Ausfälle durch Orkantief "Friederike" Bahn-Auskunftssysteme versagten am Morgen danach

Hunderte Bahnpassagiere mussten wegen Orkantief "Friederike" die Nacht fern von ihrem eigentlichen Ziel verbringen. Für zusätzliche Verwirrung sorgte eine Störung in den Reiseauskunftssystemen der Bahn.

DPA

Ob in Hamburg, Hannover oder Düsseldorf - an vielen Bahnhöfen Deutschlands standen Hotelzüge für Reisende bereit, die nach Einstellung des Fernverkehrs am Donnerstagnachmittag nicht mehr nach Hause kamen. Die ersten Fernzüge rollten am Morgen wieder, aber auch am Freitag müssen die Kunden der Deutschen Bahn noch mit Einschränkungen rechnen: Aufgrund der Schäden durch das Orkantief "Friederike" waren zunächst noch Strecken nördlich des Mains gesperrt.

Am Nachmittag fuhren auf diesen Strecken noch keine Fernverkehrszüge, wie die Bahn auf ihrer Webseite bekannt gibt:•

  • Schwerin –- Hamburg
  • Kassel-Wilhelmshöhe –-Gießen - Frankfurt
  • •Frankfurt –- Mainz -– Koblenz -– Köln •
  • Dortmund –- Münster - – Osnabrück - – Bremen -– Hamburg •
  • Hamm (Westf) -– Wuppertal -– Hagen -– Köln

Im Regionalverkehr wurde der Betrieb nach und nach wieder aufgenommen. In besonders vom Sturm betroffenen Landesteilen muss nach Konzernangaben aber weiter mit Einschränkungen gerechnet werden. Vor allem in Nordrhein-Westfalen werde es noch den gesamten Tag zu starken Beeinträchtigungen und Zugausfällen kommen (hier die aktuelle Übersicht der Bahn zum Zugverkehr in NRW ).

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Der "stärkste Orkan seit elf Jahren verursachte mehr als 200 Schadensstellen im Schienennetz", teilte das Unternehmen gegen Mittag mit. Hinzu kam aber noch eine technische Störung in den Reiseauskunftssystemen der Bahn, die am Morgen für Verwirrung bei Reisenden sorgte: Online wurde auf den Webseiten nicht der aktuelle Stand angezeigt.

Auf bahn.de und im DB Navigator seien Züge als fahrbar deklariert worden, sagte ein Bahn-Sprecher dem SPIEGEL, erst beim Klick auf "Details" wurde über den Ausfall der Verbindung informiert. Die Störung wurde gegen 8 Uhr behoben.

Im Süden weitgehend normaler Zugverkehr

Während der Bahnverkehr im Norden Deutschlands zögerlich anlief, fahren die Züge im Süden bereits seit dem Morgen weitgehend normal. In Bayern und Baden-Württemberg konnten die allermeisten Schäden schon behoben werden, sagte ein Bahn-Sprecher in Stuttgart. Allerdings gebe es auch dort noch viele Ausfälle.

Es werde noch den ganzen Tag dauern, bis die Züge wieder dort sind, wo sie gebraucht werden. Fernverkehrszüge, die im Süden losfahren enden oft vorzeitig zum Beispiel in Frankfurt. Für das Wochenende erwartet die Bahn dann einen "weitgehend normalisierten Zugverkehr".

Die Bahn hat sich zum Ziel gesetzt, am Freitag alle Reisenden an ihr Ziel zu bringen. "Ich denke, wir bringen heute noch jeden ans Ziel, aber vielleicht nicht in der geplanten Zeit", sagte Bahnsprecher Achim Stauß m ZDF-"Morgenmagazin". "Da bitte ich um Verständnis."

Die Zugbindung wurde für sämtliche Tickets aufgehoben. "Die Gültigkeit der Fahrkarten haben wir um eine Woche verlängert, damit man auch Fahrten noch verschieben kann", sagte Stauß. Wer ganz auf die Reise verzichten muss, bekommt seinen Fahrschein gebührenfrei erstattet.

Bahn-Vorstand verteidigt Stilllegung des Fernverkehrs

Der Wintersturm "Friederike" war am Donnerstag mit großer Wucht über Deutschland gefegt. Die Deutsche Bahn stoppte am Vormittag zunächst den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen sowie Teilen von Rheinland-Pfalz, später auch in Niedersachsen. Am Nachmittag wurde der Fernverkehr dann bundesweit eingestellt.

"Die extremen Auswirkungen dieses schweren Orkans sind offensichtlich: In weiten Teilen Deutschlands waren weder Flug-, Auto- noch Bahnverkehr möglich", sagte der Bahn-Vorstand für den Personenverkehr, Berthold Huber. "Die Entscheidung, die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeiter über alles zu stellen, war richtig."

abl/dpa/AFP/Reuters



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