Peru Erdrutsch tötet zwei Wanderer auf dem Inka-Pfad

Die Wanderung zu den Ruinen von Machu Picchu endete für zwei Wanderer tödlich: Ein Argentinier und sein peruanischer Führer kamen bei einem Erdrutsch ums Leben. Wegen des andauernden schlechten Wetters wurde der berühmte Inka-Pfad gesperrt.


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Inka-Pfad: Südamerikas berühmteste Wanderung
Lima - Bei einem Erdrutsch auf dem berühmten Inka-Pfad nach Machu Picchu sind am Dienstag ein argentinischer Tourist und ein peruanischer Wanderführer getötet worden. Drei weitere Touristen wurden verletzt, wie Behördensprecher Hernet Moscoso mitteilte. Der Wanderweg, der über mehrere Pässe in die Ruinenstadt Machu Picchu führt, wurde geschlossen. Bislang wurden fünf Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutschen getötet.

Die Behörden flogen zudem mehr als 60 Touristen aus dem Dorf Aguas Calientes in der Nähe der antiken Festung aus, die dort wegen starken Regens und Erdrutschen festsaßen. Fast 2000 Touristen aus Europa, den USA und Lateinamerika harrten dort noch immer aus. Ein Erdrutsch hatte zuvor die Bahnverbindung in das Gebiet blockiert. Die gestrandeten Reisenden seien "wütend und besorgt, einige sind verzweifelt", sagte ein Sprecher des Ortes, Ruben Baldeon.

Auch Deutsche seien unter den Eingeschlossenen, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Die Regierung entsandte sechs Hubschrauber, die USA unterstützten die Luftbrücke mit vier weiteren Helikoptern. Wegen anhaltender Unwetter mussten die Flüge immer wieder unterbrochen werden.

Frustration in Aguas Calientes

Bei der Rettungsaktion haben nach Angaben der Behörden Kinder, kranke und ältere Menschen Vorrang. Bis zu ihrem Abflug blieben die betroffenen Urlauber in Hotels, Pensionen und im Bahnhof von Aguas Calientes, erklärte Tourismusminister Martín Pérez. Die Lebensmittelvorräte in dem Ort reichten für Urlauber und Einwohner noch drei bis vier Tage.

Zurückgebliebene beklagten sich über einen Zweiklassenstandard bei der Rettung: Nach Berichten chilenischer Besucher zahlten einige US-Touristen dafür, dass sie gemeinsam mit Kindern und Alten ausgeflogen wurden. "Alle, die mit Reiseveranstaltern gebucht und offenkundig Geld hatten, sind bereits weg", berichtete Fernando Celis, der am Dienstag gemeinsam mit rund 300 Landsleuten in Aguas Calientes festsaß. Von den Amerikanern seien nur noch Rücksacktouristen übrig. Laut Celis müssen die Übriggebliebenen selbst sehen, wie sie zurechtkommen. Binnen kurzer Zeit hätten sich die Lebensmittelpreise verdoppelt.

Den Überschwemmungen waren die schwersten Regenfälle in der Region seit 15 Jahren vorangegangen. Rund 13.000 Menschen verloren dem peruanischen Zivilschutz zufolge ihr Hab und Gut. Über die Andenregion Cusco wurde für 60 Tage der Notstand verhängt. Die Regierung schickte nach eigenen Angaben 22 Tonnen Hilfsgüter sowie 1000 Zelte.

Der Inka-Pfad ist einer der bekanntesten Wanderwege der Welt, sein höchster Punkt ist 4215 Meter hoch. Um die fragile Landschaft zu schützen, dürfen Touristen nur in geführten Gruppen hier unterwegs sein. In der Hauptsaison zwischen Mai und August sind die Touren oft Monate im voraus ausgebucht, in der Regenzeit sind deutlich weniger Wanderer hier unterwegs. Jedes Jahr im Februar wird der Weg für Aufräumarbeiten geschlossen.

sto/apn/AFP



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