Orkan "Xaver" am Donnerstag Bahn rechnet mit Ausfällen in Norddeutschland

Züge und Flüge werden ausfallen, Fährfahrten gestrichen: Das Orkantief "Xaver" dürfte vor allem im Norden Deutschlands ein Verkehrschaos anrichten. Die Bahn empfiehlt Kunden, sich frühzeitig über Ausfälle zu informieren.

Räumarbeiten nach Orkan "Christian": Auch am Donnerstag werden Störungen erwartet
DPA

Räumarbeiten nach Orkan "Christian": Auch am Donnerstag werden Störungen erwartet


Hamburg - Der Orkan "Xaver" könnte für den Verkehr in Deutschland heftige Einschränkungen bringen: Am Mittwochnachmittag riet die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite ihren Kunden zunächst, ab Donnerstagmittag auf Zugreisen in Schleswig-Holstein, dem nördlichen Niedersachsen, Hamburg und Bremen, "sofern möglich, zu verzichten".

Dort nämlich sei mit "Betriebsbehinderungen und Einstellung des Betriebes" zu rechnen. Ob ein ausreichender Busnotverkehr organisiert werden könne, sei fraglich, da auch der Straßenverkehr betroffen sein werde. Am späten Nachmittag schwächte das Unternehmen die Meldung allerdings ab, nun steht an gleicher Stelle lediglich die Empfehlung, sich möglichst früh über Beeinträchtigungen zu informieren.

"Xaver" wird am Donnerstag und Freitag über Deutschland erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet vor allem im Norden mit einem schweren Sturm. Außerdem wird das Tief am Freitag für einen Wintereinbruch sorgen. In höheren Lagen soll es dabei teils auch stärker schneien.

Nach Angaben der Bahn stünden deshalb bundesweit unter anderem 64 Schneeräumfahrzeuge und 37 Abtau-Anlagen für Züge bereit, teilte der Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Zudem würden Diesellokomotiven bereitgehalten, die auf Strecken mit vereisten Oberleitungen zum Einsatz kommen könnten.

Bereitschaften für Oberleitungsreparaturen und zur Räumung von Gleisen und Bahnsteigen seien bereits mobilisiert worden. Die Betriebszentralen und die Kundeninformationen würden ebenfalls personell aufgestockt.

Auch andere Verkehrsunternehmen stellen sich auf Ärger durch den Sturm ein:

  • Am Donnerstag werden in Hamburg alle U-Bahn-Strecken sowie Buslinien verstärkt, wie die Hochbahn am Mittwoch mitteilte. Außerdem soll mehr Servicepersonal eingesetzt werden. Vier "Baumtrupps" zur Unterstützung der Einsatzkräfte seien abrufbereit für den Fall, dass wie beim Orkan "Christian" im Oktober umgestürzte Bäume den Verkehr behindern. Die Hochbahn will über die aktuelle Situation auf der Schiene über Facebook und Twitter (#xaver) informieren.
  • Der Betrieb am Hamburger Flughafen könnte ebenfalls beeinträchtigt werden. Darauf hat der Flughafen am Mittwoch hingewiesen. Er forderte Passagiere auf, sich regelmäßig über die aktuelle Wettersituation in den kommenden beiden Tagen zu informieren. Angaben über ihren Flug erhalten die Reisenden bei ihren Fluggesellschaften.
  • Wegen der Orkanwarnungen kündigten die Fährbetriebe zu den nordfriesischen Inseln sowie den Halligen im Wattenmeer mögliche Behinderungen und Ausfälle an. Der "Sylt Shuttle" der Bahn schränkt sein Angebot wegen der Sturmwarnungen ebenfalls ein. Der Fährbetrieb zur Insel Juist wird wegen der Sturmflut- und Orkanwarnung am Donnerstag und Freitag eingestellt. Auch die Inseln Norderney und Sylt werden nur noch am Donnerstagmorgen angelaufen.

Auf den Straßen müssen Autofahrer Probleme befürchten. Abzusehen ist unter anderem eine Sperrung der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal auf der Autobahn A7. Sobald die dort aufgestellten Windsensoren einen kritischen Wert melden, wird die Verbindung abgeriegelt. Ebenfalls gesperrt werden könnte die Fehmarnsund-Brücke (Bundesstraße 207).

Hier finden Sie aktuelle Informationen zur Verkehrslage:

Zugverkehr:

Updates zum Orkan "Xaver" erhalten Kunden auf der Webseite der Deutschen Bahn oder unter 0180-6996633.

In Hamburg informiert die Hochbahn im Internet über Auswirkungen auf den U-Bahn- und Busverkehr.

Reedereien:

Frisia (fährt nach Norderney und Juist): 04931-9870

Syltfähre: 0461-864601

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Neuigkeiten über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Autoverkehr:

Der ADAC informiert auf seiner Webseite über die Lage auf Deutschlands Straßen.

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8  Bilder
Orkan über Deutschland: Die Prognose für "Xaver" im Stundentakt

sto/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
01099 04.12.2013
1.
Ich empfehle, generell nicht mit der Deutschen Bahn zu fahren. Denn irgendwas ist immer. Zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken.
tsitsinotis 04.12.2013
2.
immer diese Bayern. Dabei kriegen die wahrscheinlich gar nichts ab.
Fuddel 04.12.2013
3. Preiserhöhung
Hauptsache die Bahn erhöht am 15.12 die Preise und wir Norddeutschen Pendler hängen wieder in den Metropolen fest weil alle Züge für über 12 Stunden ausfallen. Na herzlichen Dank da für den Tipp nicht mit der Bahn zu fahren...
kastenmeier 04.12.2013
4. ....
Zitat von 01099Ich empfehle, generell nicht mit der Deutschen Bahn zu fahren. Denn irgendwas ist immer. Zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken.
Stimmt, aber dafür ist es auch sauteuer
cor 04.12.2013
5. Anfällig
Zitat von 01099Ich empfehle, generell nicht mit der Deutschen Bahn zu fahren. Denn irgendwas ist immer. Zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken.
Interessant, dass sie "zu spät" nicht erwähnt haben. Letzte Woche hatte ich wieder das Vergnügen, die schicken Sitze 250 (!!) Minuten länger durchsitzen zu dürfen. Ich erwarte nicht, dass die Bahn bei einem Orkan oder bei Minus 40 Grad noch fährt oder pünktlich kommt. Bei normalem Wetter schon.
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