Flug mit Beinfreiheit Lufthansa verteuert Platz am Notausgang

60 Euro auf Interkontinentalflügen und 20 Euro auf Europa-Strecken: Mehr Beinfreiheit kostet Lufthansa-Kunden ab November Geld. Die Airline lässt sich dann den Platz am Notausgang mit Aufpreis bezahlen. Das ist nicht die einzige Preisänderung.

Beliebter Platz im Flieger: Am Notausgang haben Passagiere mehr Beinfreiheit
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Beliebter Platz im Flieger: Am Notausgang haben Passagiere mehr Beinfreiheit


Frankfurt/Main - Die Lufthansa war eine der letzten von Deutschland aus operierenden Airlines, die Plätze am Notausgang noch ohne Zusatzkosten besetzt hat. Doch ab November verlangt das Unternehmen bis zu 60 Euro für die vor allem bei großen Menschen begehrten Sitze.

Der Notausgang bietet Reisenden in der Regel mehr Beinfreiheit. Bisher konnten die Plätze nicht reserviert werden und wurden erst beim Check-in vergeben. Auf Europa-Flügen beträgt der Aufpreis künftig 20 Euro, auf Interkontinentalflügen 60 Euro in allen Economy-Buchungsklassen, teilt die Airline mit.

Viele Billigflieger, aber auch internationale Linienfluggesellschaften lassen sich die Reservierung eines Notausgang-Sitzes schon länger bezahlen:

  • Bei Air Berlin zum Beispiel kosten die sogenannten XL-Seats pro Person und Teilstrecke 20 Euro auf einem Kurz- oder Mittelstreckenflug und 60 Euro auf einem Langstreckenflug. Online und über Reisebüros sind Sitzplatzreservierungen bis 48 Stunden vor Abflug möglich.

  • British Airways nimmt für einen solchen Platz auf Langstreckenflügen 50 bis 75 Pfund (umgerechnet zwischen 60 und 88 Euro). Die Sitze können 14 Tage bis vier Tage vor Abflug gebucht werden und während des Online-Check-in.

  • Bei Air France gibt es den sogenannten Sitzplatz Plus am Notausgang für 50 bis 70 Euro auf Langstreckenflügen und für 10 bis 15 Euro auf Mittelstreckenflügen. Gebucht werden kann der Sitz direkt bei der Buchung oder nach der Buchung im Internet nur bei Langstreckenflügen und bei allen Flügen beim Check-in per Handy, online oder am Flughafen.

Nicht alle Passagiere, die bereit sind, für ein Platz am Notausgang Geld zu bezahlen, dürfen auch auf einem solchen mitreisen. Air Berlin weist auf besondere Sicherheitsbestimmungen hin, die für einen solchen Sitz gelten. "Werdende Mütter, Kleinkinder und Kinder unter 12 Jahren sowie Personen, die eingeschränkt mobil sind oder Personen, die Tiere in der Kabine mitführen", sind ausgeschlossen.

British Airways nennt auf der Website folgende Bedingungen, die Notausgang-Passagiere erfüllen müssen: In Frage kämen nur "nicht-behinderte Erwachsene", die "bei voller Fitness sind sowie schriftliche und mündliche Anweisungen in englischer Sprache verstehen". Außerdem müsse man bereit sein, "im unwahrscheinlichen Falle einer Notevakuierung zu assistieren."

Auf der Website von Lufthansa heißt es: "Sitzplätze an den Notausgängen haben eine Sonderstellung." Aus Gründen der Sicherheit würden Plätze am Notausgang beim Check-in an Passagiere vergeben, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung in der Lage sind, "diesen korrekt zu bedienen".

10 Euro für Reservierung in der Economy-Class

Die wirtschaftlich angeschlagene Lufthansa dreht derzeit an verschiedenen Stellschrauben in ihrem Angebot, um Kosten zu senken und mehr Einnahmen zu generieren. Wie bereits vor einigen Wochen angekündigt, haben ab dem 26. November Passagiere der günstigen Economy-Buchungsklassen die Möglichkeit, ihren Sitzplatz bei der Buchung zu wählen. Hierfür fällt eine Gebühr von 10 Euro an.

Ohne vorherige Sitzplatzreservierung können Passagiere ihren Platz kostenfrei beim Check-in ab 23 Stunden vor dem Abflug auswählen. In den mittleren und flexiblen Buchungsklassen ist die Sitzplatzwahl kostenlos. Bislang galt dies nur für die flexiblen Klassen.

Mitte der Woche wurde auch bekannt, dass Lufthansa künftig keine innerdeutschen One-Way-Flüge für 59 Euro mehr anbietet. Die Preise beginnen stattdessen für einen einfachen Flug bei 90 Euro. Auch die 99-Euro-Tickets für einen Hin- und Rückflug innerhalb von Europa sollen wesentlich seltener angeboten werden als in der Vergangenheit und nicht mehr auf allen Strecken, erklärte ein Sprecher der Airline. Außerdem gelte bei ihnen künftig ein Mindestaufenthalt von zwei Nächten. Die Änderungen greifen für Flugbuchungen ab dem 22. Oktober. Bereits getätigte Buchungen sind nicht betroffen.

jus/abl/dpa



insgesamt 223 Beiträge
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thorsten wulff 18.10.2013
1. Wenn jetzt die Bahn
zur Besinnung kommt und den Presserabatt wieder einführt, den sie alberner Weise des anderen Herrn Wulffs wegen abgeschafft hat, fahre ich auch gerne mal wieder Zug.
romaval 18.10.2013
2. Wie verzweifelt
muß man bei LH sein um jetzt zu den ( vielleicht ) letzten " Stellschrauben " z7u greifen. Erinnert mich an die ehemalige Swissair, die einige Monate vor der Pleite plötzlich keine Streichholzbriefchen mit SR Logo anbot wegen Einsparpotential von 4000 Dollar pa. Das ganz große Geschäft werden in Zukunft die Airlines machen die das richtige Preis / Leistungsverhältnis haben.
gollygee01 18.10.2013
3. wieso Zuschlag ?
das ist ein Risikoplatz, für den es Nachlass geben sollte. Für den Fall, daß diese Tür mal rausfliegen sollte, fliegt nicht nur die Tür raus sondern meist auch durch den Sog die ganze Sitzreihe mitsamt Passagieren ? Gibt es nicht, oh doch alles schon dagewesen!
ugsdegalaonk 18.10.2013
4. Die Lufthansa
ist im weltweiten Vergleich eines der lausigsten und schlechtesten Unternehmen Mir graut es regelmäßig, wenn ich in einem LH - Flieger lande. Ich vermeide es, wo immer es geht..
janne2109 18.10.2013
5. .....
fehlt nicht mehr viel und ich wandere aus, dorthin wo es lauwarm ist und man nie mehr in den Urlaub fliegen möchte.
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