Fotoserie aus dem Oman Im Regenmantel durch die Wüste

Im gelben Friesennerz durch den Oman? Bei 48 Grad? Philipp Kurz frönt nur einem Instagram-Trend - nachdem er schicke Fotos gemacht hat, zieht er ihn wieder aus. Wär ja auch nicht auszuhalten.

Philipp Kurz

Die Sonne brennt auf den "Grand Canyon des Oman", die Wadi-Nakhar-Schlucht. Ein Mann steht im gelben Regenmantel, die Kapuze über den Kopf gezogen, an einer Klippe und schaut in die Tiefe, bis zu 1000 Meter ist das Tal entfernt. Auf dem nächsten Foto sieht man ihn mitten in der Wahiba-Sands-Wüste, Auge in Auge mit einem Kamel. Dann wieder liegend bei der Siesta auf dem heißen Steinboden der Nizwa-Festung.

Im Friesennerz steckt Philipp Kurz, er studiert seit zweieinhalb Jahren in Wien Unternehmensführung und kommt gebürtig aus dem Nordschwarzwald. Im Mai reiste er mit seinem Vater für sieben Tage durch den Oman. Dabei machte er mit einem Selbstauslöser diese ungewöhnlichen, surrealen Bilder, Hashtag "CaptureTheYellowGuy". "Gelbe Jacken oder Mäntel sind schon länger ein Trend auf Instagram", sagt der 23-Jährige. "Ich treibe ihn etwas auf die Spitze. Wer läuft schon mit einem gelben Regenmantel bei Sonnenaufgang durch die Wüste?" Gefallen an Selbstporträts habe er 2015 bei einem Urlaub in den USA gefunden. Den Friesennerz habe er im Herbst gekauft, ursprünglich nur aus praktischen Gründen.

Tagsüber sei es im Oman bis zu 48 Grad heiß gewesen, sagt Kurz, da musste es schnell gehen; natürlich zog er den Mantel bei der Hitze nur fürs Foto an. Nur einmal habe er trotz der Eile schräge Reaktionen auf sein Outfit wahrgenommen. "Die Bewohner eines kleinen Fischerdorfs südlich von Maskat wirkten etwas irritiert", sagt Kurz. "Das ist wohl normal. Einen Verrückten, der mit Regenmantel, Stativ und Kamera am Strand entlang läuft, sieht man dort wohl nicht alle Tage."

Meistens habe er versucht, die Bilder bei Sonnenaufgang zu machen. "Dann ist es nicht nur kühler, auch einsamer und das Licht spielt einem in die Karten", sagt Kurz. Besonders gut gefallen hat ihm die Vielfalt im Oman. "An der Küste reiht sich eine türkisfarbene Bucht an die nächste, im Hadschar-Gebirge entdeckt man sowohl Marslandschaften als auch saftig-grüne Wadis", sagt Kurz. "Und die verlassenen, aus Lehm gebauten Dörfer - eine Traumkulisse für jeden Hobbyfotografen!"

Leseraufruf: "Mit Instagram um die Welt"
    Sie reisen gerne oder sind Entdecker in der eigenen Heimat und haben ein gutes Auge für spannende Fotomotive? Waren Sie auch mal unterwegs auf Sportreisen in fernen Ländern oder in der Heimat, zum Surfen oder Segeln, auf Yogaurlaub oder beim Klettern? Taggen Sie Ihre Fotos mit #SpOn_Reise_Sport. Die besten Aufnahmen stellen wir bald vor.
Urlaubsziele im Vergleich
Mehr zum Thema
Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern


insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ForistGump2 28.06.2016
1. Unglaublich kreativ.
Bin schon gespannt auf die Fotoserie mit blauer Strickweste...
sok1950 28.06.2016
2. bei Sonnenaufgang ist es einsamer?
Vermutlich ist Mittags das Gedränge in der Wüste größer als auf dem Broadway...oder schlafen da noch Echsen und ähnliches Wüstengetier? War letztens in Ägypten inkl. Wüstentour: Der Witz, sobald man eine Handvoll Sand weg nahm war der Boden regelrecht nass (es hatte vor zwei Tagen seit 4 Jahren gerade das erste mal wieder geregnet). In dieser Welt ist eben nichts mehr wie es sein sollte...
7eggert 28.06.2016
3.
An meiner Schule berichtete mir ein Lehrer von einem sibirischen Kollegen, der hier in Hamburg bei Sauhitze Pelzmantel trug - was gegen Kälte helfe, helfe auch gegen Hitze. Stimmt auch - bis man sich bewegt ...
albert schulz 28.06.2016
4. die Hitze dörrt aus
Von richtiger Hitze hat der Artikelschreiber wohl keine Ahnung. Halbnackend dörrt der Körper jedenfalls blitzschnell aus, insbesondere die Haut leidet. Hat man ein Kleidungsstück an, das möglichst den ganzen Körper abdeckt, bildet sich zwischen Stoff und Haut eine hohe Luftfeuchtigkeit, die nicht entweicht, nicht austrocknet und gemeinsam mit dem Luftpolster als Dämmstoff gegen die übergroße Hitze funktioniert. In einem Umhang oder Mantel ist es also nicht wärmer als ohne diesen sondern angenehmer und kühler. Man könnte natürlich auch erwähnen, daß bei hohen Temperaturen das Gehirn seine Tätigkeit extrem reduziert, auch Traumbilder (Fata morgana) sind nicht selten. Dies erklärt nicht nur die Photoserie, sondern auch diese drei monotheistischen Buchreligionen, die bei näherem Hinsehen reiner Spundus sind. Bei dieser Hitze bewegt sich niemand ohne Not.
ninam3 28.06.2016
5. Sehr schön!
Sehr schöne Natur und Sonnenauf- und untergänge kann man auch in den Dolomiten erleben. Liebe Grüße aus dem Wellnesshotel! +++
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.