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Pilotenstreik in Frankfurt: Lufthansa streicht fast die Hälfte aller Langstreckenflüge

Seit 8 Uhr streiken die Piloten der Lufthansa am größten deutschen Flughafen. Noch bis 23 Uhr soll der Ausstand in Frankfurt dauern. Bislang wurden 25 Verbindungen gestrichen.

Anzeigetafel in Frankfurt (Archiv): Lufthansa-Piloten streiken bis 23 Uhr Zur Großansicht
REUTERS

Anzeigetafel in Frankfurt (Archiv): Lufthansa-Piloten streiken bis 23 Uhr

Frankfurt am Main - Am Frankfurter Flughafen streiken die Lufthansa-Piloten: Um 8 Uhr hat der Ausstand begonnen, der noch bis 23 Uhr anhalten soll. Betroffen sind Reisende, die bei der Airline einen Langstreckenflug gebucht hatten.

Mit einem Sonderflugplan will die Fluggesellschaft dafür sorgen, dass viele der 57 geplanten Interkontinentalflüge ab Frankfurt im Streikzeitraum stattfinden können. 9000 Reisende können nach Auskunft der Lufthansa wegen des Ausstands ihren Flug dennoch nicht wie geplant antreten.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Sonderflugplan durchführen können", sagte ein Airline-Sprecher am Morgen. Es bleibe bei den 25 schon am Montag für Dienstag abgesagten Starts. Viele davon hatten Nordamerika als Ziel, unter anderem wurden aber auch Flüge nach Singapur und Bangkok abgesagt (eine Übersicht finden Sie hier - darin sind aber auch aus anderen Gründen abgesagte Flüge aufgeführt).

Die Lage am Airport sei sehr ruhig, sagte Markus Wahl von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zu Streikbeginn. "Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber." Von gestrandeten Reisenden war in der Abflughalle A zunächst nichts zu sehen. Dafür hatten zahlreiche Medienvertreter ihre Kameras aufgebaut. Das Unternehmen bittet die Passagiere, deren Flüge stattfinden, "extra Zeit am Flughafen einzukalkulieren".

Langstreckenflüge von München und Düsseldorf sollen starten

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre fünfte Streikwelle von vornherein auf Interkontinentalflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu den vorangegangenen Streiks stark ausgeweitet. 32 Flüge aus dem Streikzeitraum sollen nach Angaben der Lufthansa trotzdem starten. Ein Großteil davon werde von freiwilligen Piloten gesteuert. Zum Teil handelt es sich um sogenannte Manager-Piloten, leitende Lufthansa-Mitarbeiter, die ihre Fluglizenz aufrechterhalten haben.

Da auch für Mittwoch Verbindungen annulliert sind, fallen inklusive der Rückflüge insgesamt 50 Langstreckenflüge aus, rund 20.000 Fluggäste sind betroffen. Dass ist schmerzhaft, da Lufthansa an Interkontinentalflügen gut verdient. Der Streik fällt zudem in die verkehrsreichste Zeit des Jahres. Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr soll nach Angaben der Lufthansa nicht betroffen sein. Auch Langstreckenflüge von München und Düsseldorf sollten starten. Die Flüge der übrigen Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti fänden ebenfalls planmäßig statt.

Die Lufthansa hatte heftige Kritik an der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geäußert. Deren fortgesetzte Streiks verursachten einen Schaden mit nicht absehbaren Folgen für alle 120.000 Beschäftigten, sagte Kay Kratky, Mitglied des Lufthansa-Passage-Vorstands. Das Vorgehen der Gewerkschaft sei "kompromiss- und rücksichtslos".

Anlass des Arbeitskampfes ist der Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. Etwa 5000 Piloten beteiligen sich an dem aktuellen Ausstand. Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Der Konflikt zwischen Management und Pilotengewerkschaft eskaliert auch an anderer Stelle. So prüft das Unternehmen den Einsatz externer Piloten auf Langstreckenflügen unter der Marke Lufthansa. Die VC soll sich laut Lufthansa nicht zu Einsparungen bereit erklärt haben, was allerdings von der Gewerkschaft bestritten wird.

Was Betroffene wissen müssen und wie sie ihre Rechte als Passagiere durchsetzen können, lesen Sie hier.

emt/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Selbstmoerderisch.....
merkur08 30.09.2014
Die Lage am Airport sei sehr ruhig, sagte Markus Wahl von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zu Streikbeginn. "Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber." Aha. Mal schauen wie lange die Lufthansa noch der Arbeitgeber sein wird. In Osteuropa gibt es genug gut ausgebildetet Piloten, die ein Bruchteil dessen, was die Lufthansapiloten verdienen bekommen. Offensichtlich bewegt sich das Mangament in diese Richtung............
2. Streikrecht vs. Kundenrechte
poppy71 30.09.2014
Ein Staat, der den Arbeitnehmern ein ordentliches Streikrecht einräumt, sollte wenigstens die betroffenen Kunden ordentlich entschädigen.
3.
ich2010 30.09.2014
""...denn wir wollen nicht die Passagiere treffen... " wen denn bitte sonst? die passagiere haben flüge bezahlt, diie nicht stattfinden. verpasste geschäftstermine, bezahlte anschlussflüge, bezahlte hotels etc.pp. da sieht's schlecht aus mit rückerstattung. das ist das problem der passagiere und nicht der herrn piloten.
4. anpassungsschwierigkeiten
brotzeitholer 30.09.2014
es scheint so, als wehrt man sicht mit händen und füssen gegen etwas, was auf dauer nicht aufzuhalten sein wird. und definitiv schaden sie sich selbst und andere. die fluggäste trifft es natürlich trotzdem, zwar nicht finanziell, aber man legt sich termine ja nicht zum spass..
5. Ihre königlichen Hoheiten, die Damen und Herren ...
winki 30.09.2014
Pilotinnen und Piloten dürfen sich nicht wundern wenn demnächst Piloten aus anderen Ländern im Cockpit sitzen. Garantiert beherrschen die ihren Beruf mindestens genau so wie die dann ehemaligen Piloten der LH. Dann gibt es vielleicht auch wieder konkurenzfähige Ticketpreise.
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