotels in der kubanischen Hauptstadt Havanna bekanntgegeben. Noch im Laufe des Jahres sollen das Hotel Inglaterra und das Hotel Quinta Avenida umgestaltet werden. Inglaterra soll dann zur Starwood-Marke Luxury Collection gehören, Quinta Avenida unter dem Namen Four Points zur Marke Sheraton.

Normalisierung der Beziehungen

Die Vereinbarung über die Hotel-Übernahme ist das größte Geschäftsabkommen zwischen einem US-Unternehmen und den Behörden in Kuba seit der kubanischen Revolution 1959. Zu Starwood gehören Le Méridien, Sheraton und Westin.

Das Unternehmen vereinbarte mit den kubanischen Behörden, dass es auch das Hotel Santa Isabel in Havanna übernimmt. Dafür erhielt der Hotelkonzern allerdings noch nicht das Einverständnis des US-Finanzministeriums, das im Falle der beiden anderen Hotels bereits vorliegt.

Barack Obama gab zwar Ende 2014 die Normalisierung der Beziehungen zu Kuba bekannt. Vollständig beenden kann der US-Präsident das Embargo nur mit Zustimmung des Kongresses. Dort halten jedoch die Republikaner die Mehrheit, die gegen eine Aufhebung der Sanktionen sind.

"Der Hotelsektor in den USA ist an Kuba stark interessiert", sagte Starwood-Direktor Thomas Mangas. "Wir sind sehr erfreut, die Ersten zu sein." Der Tourismus boomt in Kuba. Im vergangenen Jahr wurden 3,5 Millionen Touristen gezählt, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders spektakulär fiel die Zunahme bei den US-Bürgern aus - mit einem Zuwachs von 77 Prozent auf 161.000.

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