Preispolitik: Germanwings kassiert bis zu 10 Euro pro Koffer

Germanwings macht es Ryanair nach: Ab sofort müssen Passagiere für ihr aufgegebenes Gepäck zusätzliche Gebühren bezahlen. Verbraucherschützer fürchten, dass die immer umfangreicheren Zusatzkosten die Kunden verwirren.

Köln - Nach Mitteilung der Fluggesellschaft kostet ein Koffer oder Rucksack bei der Gepäckaufgabe fünf Euro, wenn er zuvor beim Buchen per Telefon, im Internet oder im Reisebüro angemeldet wird. Zehn Euro fallen den Angaben zufolge an, wenn Urlauber das Gepäckstück erst beim Check-in am Flughafen anmelden.

Im Gegenzug werde die Grenze für das Freigepäck von bislang 20 auf 23 Kilogramm angehoben. Für das Handgepäck seien weiter keine Gebühren zu zahlen. Die Neuregelung gelte für Buchungen ab dem 19. Mai.

Germanwings folgt damit dem Beispiel des irischen Billigfliegers Ryanair: Bei ihm müssen Reisende am Flughafen sogar 20 Euro pro Koffer zahlen. Melden sie das Gepäck zuvor bei der Online-Buchung an, kostet die Mitnahme 10 Euro für das erste und 20 Euro für jedes weitere Stück. Weitere Gebühren werden fällig, wenn das Gepäck mehr als 15 Kilogramm pro Passagier wiegt.

Air Berlin lehnt Extragebühren bisher ab

Fluggäste müssten künftig bei Billigfliegern noch stärker als bislang auf versteckte Kosten im Kleingedruckten achten, rät Andrea Sack vom Europäischen Verbraucherzentrum in Kiel. "Der Gebührendschungel wird für Passagiere immer dichter." Dadurch sei es für Kunden immer schwieriger, den Endpreis eines Fluges auf den ersten Blick zu erkennen.

So seien längst nicht nur Steuern und Gebühren zu beachten. "Teilweise wird sogar ein Rollstuhl extra berechnet", sagt Sack. Auch könne es künftig neben der Gepäckaufgabe kostenpflichtig werden, wenn Passagiere sich am Flughafen persönlich bedienen lassen wollen. Bei Ryanair etwa müssen Fluggäste bereits fünf Euro extra zahlen, wenn sie am Schalter einchecken. "Das wird in Zukunft auch bei anderen Billigfliegern kommen - die wollen schließlich alle Personal sparen", sagt Sack.

Bislang lehnen andere deutsche Fluglinien den Vorstoß von Germanwings aber ab. "Bei uns sind in absehbarer Zeit keine Gepäckgebühren geplant", sagt Tuifly-Sprecher Herbert Euler in Langenhagen. Zwar seien solche Abgaben künftig unter Umständen auf Linienflügen vorstellbar. "Pauschalurlauber müssen davor aber keine Angst haben."

Auch Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel in Berlin steht Extragebühren etwa für das Einchecken am Schalter skeptisch gegenüber. "Manche Fluggesellschaften bieten einen günstigen Grundpreis an und erfinden dann ein bis zwei Dutzend Gebühren." Das führe aber zur Verwirrung der Kunden und sei daher der falsche Weg.

abl/dpa

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