Olympiaregion Seefeld Die ganz große Schleife

Zweimal Gastgeber der Olympischen Spiele und das vielleicht beste Langlaufzentrum der Welt: Das österreichische Skigebiet Seefeld bietet abwechslungsreiche Strecken in einer wunderschönen Umgebung - nicht nur für Spitzensportler.

Von Stefan Herbke


Langläufer lassen sich die Namen Seefeld und Leutasch auf der Zunge zergehen. Das Loipenparadies auf dem weitläufigen und schneesicheren Hochplateau zwischen Erlspitzgruppe, Wetterstein, Hoher Munde und Inntal ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Mitverantwortlich dafür war sicherlich die Austragung der Nordischen Skiwettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 sowie der Nordischen Skiweltmeisterschaft 1985.

Auf den überaus abwechslungsreichen und teils sehr sportlichen Strecken – insgesamt werden 262 km gespurt, die meisten davon mit extra Skatingspur – inmitten einer herrlichen Gebirgskulisse bleibt Langläufern gar nichts anderes übrig, als ins Schwärmen zu geraten. Die einzelnen Strecken sind fast alle miteinander verbunden, sodass man letztlich von Scharnitz über Seefeld, Mösern und Leutasch bis Schanz laufen kann. Bei diesem großen Angebot ist es von Vorteil, dass jede Strecke mit großen Loipentafeln ausgewiesen ist, auf denen unter anderem der Schwierigkeitsgrad, das Höhenprofil, die Gesamtlänge und die Anschlussmöglichkeiten vermerkt sind. Für die Orientierung gibt es auch eine vorbildliche Loipenkarte, auf der in ein Luftbild alle Strecken eingezeichnet sind.

Das Gelände ist überaus abwechslungsreich und reicht von eher flachen Schneewiesen zwischen Scharnitz und Gießenbach sowie in der Leutasch bis zu stark kupierten, anstrengenden und zu Recht schwarz markierten Strecken im Bereich Möserer See und Katzenkopf. Mehrere bewaldete Bergrücken trennen das eher mondäne Seefeld mit seinen komfortablen Hotels von Leutasch, dessen 24 Ortsteile beschaulich und familiär sind.

Positiv: Von vielen Quartieren in der Olympiaregion Seefeld ist die nächste Loipe nur wenige Meter entfernt. Schon traditionell ist der jeweils am ersten Sonntag im März stattfindende Ganghofermarathon, ein Volkslanglauf mit Wertungen im klassischen Stil und im Skaten.

Die ALPIN-Loipentipps:

Für Einsteiger

Auf Langlaufski kann man die Leutasch besonders schön erfahren. Die 24 Ortsteile mit ihren traumhaften Bauernhöfen und malerischen Häusern verteilen sich auf ein weitläufiges Plateau, das durch die Barriere des Wettersteins vor den kalten Nordwinden geschützt, nach Süden zum Inntal dagegen offen und daher von der Sonne verwöhnt ist.

In großen Schleifen führt die Loipe "Plaik" (B8, 9,5 km) über die Wiesen nördlich von Platzl, durchquert dabei hier und da kurze Waldstücke, doch die freien Flächen mit Panoramablick überwiegen. Wer noch nicht ausgelastet ist, der hängt gleich die Loipe A9 (13,5 km) durch Unterleutasch mit den Ortsteilen Unterkirchen, Lochlehn, Reindlau, Puibach und Lehner an. Kilometerweit läuft man hier über freie Wiesen durch das flache, aber teils recht enge und daher im Hochwinter auch mal schattige Tal zwischen Arnspitze und Wetterstein.

Für Genießer

Im Sommer ein Golfplatz, im Winter ein Paradies für Langläufer. Die Loipe "Lottensee" (B3, 6 km) führt mitten durch ein schönes Hochtal, das mit seinen weiten Wiesenflächen im Wechsel mit kurzen Waldstücken, umgeben von dichten Bergwäldern, besonders reizvoll ist. Hier ist man ganz weit weg vom Seefelder Trubel.

Für Sportskanonen

Lange Anstiege und knackige Abfahrten bietet die Loipe "Lottensee" (C7, 4,5 km), die Mösern mit dem Lottensee verbindet. Wem das noch nicht reicht, der wechselt auf die Loipe "Wildmoos" (C2, 7,5 km), mit einem Höhenunterschied von 210 Metern gehört sie zum sportlichsten, was die Olympiaregion den Langläufern bietet.

Für Familien

Am malerischen Seekirchl am Ortsrand von Seefeld starten die meisten Loipen. Am beliebtesten ist ein kurzer Rundkurs (3 km, A1) über die ersten freien Wiesen Richtung Mösern, der abends bis 22 Uhr beleuchtet wird. Etwas länger und mit einem Höhenunterschied von rund 75 Metern auch anstrengend ist die Loipe "Mösern" (B1, 6 km), die bis kurz vor den gleichnamigen Ort hoch über dem Inntal führt. Wer genug vom Langlaufen hat: Zum Eisplatz beim Seekirchl sind es nur ein paar Meter.



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