Paris-Verbindung Bahn muss einen ICE3 durch TGV-Zug ersetzen

Französische statt deutsche Hochgeschwindigkeit: Auf der Verbindung nach Paris muss die Bahn in den nächsten Wochen statt ihren ICE3 einen TGV einsetzen. Grund ist ein ICE-Unfall bei Kaiserslautern.


Berlin - Auf der Strecke Frankfurt-Paris muss die Deutsche Bahn noch bis Ende August einen ihrer ICE3-Züge durch einen französischen TGV ersetzen. Grund dafür sei der Unfall eines ICE bei Kaiserslautern am Anfang Juli, wie ein Bahnsprecher am Freitag in Berlin sagte.

Dabei hatte der Hochgeschwindigkeitszug das Führerhaus eines Lastwagens gestreift und war auf drei Vierteln seiner Länge beschädigt worden. Der Hessische Rundfunk berichtete, für den TGV-Einsatz zahle die Bahn dem französischen Bahnunternehmen SNCF einen finanziellen Ausgleich.

Die Bahn wies Berichte zurück, das Unternehmen habe als Folge der ICE3-Unfälle in den vergangenen Wochen nicht mehr genug eigene Züge, um den planmäßigen Verkehr komplett aufrecht zu erhalten. Die Verbindung Frankfurt-Paris wird sowohl mit ICE als auch mit TGV hergestellt.

Im vergangenen Monat war ein ICE3-Zug in Köln entgleist, nachdem eine Radsatzwelle gebrochen war. Daraufhin zog die Bahn ihre ICE3-Flotte aus Sicherheitsgründen kurzfristig aus dem Verkehr und ließ die Radsatzwellen von 61 Hochgeschwindigkeitszügen überprüfen.

Am Donnerstag hat das Eisenbahnbundesamt bekanntgegeben, dass es die Bahn zu kürzeren Prüfintervallen für Radsatzwellen von Zügen vom Typ ICE3 verpflichtet hat. Die Behörde bestätigte SPIEGEL-Informationen, wonach die Probleme mit der Festigkeit der Radsatzwellen größer waren als bislang öffentlich bekannt. Dazu hatte die Bahn erklärt, die uneingeschränkte Betriebssicherheit aller Züge stehe weiterhin außer Frage.

abl/dpa/AP



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