Luftverkehr Piloten in Norwegen streiken

250 Flüge abgesagt: In Norwegen streiken die Piloten weiter. Etwa 100.000 Passagiere sitzen an den Flughäfen fest. Aber der zuständige Konzernchef hält die Pilotenforderungen für unmöglich.

Maschine aus Norwegen: Schon länger am Boden
DPA

Maschine aus Norwegen: Schon länger am Boden


Oslo - Vielflieger haben es derzeit schwer: In den USA hat schlechtes Wetter zu Tausenden Flugausfällen geführt, in Nepal ist durch eine Bruchlandung der gesamte Flugverkehr des Landes zusammen gebrochen. Und nun haben auch noch die norwegischen Piloten die Arbeit niedergelegt.

Der Streik der Fluggesellschaft Norwegian hat auch am Freitag für zahlreiche Flugausfälle in Skandinavien gesorgt. Den dritten Tag in Folge musste die Airline 250 Verbindungen streichen. Das sind so gut wie alle Inlands- und Skandinavien-Flüge. Inzwischen seien rund 100.000 Passagiere betroffen, sagte ein Sprecher.

Die etwa 700 Norwegian-Piloten, die in einer Tochterfirma angestellt sind, wollen von der Muttergesellschaft übernommen werden. Konzernchef Bjørn Kjos hält die Forderung für unmöglich und kündigte an, die Piloten in drei nationale Firmen in Schweden, Dänemark und Norwegen zu überführen. Die Gewerkschaften lehnen auch das ab. Bereits am Donnerstag waren etwa 35.000 Passagiere von dem Arbeitskampf betroffen - zahlreiche Flüge waren ausgefallen.

joe/dpa



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insgesamt 6 Beiträge
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akita 06.03.2015
1. Wo sind die Hintergrundinfos?
Norwegian hat für seine Langstrecke eine Airline-Lizenz aus Irland, dem Panama der europäischen Fliegerei. Die teils scheinselbständigen Crews sind u.a. in Singapur angeheuert und in Bangkok "stationiert". Das ganze Konstrukt ist so obskur, dass die US-Behörden schon wegen kaum möglicher Flugsicherheitskontrollen den Einflug zunächst nicht erlaubt hatten (was die EU auch macht - bei Airlines aus maroden Drittweltländern...). Dagegen protestiert hatte die zuständige EU-Kommisarin, während sich das EU-Parlament kritisch mit der kreativen Umgehung von Steuer- und Arbeitsrecht beschäftigt. Und das in einem reichen Land mit einem intakten Sozialsystem, auf das man dort zurecht stolz ist. Recherche ist lästig, ich weiß. Aber ein bisschen mehr als "Piloten streiken, Airlinechef hält die Forderungen für überzogen und fährt schweres Geschütz auf" sollte doch drin sein, wenn man in den Fußstapfen der Vorgänger beim "Spiegel" nicht ganz verschwinden möchte.
hevopi 07.03.2015
2. Sehr beruhigend,
ich dachte immer, Deutschland ist Weltmeister im Piloten- und Bahnführerstreik.
realist29 07.03.2015
3. Extrem dünner Artikel
Was bedeutet der Streik für die deutschen Passagiere von Norwegian? Eine spannende Frage, aber für den Spiegel offenbar sekundär.
kuschl 07.03.2015
4. Typisch Airlinevorstände
Die eigenen Pfründe und die Verwaltungspolster werden nicht angerührt, aber da wo der Kunde Berührungen mit der Airline hat, ist alles zu teuer. Nun haben die Manager das Pech, dass sie ihre Blechbüchsen nicht selbst bewegen können,bis auf wenige Managementpiloten, die die warme Büroheizung dem schlechten Wetter draußen vorziehen. Aber das reicht halt nicht für einen geregelten Flugbetrieb. Das Risiko trägt das fliegende Personal, das täglich bis zu 14 Std Dienst hat und nicht halbwegs so gut abgesichert ist, wie die Vorstände und Manager, die sich selbst bedienen und ihre Verwaltungen nicht anrühren. An den schlanken Administrationen verdienen die Billigairlines, nicht an den vielen BWLern in den Büros.
Affenhirn 07.03.2015
5. Norwegen ist nicht in der EU
Zitat von akitaNorwegian hat für seine Langstrecke eine Airline-Lizenz aus Irland, dem Panama der europäischen Fliegerei. Die teils scheinselbständigen Crews sind u.a. in Singapur angeheuert und in Bangkok "stationiert". Das ganze Konstrukt ist so obskur, dass die US-Behörden schon wegen kaum möglicher Flugsicherheitskontrollen den Einflug zunächst nicht erlaubt hatten (was die EU auch macht - bei Airlines aus maroden Drittweltländern...). Dagegen protestiert hatte die zuständige EU-Kommisarin, während sich das EU-Parlament kritisch mit der kreativen Umgehung von Steuer- und Arbeitsrecht beschäftigt. Und das in einem reichen Land mit einem intakten Sozialsystem, auf das man dort zurecht stolz ist. Recherche ist lästig, ich weiß. Aber ein bisschen mehr als "Piloten streiken, Airlinechef hält die Forderungen für überzogen und fährt schweres Geschütz auf" sollte doch drin sein, wenn man in den Fußstapfen der Vorgänger beim "Spiegel" nicht ganz verschwinden möchte.
Welche EU-Kommissarin ist denn für Norwegen zuständig?? Was hat das EU-Parlament mit dem norwegischen Steuer- und Arbeitsrecht zu schaffen?
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