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Online-Portale: Großer Teil der Hotelbewertungen ist manipuliert

Fünf Sterne für das Buffet, minus drei für die Hygiene: Bewertungsportale im Netz genießen hohes Vertrauen bei Urlaubern - doch Skepsis ist angebracht. Experten schätzen, dass bis zu einem Drittel der Urteile gefakt sind, und geben Tipps, worauf Nutzer achten sollten.

Gut oder sehr gut: Hotelbewertungen im Internet sind einseitig Zur Großansicht
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Gut oder sehr gut: Hotelbewertungen im Internet sind einseitig

Berlin - Wenn andere Urlauber es gut finden, kann das Hotel ja nicht so schlecht sein - so denken viele im ersten Moment, wenn sie Bewertungen im Internet lesen.

Doch wer genauer hinschaut, kommt schnell ins Grübeln. Denn auf den zweiten Blick zeigt sich oft, dass manche Bewertungen völlig einseitig sind. Und in anderen Beiträgen regen sich Leute über Dinge auf, die einen selbst nie im Leben im Hotel stören würden. Urlauber geben daher besser nicht zu viel auf Hotelbewertungen im Internet, warnen Experten auf der Reisemesse ITB in Berlin.

Dabei werde immer noch viel manipuliert, sagt der Touristikexperte Roland Conrady von der Fachhochschule Worms. "Das ist ein weit verbreitetes Phänomen." Er schätzt, dass bis zu einem Drittel der abgegebenen Bewertungen "Fakes" seien - sie kommen also nur scheinbar von unabhängiger Seite. Die Noten in den Bewertungsportalen sollten Urlauber daher auf keinen Fall als alleinigen Maßstab nehmen.

Seine Studenten haben zur ITB mehr als 300 Hoteliers in Deutschland zu diesem Thema befragt. Ein Ergebnis: "Fast die Hälfte der Hoteliers hat schon Erfahrungen mit gefälschten Bewertungen gemacht." Viele machen in solchen Fällen die Konkurrenz dafür verantwortlich. Auch bei negativen Bewertungen ist daher manchmal Skepsis angebracht: Will hier vielleicht nur ein Hotelier einen anderen schlechtmachen?

Kunden vertrauen eher Gästen als Hoteliers

Zwar fischen die Betreiber von Bewertungsportalen ihrerseits Fälschungen wieder heraus. Aber es gebe immer noch genug Lücken in ihren Netzen. "Manche verlangen ja nicht einmal einen Nachweis für den Aufenthalt im Hotel." Aber selbst wenn sie das tun, könne der Hotelier das umgehen, wenn er einen positiven Eintrag einschmuggeln will. "Dann stellt er eben dem Fälscher einen Nachweis aus." Conradys Fazit lautet daher: "Es gibt keine absolute Fälschungssicherheit."

Solche Einträge haben dennoch einen enormen Einfluss, wie Conradys Studenten ermittelt haben: Rund drei Viertel der befragten Hoteliers sagen, dass Online-Bewertungen für die Kaufentscheidung der Kunden eine große bis sehr große Bedeutung haben. Denn Bewertungen anderer Urlauber halten Nutzer für besonders glaubwürdig. "Das wirkt authentisch. Die Leute denken: Die bösen Unternehmen, die lügen das Blaue vom Himmel herunter, aber was die User schreiben, das stimmt."

Das zeigt auch eine Studie der Privathochschule IUBH in Bad Honnef, die auf der ITB vorgestellt wurde. Von den mehr als tausend Befragten sagen fast alle (95 Prozent), dass sie Online-Bewertungen für glaubwürdig oder sogar sehr glaubwürdig halten. Sechs von zehn (59 Prozent) lassen sich nach eigener Angabe bei der Wahl einer Unterkunft "sehr" von Bewertungen beeinflussen, mehr als jeder Dritte (37 Prozent) immerhin "etwas".

Vorsicht bei Werbefloskeln in Bewertungen

Gerade bei Bildern auf Bewertungsplattformen sollten Nutzer skeptisch sein. "Bilder können sehr irreführend sein", sagt Conrady. Das gelte etwa für ein Foto, das am Ende der Frühstückszeit vom Hotelbuffet geschossen wird. "Dann sieht jedes Buffet zerrupft aus." Mit einem Foto ließen sich die Dinge aber auch extrem schönen. Der Blick vom Balkon aufs Meer sieht zunächst einmal immer hübsch aus. Dumm nur, wenn der Bildausschnitt dabei so gewählt war, dass man die Baustelle am Hotel nicht sehen konnte.

Beim Text sollten Nutzer etwa hellhörig werden, wenn Werbesprache benutzt wird, sagt Tim Schütrumpf von der Firma Tourismuszukunft, die Hotels und andere Unternehmen aus der Reisebranche berät. "'Großzügige Zimmer' sagt normalerweise zum Beispiel kein Mensch."

Klar muss aber auch sein: Ob ein Hotel gefällt oder nicht, ist letztlich Geschmackssache: Was der eine mag, ist für den anderen ein No-go. "Es gibt daher nicht immer wahr oder falsch bei Bewertungen", sagt Schütrumpf. Bewertungen könnten vielmehr zeigen, für wen das Hotel etwas ist. "Wenn jemand schreibt: In dem Hotel ist ständig Remmidemmi, finden Ältere das vielleicht negativ, ein 28-Jähriger dagegen vielleicht positiv", sagt Schütrumpf. "Der kann sich dann sagen: 'Mir doch egal, wenn es alten Leuten dort zu laut ist.'"

Auch dürften Urlauber nicht nur nach dem Ranking gehen, sondern müssten bei den Urteilen differenzieren. "Man muss sich fragen: Ist das relevant für mich?", sagt Conrady. Wenn jemand am Hotelrestaurant herummäkelt, kann das Urlaubern egal sein, die ohnehin lieber auswärts essen gehen wollen.

Tobias Schormann, dpa

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1.
Celegorm 09.03.2012
Zitat von sysopTMNFünf Sterne für das Buffet, minus drei für die Hygiene: Bewertungsportale im Netz genießen hohes Vertrauen bei Urlaubern - doch Skepsis ist angebracht. Experten schätzen, dass bis zu einem Drittel der Urteile gefakt sind, und geben Tipps, worauf Nutzer achten sollten. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,820383,00.html
Die Frage ist doch: An was will man sich sonst orientieren? Die Webseite des Hotels bietet ja erst recht keine objektive Entscheidungshilfe abgesehen von den Basisinformationen, ebenso wenig sind da Reiseführer und Zeitungsartikel eine glaubwürdige Grundlage, da dort genau so Subjektives, Veraltetes und Eingekauft-Manipuliertes zusammenkommt. Insofern bleiben Bewertungsportale noch einer der besseren Ansätze. Dass man sich damit im Detail auseinandersetzen muss und sich nicht nur an ein Rating, möglicherweise basierend auf ein paar wenigen Meinungen, hält, erklärt sich dabei wohl von selbst.
2. Veranstalter
juanth 09.03.2012
geben eigentlich einen recht guten Ueberblick. Was im Katalog steht, vorallem wenn die eigene Sternezahl von der offiziellen Bewertung abweicht,kann als recht zuverlaessig gelten. Die Zeiten in denen die Veranstalter gelogen haben,sind zum Glueck (Ausnahmen gibt es immer) vorbei.
3. Wertlose Studie?
Vox libertatis 09.03.2012
Die entscheidende Frage bleibt leider offen: Wie kommt der Autor der Studie zu den Schätzungsergebnissen? Und was bedeutet „bis zu einem Drittel“? Das kann alles zwischen 0% und 33% sein. Ohne weitere Informationen ist dieses Studienergebnis reichlich wertlos.
4.
jessica181 09.03.2012
Zitat von Vox libertatisDie entscheidende Frage bleibt leider offen: Wie kommt der Autor der Studie zu den Schätzungsergebnissen? Und was bedeutet „bis zu einem Drittel“? Das kann alles zwischen 0% und 33% sein. Ohne weitere Informationen ist dieses Studienergebnis reichlich wertlos.
Und was nicht vergessen werden darf von wem wir er bezahlt.
5. Bewertungen lesen
Schnellleser 09.03.2012
Am besten man liest die Bewertungen einfach durch, wenn man das Wunschhotel auf bis zu 5 Stück eingegrenzt hat. Am besten sind immer die negativen Bewertungen. Die sind einfach aufschlussreicher und meist auch noch unterhaltsamer. Die Anbieter der Vergleichseiten löschen oft ja nicht mal offensichtliche Falschbewertungen. Ein 3*-Hotel was ich selbst besuchte, hatte ein Gast doch tatsächlich in fast allen Bewertungskategorien mit 5* benotet. Für 3* war es an sich OK, da habe ich schon schlechter Hotels gesehen, aber mehr als 3* waren es eben doch nicht und die meisten Bewertungen waren auch in etwa so. Wie so ein Vergleichsportal selbst nach einer Meldung solche Bewertungen drin lassen kann ist mir unverständlich. Wenn man die betreffende Bewertung gelesen hat, hätte man denken können es wäre eher das Adlon als ein typisches Touristenhotel auf den Kanaren. Im übrigen ist es nicht schlecht, wenn man in einem vertraueneswürdigem Reisebüro bucht, statt in einem Onlineportal. Die übernehmen nämlich dann das suchen nach einem gutem Hotel im gewünschten Preisrahmen und wenn doch was nicht stimmt dann hat man wenigstens Jemanden der dran Schuld ist und einem bei Rückforderungen ggü. dem Reiseveranstalter hilft :-)
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