Schweben auf 3440 Metern: Kaffeeklatsch in der Schneewechte

Auf dem Pitztaler Gletscher eröffnet Österreichs höchst gelegenes Café. Bei Tiramisu-Milchkaffee und Kuchen blicken die Gäste durch eine Panoramafront auf schneebedeckte Dreitausender.

Pitztaler Gletscher: Österreichs höchstes Café eröffnet Fotos
Pitztaler Gletscherbahn

Es wirkt, als hätte sich eine Schneedecke über ein soeben in den Alpen gelandetes Ufo gelegt. Doch was die Tiroler Tourismuswirtschaft auf dem Pitztaler Gletscher feiert, hat weniger mit Außerirdischen zu tun als mit einer außergewöhnlichen Neueröffnung: Auf 3440 Metern über dem Meeresspiegel hat das höchste Café Österreichs eröffnet, das passenderweise den Namen Café 3440 trägt.

Architektonisch ist das Lokal ein echter Hingucker, der den über 50 Gletschern in der Umgebung Konkurrenz macht - und sich doch irgendwie einfügt in diese hinreißende Welt aus vereisten Bergspitzen. Verantwortlich für den futuristischen Bau ist das Vorarlberger Büro Baumschlager Hutter Partners. Architekt Oliver Baldauf wollte ein Objekt entwerfen, das sich an der Formensprache der Gletscherwelt orientiert, wie er sagt.

In der Tat hat das Dach etwas von einer Schneewechte, verwehtem Schnee, der in der Gletscherwelt strömungsgünstig liegen bleibt. Gestalterisch passend sind auch die neue Berg- und Talstation der Wildspitzbahn, die Touristen im Winter wie im Sommer ins Café 3440 bringen wird.

In der neuen Ganzjahresattraktion können sich Gäste mit heißen Getränken aufwärmen, deftige Sandwiches bestellen, um sich für Aktivitäten in den Bergen zu stärken, oder Süßes aus der hauseigenen Konditorei probieren.

"Bewusst haben wir uns für eine gehobene Kaffeekultur entschieden", sagt Stefan Richter, Marketingleiter der Pitztaler Gletscherbahn. Damit hebe sich das Café von der üblichen Hüttenatmosphäre ab. Auf Eichenholz wurde bei der Inneneinrichtung dennoch nicht verzichtet - aber das ist auch schon alles, was an die gemütlichen Alpenhütten erinnert. Spektakulär ist die freischwebende Terrasse mit Glasfront. Für die überhängende Bauweise haben sich die Planer wegen der nur geringen Baufläche auf dem Gipfel entschieden.

Für die Gäste ist es ein besonderes Erlebnis: Während unter ihnen Luft ist, breitet sich vor ihren Augen ein weißes Alpenpanorama aus - mit einem Gipfel, zu dem man dann doch noch aufschauen muss: die Wildspitze. Der höchsten Berg Tirols überragt das Café 3440 um schlappe 334 Meter. Er misst 3774 Meter.

jus

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1. Schöne Anlage
MrBrutus 09.11.2012
Zitat von sysopAuf dem Pitztaler Gletscher eröffnet Österreichs höchst gelegenes Café. Bei Tiramisu-Milchkaffee und Kuchen blicken die Gäste durch eine Panoramafront auf schneebedeckte Dreitausender. Österreichs höchstes Café hat auf dem Pitztaler Gletscher eröffnet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/oesterreichs-hoechstes-cafe-hat-auf-dem-pitztaler-gletscher-eroeffnet-a-866255.html)
Erinnert einen irgendwie an den einen Bond-Film mit der Basis auf dem Schnee-Gipfel ;-). Nur das Geländer aus Glas sieht nicht gerade Vertrauen erweckend aus...
2. stellt sich die frage...
spargel_tarzan 09.11.2012
Zitat von sysopAuf dem Pitztaler Gletscher eröffnet Österreichs höchst gelegenes Café. Bei Tiramisu-Milchkaffee und Kuchen blicken die Gäste durch eine Panoramafront auf schneebedeckte Dreitausender. Österreichs höchstes Café hat auf dem Pitztaler Gletscher eröffnet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/oesterreichs-hoechstes-cafe-hat-auf-dem-pitztaler-gletscher-eroeffnet-a-866255.html)
was mit dem schmutz- und fetthaltigem schmutzwasser passiert. gesammelt und per helikopter entsorgt? fettabscheider auf 3440m höhe? oder wird alles im gletscher verklappt?
3.
oteno 09.11.2012
Abgesehen davon, dass der Beitrag an Kritiklosigkeit nicht zu übertreffen ist, sind 3774 Meter - 3440 Meter 334 Meter. Aber passt schon so, zum sonstigen Niiveau des Artikels...
4. Ach, ja!
horstmoik 09.11.2012
Unberührte Natur ist schon was herrliches! Ob das Reinhold auch so sieht?
5.
frankcornelius 09.11.2012
Ohne Tourismus wäre Österreich, dem Land der Berge, wohl nicht überlebensfähig. Es ist ein Gebot der am Bau Schaffenden dies mit gesunder Architektur zu unterstützen. Aufgrund des immer herrschenden Kostendrucks kann leider nicht immer die optimalste Lösung gefunden werden. Ich finde die Kollegen haben hier aber eine ansprechende Arbeit abgeliefert. Eine unauffälligere Architektur wäre nur möglich, wenn man im Berg bauen würde. Über die Details wie das Geländer oder die Entsorgung sollten sich Architekturlaien keine Sorgen machen, man weis schon wie das funktioniert. Die fehlenden 300 Meter seien dem Schreiber verziehen, das ist ja lediglich die Höhe der höchsten Häuser in Europa.
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