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Trends bei der Reisebuchung: Die Zukunft ist digital

Für traditionelle Reisebüros wird die Konkurrenz härter: Mit immer neuen Ideen versuchen Online-Anbieter, die Kunden zu Urlaubsentscheidungen per Internet zu verführen. Mit Smartphones wird trotzdem bislang relativ selten gebucht.

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Preisvergleich per App: Erst Recherche, dann Reisebüro

Berlin - Früher war alles ganz einfach. Wer eine Reise buchen wollte, der ging ins Reisebüro. Dort saßen die Experten, dort gab es den Zugang zu allen Informationen. Heute gibt es die Informationen im Netz, und die Experten in den Reisebüros haben starke Konkurrenz bekommen: Suchmaschinen vergleichen nun unter zahlreichen Angeboten und filtern sie - je nachdem, was der Kunde als Reiseziel, -zeit oder Preisgrenze eingibt. Für manche verschiebt sich nur die Suche nach der Traumreise auf das eigene Sofa, andere buchen dort auch gleich.

Repräsentativen Zahlen der GfK zufolge, die das Marktforschungsinstitut mit dem Verband Internet Reisevertrieb (VIR) auf der ITB in Berlin präsentierte, spielte das Internet 2012 bei 90 Prozent aller Reisen eine Rolle - ob nur zur Information oder auch für die Buchung. Das reine Offline-Geschäft, also die Recherche und die Buchung im Reisebüro, umfasste nur noch zehn Prozent der Fälle. 2005/2006 sah die Verteilung noch ganz anders aus, nämlich 50:50.

Doch obwohl das Internet bei der Reiseplanung eine wachsende Bedeutung hat - ein Aus für Reisebüros bedeutet das nicht. So lag die Zahl der Online-Sucher, Offline-Bucher - der sogenannten Ropos (Research Online, Purchase Offline) - 2012 bei 47 Prozent. Das geht aus der Gemeinschaftsstudie "Customer Journey Travel" von GfK, Google und TUI hervor, die im vergangenen Herbst in Teilen vorgestellt wurde.

Ein Flug als Gebrauchsgegenstand

Dabei ist der Präsentation von GfK und VIR zufolge häufig entscheidend, was die Kunden buchen: So werden Flüge nur noch selten offline gebucht (23 Prozent), Übernachtungen noch relativ häufig (54 Prozent) und Pauschalreisen sogar noch zum großen Teil (78 Prozent).

Jan Valentin, Europachef der Reisesuchmaschine Kayak, hat dafür eine einfache Erklärung: Flug und Hotel seien "Gebrauchsgegenstände" und deshalb auch schnell online gebucht, ein Urlaub aber sei fürs Leben, sagt er. "Den deutschen Reisebüromarkt wird es weiterhin geben", ist er sich deshalb auch sicher.

Dabei wächst nicht nur die Bedeutung des Internets - auch das Thema mobile Anwendungen: Der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zufolge haben sich 2013 schon 34 Prozent derjenigen, die mobiles Internet nutzen, vor der Reise auf diese Weise informiert, ein Plus von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Allerdings: Gekauft wird eine Reise auf dem Smartphone noch relativ selten. Nur 14 Prozent buchten demnach Leistungen mobil.

"Da ist das Smartphone nicht das klassische Buchungsinstrument", sagt Jan Hinrichs, Director Marketing and Digital Commerce bei Thomas Cook. Mobile Geräte seien eher wichtig für den ersten Kontakt, zum Beispiel während die Kunden in der S-Bahn nach Ideen für den Urlaub suchen. Bei Thomas Cook kommen noch 80 Prozent der Buchungen über das Reisebüro. "Urlaubssuchende kommen inzwischen häufig mit ihrem Smartphone ins Reisebüro und haben ihre Recherchen dabei", sagt Hinrichs. Kunden seien heute sehr gut informiert.

Kein Urlaub ohne Smartphone

Die Reiseanbieter müssen auf diesen Trend reagieren. "Das sehen wir als Chance", sagt Carsten Bernhard, Leiter Informationstechnologie von TUI Deutschland. Der Reisekonzern will deshalb beispielsweise die "Meine TUI"-App ausbauen. Dort bekommen Kunden schon jetzt Informationen zu ihrer Reise - in Zukunft könnte hinzukommen, dass man den idealen Sitzplatz im Flugzeug direkt mit der App auswählen oder einen Privattransfer buchen kann, sagt Bernhard. Zusätzlich gibt es für die Zeit während der Reise mehr digitale Angebote: TUI hat zum Beispiel einen neuen City Guide für iPhones.

Bei Thomas Cook gibt es den Travelguide, einen digitalen Reiseführer. Aus einer Befragung heraus entstand außerdem die Hotellinie SunConnect. Denn 77 Prozent der befragten Gäste hatten angegeben, auch im Urlaub ihr Smartphone zu benutzen, 41 Prozent hätten sogar ein Tablet dabei, erzählt Hinrichs. "Sie erwarten kostenloses W-Lan - auf dem Zimmer oder auf der Pool-Liege".

Sogenannte ConnectScouts - junge Animateure - sind Ansprechpartner im Hotel, über hoteleigene Online-Plattformen können sich die Gäste untereinander austauschen, Sportkurse und Restaurantöffnungszeiten einsehen. Zunächst werden zehn SunConnect-Hotels dieses digitale Konzept haben, sagt Hinrichs.

Themen- statt Zielsuche

In einer zwiespältigen Beziehung zwischen Symbiose und Konkurrenz stehen die klassischen Reiseveranstalter mit Online-Reisebüros und Suchmaschinen wie weg.de, Tripadvisor, Trivago oder Kayak. Zum einen können die Veranstalter über die Maschinen neue Kunden gewinnen. Zum anderen können sie im Wettbewerb mit den vielen anderen Veranstaltern natürlich verlieren.

Timo Beyer, Geschäftsführer von weg.de, sieht das ein bisschen anders: "Der Veranstalter verliert den Kunden nicht, er gewinnt ihn erst durch uns." Wie stationäre Reisebüros seien eben auch die Online-Versionen ein großer Vertriebsweg für die Anbieter. Bisher unterschieden sich traditionelle Büros von den Online-Portalen vor allem in der Herangehensweise bei der Kundenberatung: "Da muss man nicht wissen, wohin man genau möchte." Das Gegenüber stellt Fragen nach den Wünschen, filtert. Bei der Online-Suche sei der Einstieg vorgegeben, denn in der Regel müsse man dort den Zielort angeben.

Hier will Beyer den Kunden die Suche künftig erleichtern. weg.de testet momentan eine Themensuche: Statt genauem Zielort geben die Nutzer die Urlaubsart an, die sie sich vorstellen - zum Beispiel Badeurlaub oder Wellness - und schränken die Suche dann über weitere Attribute ein. "Zudem ist dann die Sortierung nicht mehr nach Preis, sondern nach Relevanz." Für die Zukunft kann sich Beyer auch vorstellen, die Suche beispielsweise über eine Karte zu steuern.

Etwas Ähnliches hat die Suchmaschine Kayak vor kurzem auf den Markt gebracht: Das Explore-Feature zeigt auf einer Karte, zu welchen Zielen der Kunde zu welchen Preisen kommen kann.


Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin

Vom 5. bis 7. März ist die Messe in den Hallen am Funkturm Fachbesuchern vorbehalten. Private Besucher können sich am 8. und 9. März informieren und auch Reisen buchen. Geöffnet ist sie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr, eine Tageskarte kostet 14,50 Euro (online gebucht zwölf Euro), für Schüler und Studenten acht Euro.

Lea Sibbel/dpa/sto

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Yui Uehara, Miss Okinawa, Japan: Die Kerama-Inseln westlich von Okinawa sind perfekt zum Relaxen, Wale beobachten und Tauchen. Auf jeder Insel leben weniger als tausend Menschen. Der nächtliche Sternenhimmel ist sehr eindrucksvoll, und der Tunfisch schmeckt phantastisch!

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Tobias Haseidl, Holzbildhauer aus Oberammergau: Mein Tipp ist der Heiterwanger See in den Ammergauer Alpen in Österreich: reinster Alpenkitsch! Das smaragdgrüne Gewässer auf rund 900 Metern ist umgeben von Zweitausendern. Eine kurze Wanderung führt an dem abgelegenen See entlang, zurück geht's mit dem Schiff. Wer fit auf dem Rennrad ist, kann eine Tour von Oberammergau über Kloster Ettal zum See und nach Reute und Füssen machen.
www.holzschnitzerei-haseidl.com

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Swetlana Paraschenko, Reiseveranstalterin aus Kiew, Ukraine: Ich komme aus Kiew, und für mich ist die Stadt wegen der vielen alten Kirchen und Klöster der schönste Ort in der Ukraine. Ich fühle mich dort immer noch sicher, auch auf dem Maidan. Aber ich kann verstehen, dass viele Touristen jetzt geplante Reisen absagen. Mulmig war mir nur im Februar, als wegen der Auseinandersetzungen die Metro gesperrt war - das gab es noch nie, seit ich denken kann. Am liebsten ist mir in Kiew das Podil-Viertel, das zu den ältesten Teilen der Stadt gehört. Die Atmosphäre ist ähnlich wie in Montmatre in Paris, es gibt viele kleine Läden und Museen. Nicht verpassen sollte man dort die St.-Andreas-Kirche mit ihren fünf Kuppeln.

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Dave Avrin, Ranger im Nationalpark Gateway, New York, USA: Ich arbeite seit mehr als 35 Jahren als Ranger und fahre auch im Urlaub immer in einen Nationalpark. Wenn ich nur einen in den USA besuchen dürfte, wäre es der Yellowstone-Park. Es gibt dort so viel Einzigartiges zu sehen: die Tierwelt, die Aussichten, die geologischen Besonderheiten. Wenn ich hinfahre, wandere ich dort, angle Forellen und beobachte Tiere. Ein etwas weniger bekannter Park ist Capitol Reef in Utah, ein Canyon mit tollen roten Felsformationen, durch den kein Fluss mehr fließt. Dort war ich vor kurzem und fand es absolut spektakulär. Und es ist dort auch in der Hochsaison nicht so überfüllt wie im Grand Canyon oder in Yosemite.

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Cilau Valadez, Perlenkünstler, Mexiko: Viele Touristenorte in Mexiko sehen gleich aus, es gibt Shoppingcenter und Massenstrände. Der Bundesstaat Nayarit dagegen ist perfekt, um das echte Mexiko kennenzulernen. Fünf verschiedene Stämme leben dort, es gibt archäologische Stätten und den besten Fisch in Mexiko. Mein Tipp: Pescado zarandeado – dafür wir der frische Fang auf Mangrovenholz zubereitet.

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Petra Stusek, PR-Managerin von Ljubljana in Slowenien: Mein Hobby ist Klettern - und nur eine Stunde von Ljubljana entfernt liegt mein Lieblingskletterziel: der Triglav, der mit 2864 Metern höchste Berg Sloweniens. Eine Tour über einen Klettersteig führt in etwa sechs Stunden hoch. Von dort hat man einen großartigen Ausblick über die ganzen Julischen Alpen, bis nach Österreich und Italien. Oben kann man in einigen Hütten - zum Beispiel in der Kredarica-Hütte - übernachten, am nächsten Tag geht es in rund fünf Stunden wieder runter. Ausgangspunkt ist das Ende des Vratatals.

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Phyoe Wai Yar Zar, Vorsitzender des Tourismusverbandes von Burma: Als Ort zum Entspannen kann ich in meinem Land den Ngpali Beach am Golf von Bengalen empfehlen - Sonne, Strand und Meer. Der ist nicht so überlaufen wie etwa Strände in Thailand und ein kleines Paradies. Zurzeit werden dort auch einige neue Hotels gebaut.

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Virginia Hernández, Miss Panama World 2013 aus Panama City, Panama: Ich empfehle die San-Blas-Inseln. Das ist ein Archipel im Karibischen Meer, etwa zwei Autostunden nördlich von Panama City. Das Wasser dort ist ganz durchsichtig, es gibt eine Sandbank mit Tausenden von Seesternen, und man übernachtet in kleinen Hütten, mitten auf dem Ozean. Weil das Gebiet geschützt ist, ist es etwas kompliziert, auf die Inseln zu kommen. Ich war schon dreimal dort, aber immer nur für ein, zwei Tage, weil die Sonne dort so heiß brennt.

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Markus Raupach, Biersommelier aus Bamberg: Hallerndorf, der Ort mit einer alten Wallfahrtskapelle, liegt zwischen Bamberg und Forchheim und am Jakobsweg. Er hat 7 Brauereien mit 15 Bierkellern, die zusammen 50 verschiedene Biere herstellen. Das Brauhaus am Kreuzberg zum Beispiel bietet ein Pilgerbier an, ein dunkles Bier aus sieben Malzsorten, wenig Kohlensäure und nur drei Prozent Alkohol - ideal, um nach der Pause weiter zu pilgern!
www.bierakademie.net

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Serdar Celenk, Vizepräsident des türkischen Fremdenführerverbands Izro aus Izmir, Türkei: Fethiye im Südwesten der Türkei! Die Strände sind wunderschön, man kann toll baden, surfen, angeln und Bootstouren machen. Aber es gibt auch geschichtlich viel zu sehen, zum Beispiel Felsengräber aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. In den Bergen wohnen noch immer Nomaden in Zelten, mit Kamelen, ganz traditionell und ursprünglich. Die Gegend ist nicht künstlich für Touristen hergerichtet. Ich wandere außerdem gerne, und das kann man auf den markierten Wanderwegen dort sehr gut, zum Beispiel auf dem lykischen Pfad, der in Fethiye beginnt.

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Lauren Hogg, Tourismusberaterin bei Visit Scotland aus Jedburgh, Schottland: Ich habe in St. Andrews studiert, und die Küste dort ist sehr schön, mit vielen kleinen Orten und Häfen. In Anstruther gibt es die besten Fish and Chips Großbritanniens. Das Dorf ist winzig und pittoresk, es kommen nur wenige Touristen her. Am besten macht man eine Tagestour und wandert die Küste entlang von St. Andrews nach Anstruther, isst dort zu Abend und nimmt dann den Bus zurück.

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Girma Timer, Tourismus-Koordinator, Äthiopien: So etwas wie die elf Felsenkirchen von Lalibela gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Sie bestehen jeweils nur aus einem Stein und fügen sich perfekt in die Natur ein. Ich war schon zwölfmal dort, und jedes Mal ist es anders.

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Julie Sengelhoff, Pressesprecherin Tourismus NRW: Das Schloss Dyck in Jüchen ist ein schönes Ausflugsziel auch mit Familie - so eine kleine Flucht am Wochenende. Das Wasserschloss ist von Düsseldorf, Köln und Neuss aus gut zu erreichen. Ich mag die Märkte dort, vor allem den Weihnachtsmarkt. Dann führen Fackeln durch den verschneiten Wald zum Schloss, und der Markt ist nicht so ein weihnachtlicher Einheitsbrei. Im Sommer vergnügt sich unser fünfjähriger Sohn dort im Klettergarten, und wir genießen das Schlosscafé und die Schaugärten. Alles sehr beschaulich.
www.stiftung-schloss-dyck.de

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Lorenzo Ques, Mitarbeiter in der Tourismusbehörde in Palma, aus Establiments auf Mallorca, Spanien: Ich wäre der glücklichste Mann der Welt, könnte ich in Llucalcari an der Küste nördlich von Palma wohnen - aber leider sind die Häuser dort so teuer, dass ich wohl drei Leben bräuchte, um eines bezahlen zu können. Also fahre ich einfach als Besucher hin, so oft ich kann. Ich kam schon als Kind her, und es ist dort, als sei seit damals keine Zeit vergangen. Llucalcari ist ein sehr kleiner Ort, ohne Hotels und Restaurants. Es ist sehr ruhig, der steinige Strand ist klein, vielleicht hundert Meter lang, und das Wasser ist auch im Sommer sehr kalt. In der Saison kann es trotzdem voll werden, deshalb sollte man schon früh herkommen und sich einen Platz für sein Handtuch sichern.

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Naronorid Siraprom (l.) und Nutthawoot Sittichai (2.v.r) aus Bangkok: Die Khaosan Road in Bangkok! Dort machen auch wir Party! (Anmerkung d. Redaktion: die Straße ist für ihre vielen Budgetunterkünfte und Bars vor allem bei internationalen Backpackern bekannt)