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Passagiere in Rage: Vier Stunden Sitzstreik im Ryanair-Jet

Das Flugzeug war viel zu spät gestartet, erst tief in der Nacht erreichte es das Ziel. Na ja, beinahe. Denn statt bei Paris landete ein Ryanair-Jet in der Nähe von Lüttich. Die Passagiere waren so empört, dass sie sich weigerten, die Maschine zu verlassen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary (Archivbild): Meuterei im Flugzeug Zur Großansicht
REUTERS

Ryanair-Chef Michael O'Leary (Archivbild): Meuterei im Flugzeug

Hamburg - Die Crew war längst von Bord, das Licht hatte die Besatzung ausgemacht, die Getränke weggesperrt, die Toiletten verschlossen - doch die Passagiere weigerten sich auszusteigen.

Mehr als hundert Kunden der Billigfluggesellschaft Ryanair protestierten nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in ungewöhnlicher Weise gegen die Umleitung ihres Fliegers: Aus Frust darüber, dass ihre Maschine wegen Verspätung nicht am Zielflughafen im französischen Beauvais bei Paris landen konnte, blieben die Passagiere nach der Landung im belgischen Lüttich einfach sitzen. Erst nach vierstündigen Verhandlungen verließen sie die Maschine.

"Die Verhandlungen waren so schwierig, dass wir nicht sicher waren, ob sie rauskommen würden", sagte ein Feuerwehrmann zu AFP. Die Passagiere, die meisten von ihnen französische Touristen, hätten dann aber doch überzeugt werden können, das Flugzeug zu verlassen und im Flughafengebäude auf einen Bus zu warten, der sie zu ihrem Zielort bringen sollte.

Mit drei Stunden Verspätung war der Flieger nach Angaben von Passagieren am Dienstag erst um 19.15 Uhr Ortszeit im marokkanischen Fes abgehoben - erst kurz vor Mitternacht landete sie in Lüttich, weil der kleine Flughafen in Beauvais bereits geschlossen hatte.

"Das ist nicht hinnehmbar", sagte Mylène Netange. "Ohne uns zu warnen, ist das Flugzeug nicht in Beauvais, sondern in Lüttich gelandet." Sogar Familien mit kleinen Kindern beteiligten sich an dem Protest und blieben trotz verschlossener Toiletten an Bord.

Jul/AFP

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insgesamt 228 Beiträge
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1. Geiz ist Geil
cproft, 17.11.2010
Hallo, wer mit Ryanair fliegt, sollte halt vorher wissen, worauf er sich einläßt. Immerhin ist man nicht zum Weltflughafen "Frankfurt-Hahn", auf den Höhen des schönen Hunsrücks, mitten in der Pfälzischen Pampa, umgeleitet wurden. Deren Preisgstaltung ist derart reißerisch und unverschämt, daß sie schon mehr als eine Abmahnung kassiert haben, die Serviceorientiertheit der Crew des betreffenden Fluges war richtungsweisend. Vermutlich hatten die Leute ihre Anweisungen... In Asien gibt es eine "Billigfluglinie" mit dem Namen des Kontinentes, die fliegen dort günstig, ohne Zusatzkosten wie Kerosinzuschlag, Ticketzuschlag oder Kabinenatemluftabgabe. Man fliegt auch von / zu "richtigen" Flühäfen wie BKK, nicht in irgendwelche Provinznester oder zu konvertierten Airbases. Wenn sich Änderungen ergeben, wird man rechtzeitig automatisch per eMail und SMS informiert und hat die Möglichkeit der Stornierung und/oder des Umbuchens. Ganz ohne Telefon- Umbuchungseintipp- oder sonstiger Zuschläge. Ansonsten gibt es eine ganze Reihe Airlines, vornehmlich aus dem arabischen Raum, die im Linienflug ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Da braucht man sich nun wirklich nicht für Busfahrgeld in so ein quietschgelbes Ding reinzusetzen. Es sei denn, man möchte in den Hunsrück. Oder einen Flug ins Blaue mit Überraschungseffekt.
2. Vier Stunden Sitzstreik im Ryanair-Jet
Mathias Roeder, 17.11.2010
SPON: "Vier Stunden Sitzstreik im Ryanair-Jet" Wie meist im Leben bekommt man das, wofür man bezahlt hat..... oder auch gespart. Das "Geiz-ist-Geil"- Klientel sollte eigentlich viel öfter im Dunkel in der Pampa ausgesetzt werden. Mit Lufthansa wäre das nicht passiert.
3. ...
Politikum 17.11.2010
Köstlich. Und ein Beispiel dafür, was die Leute sich einbrocken, wenn sie mit diesen Airlines fliegen. Ich hoffe, dass diese schrottigen Billig-Airlines möglichst bald den Flugverkehr einstellen.
4.
ich_bins, 17.11.2010
Und warum haben die Passagiere eigentlich die Besatzung von Bord gehen lassen? Die Franzosen sind doch sonst nicht so zimperlich. Wäre ich an Bord gewesen, dann hätte das Flugzeug hinterher etwas unschön ausgesehen.
5. Sitzstreik im Billigflieger
Niamey 17.11.2010
Zitat von sysopDas Flugzeug war viel zu spät gestartet, erst tief in der Nacht erreichte es das Ziel. Naja. Beinahe. Denn statt bei Paris landete ein Ryanair-Jet in der Nähe von Lüttich. Die Passagiere waren so empört, dass sie sich weigerten die Maschine zu verlassen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,729537,00.html
Les radins partent en voyage! Etwa: Die Geizhälse gehen auf Reise! Ein viel gepriesener Geschäftszweig, der dann doch wieder mehr Frust un Ärger bringt als erwartet. Ist so ähnlich wie: Geiz ist geil! Und dann hat man ein, im wahrsen Sinne des Wortes "Billiggerät" zu Hause stehen das aber nicht funktionniert. Von dem nachfolgenden Ärger mit dem Großhändler über mehrere Wochen wollen wir garnicht reden. Ich finde den Spruch: Billig können wir uns nicht leisten, denn das ist zu teuer! wesentlich besser. Ein paar Euro mehr investiert und man kommt dort an wo man hinwill und wofür man bezahlt hat, oder bekommt beim Fachhändler einen vernünftigen Service und Beratung! Aber durch Schmerzen lernt man eben besser, oder?
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