Passagiere unter Quarantäne Schweinegrippe auf Luxusliner

Es sollte eine Traumreise durch den Pazifik werden - jetzt wird der Trip für die 2000 Passagiere der "Pacific Dawn" zum Alptraum: An Bord sind mehrere Menschen an Schweinegrippe erkrankt. Die Gesundheitsbehörden haben Quarantäne angeordnet.


Canberra - Alarm an Bord der "Pacific Dawn": Auf dem Kreuzfahrtschiff vor der Küste Australiens erkranken immer mehr Menschen an der Schweinegrippe. Bei fünf der 2000 Passagiere bestehe der Verdacht einer Ansteckung, teilte die Reederei P&O am Freitag mit. Bei drei Besatzungsmitgliedern der "Pacific Dawn" war die Krankheit bereits am Donnerstag nachgewiesen worden. Sie wurden auf dem Schiff unter Quarantäne gestellt.

"Pacific Dawn": Quarantäne statt Kreuzfahrt
AP / P&O Cruises

"Pacific Dawn": Quarantäne statt Kreuzfahrt

Die Urlauber wollten mit der "Pacific Dawn" eigentlich durch die Südsee reisen. Aber jetzt muss umgeplant werden: Das Schiff soll am Sonntag in Brisbane im Staat Queensland anlegen. Dort sollen zunächst rund 150 Passagiere aus Queensland von Bord gehen dürfen, sie müssen aber sieben Tage zu Hause bleiben. Die übrigen Urlauber sollen auf Anordnung der Gesundheitsbehörde auf dem Schiff unter Quarantäne gestellt werden.

Es war bereits der zweite Ausbruch der Schweinegrippe an Bord der "Pacific Dawn": Auf ihrer vorangegangenen Fahrt, die am vergangenen Montag in Sydney endete, erkrankten 24 Menschen an der Seuche, der weltweit schon rund hundert Menschen zum Opfer gefallen sind.

Die Fälle unter den Besatzungsmitgliedern konnten jedoch nicht umgehend bestätigt werden, so dass die drei die Reise mit neuen Passagieren fortsetzten.

In Australien wurden bis Freitag fast 170 Fälle von Schweinegrippe bestätigt. Weltweit haben sich mehr als 13.000 Menschen mit dem H1N1-Virus infiziert. Mehr als 80 der rund hundert Todesopfer kamen aus Mexiko, dem Ausgangsland der Erkrankungswelle.

Zwei neue Fälle im Ruhrgebiet

Die renommierte britische Privatschule Eton erklärte am Freitag, die Schule werde wegen der Schweinegrippe für eine Woche geschlossen. Die Erkrankung wurde diese Woche bei einem 13-jährigen Schüler nachgewiesen, daher soll aller Unterricht vorerst ausfallen. Auch Prinz William und Prinz Harry zählen zu den Alumni der elitären Lehranstalt. In Großbritannien sind nach Zahlen vom Donnerstag bislang 203 Schweinegrippe-Erkrankungen bestätigt.

Das Schweinegrippe-Virus
Der Erreger
Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.
Die Symptome
Die Schweinegrippe bewirkt ähnliche Symptome wie eine normale Grippe: plötzliches Fieber, Muskelschmerzen, trockener Husten und ein trockener Hals. Allerdings sind der einhergehende Durchfall und die Übelkeit stärker ausgeprägt.
Die Gefahr
Neue Virenstämme können sich rasch ausbreiten, weil es keine natürliche Immunität gibt und es Monate dauert, bis ein aktueller Impfstoff entwickelt und produziert ist. Der neue Stamm des Schweinegrippe-Virus unterscheidet sich vom älteren H1N1-Virus, gegen das die aktuellen Grippeimpfstoffe schützen. Die gewöhnliche Grippe tötet jedes Jahr 250.000 bis 500.000 Menschen, vor allem ältere Menschen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Auch gesunde Menschen können tödlich erkranken.
Antivirale Mittel
Nach derzeitigem Wissensstand bieten die Wirkstoffe Oseltamivir (Handelsname Tamiflu) und Zanamivir (Handelsname Relenza) Schutz gegen das Schweinegrippen-Virus. Diese Wirkstoffe behindern unspezifisch die Vermehrung von Influenza-A- und Influenza-B-Viren im Körper.
Wandlungsfähigkeit von Grippeviren
Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Meist springen dabei irgendwo in der Welt Viren von Vögeln oder Schweinen auf den Menschen über. Wenn sie in dessen Körperzellen auf andere, ältere Grippeviren treffen, kann sich die Erbinformationen vermischen und neue Erreger hervorbringen.

In Deutschland gibt es bislang 20 Fälle des neuen Influenza-Virus. Am Freitag teilte das Gesundheitsamt im Ennepe-Ruhr-Kreis (Nordrhein-Westfalen) mit, zwei Amerika-Reisende seien vermutlich an der Schweinegrippe erkrankt. Die beiden Studenten aus Hattingen und Essen seien bei den ersten Untersuchungen positiv getestet worden. Das abschließende Ergebnis durch das Robert-Koch-Institut stehe aber noch aus und werde nicht vor Samstag erwartet. Krankheitssymptome weist bislang nur der 22-jährige Hattinger auf.

Die jungen Männer waren zusammen mit einer studentischen Reisegruppe und zwei Professoren in New York unterwegs gewesen. Die Erkrankungen in Deutschland, die alle mild verliefen, verteilen sich bislang auf Nordrhein-Westfalen (5), Bayern (7), Brandenburg (2), Sachsen-Anhalt (4), Hamburg (1), und Baden-Württemberg (1).

Auch in Hessen gibt es jetzt offensichtlich den ersten Patienten mit Schweinegrippe. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es einen ersten Fall", sagte ein Sprecher des Kreisgesundheitsamtes in Fulda dem Radiosender FFH und der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es handele sich um einen 47 Jahre alten Reisenden aus New York. Er befinde sich im Klinikum Fulda. Der Verdacht auf eine Infektion sei durch zwei Tests am Institut für Virologie der Universität Marburg bestätigt worden.

als/AP/dpa



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Seite 1
IsArenas, 02.05.2009
1.
Nein, niemand *muss* Angst haben, unabhängig von allem, was geschieht. Angst ist sowieso ein schlechter Ratgeber, zuweilen zwar wichtig als Selbstschutz, wird aber schnell selbst krankmachend und/oder eine Krankheit. Ich schließe nicht aus, gewaltsam (Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall, Terrorakt), durch Krebs oder noch früher durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder was weiß ich oder eben durch eine Virus- odere Bakterieninfektion ums Leben zu kommen, bevor ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung nähere. Zur angeblichen Hauptrisikogruppe zähle ich auch noch, na wunderbar. Nein, die Grippe macht mir definitiv keine Angst, wenn ich den nächsten Monaten daran sterben soll, dann war's das halt. Ich glaube aber nicht daran, meine Schulden werde ich wohl zahlen müssen -- sprich, ich habe andere Sorgen und erfreue mich ansonsten des Lebens in der Gegenwart ;-)
Crackerjack 02.05.2009
2.
Zitat von IsArenasNein, niemand *muss* Angst haben, unabhängig von allem, was geschieht. Angst ist sowieso ein schlechter Ratgeber, zuweilen zwar wichtig als Selbstschutz, wird aber schnell selbst krankmachend und/oder eine Krankheit. Ich schließe nicht aus, gewaltsam (Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall, Terrorakt), durch Krebs oder noch früher durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder was weiß ich oder eben durch eine Virus- odere Bakterieninfektion ums Leben zu kommen, bevor ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung nähere. Zur angeblichen Hauptrisikogruppe zähle ich auch noch, na wunderbar. Nein, die Grippe macht mir definitiv keine Angst, wenn ich den nächsten Monaten daran sterben soll, dann war's das halt. Ich glaube aber nicht daran, meine Schulden werde ich wohl zahlen müssen -- sprich, ich habe andere Sorgen und erfreue mich ansonsten des Lebens in der Gegenwart ;-)
Hierzu ein von Herzen kommender Applaus.
descartes101, 02.05.2009
3.
Zitat von sysopDie Schweinegrippe hat auch Europa erreicht, die EU rechnet mit Todesopfern. Wie berechtigt ist die Angst vor dem Virus?
Lächerlich. Das Grippevirus rekombiniert sich jede Saison neu, weshalb die Impfungen auch dann nicht mehr wirksam sind. Mal ist es virulenter, mal weniger. Jedenfalls sterben immer auch Menschen daran. Das ganze ist eine haltlose Hysterie, wahrscheinlich damit unsere tüchtigen Regierungen mal behaupten können, sie hätten eine Situation im Griff. Das ist natürlich besonders leicht bei einer Situation, die so oder so nicht eskaliert. Wenn ein hemorrhagisches Fieber wie Ebola durch die Ballungszentren zieht, dann lohnt es sich zuhause zu bleiben. Aber eine dämliche Papiermaske schützt niemanden vor Ansteckung. Das gleiche Prinzip wurde von den USA im kalten Krieg angewendet, wo man den Leuten erzählte, dass es helfe, sich im Falle eines Nuklearangriffs unter den Tisch zu hocken mit einer Zeitung über dem Kopf. Aua, aua. Seit damals hat sich wirklich nichts verändert.
Hans58 02.05.2009
4.
Zitat von sysopDie Schweinegrippe hat auch Europa erreicht, die EU rechnet mit Todesopfern. Wie berechtigt ist die Angst vor dem Virus?
Nein, wir müssen keine Angst haben, selbst wenn hier zum x-ten Male eine Diskussion über das Thema eröffnet wird.
firefly 02.05.2009
5.
Sie können sich ja gleich mal mit dem Papst zusammentun. Für den ist HIV auch kein Problem und alles nur Panik mache. Und Medikamente im Falle einer HIV-Infektion würde ich ihnen auch nicht empfehlen. Die wirken nämlich garnicht und dienen nur zum Geldschäffeln der Pharmaindustrie. /Ironie
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