Premiere Paris-London Eurostar hat neuen Geschwindigkeits-Rekord aufgestellt

In zwei Stunden und drei Minuten von Paris nach London: Der Eurostar ist erstmals in voller Fahrt über die Hochgeschwindigkeitstrassen zwischen den beiden Hauptstädten gefahren. Der Zug war bis zu 320 km/h schnell.


London - Zwei Stunden, drei Minuten und 39 Sekunden hat der Eurostar für die 490 Bahnkilometer zwischen London und Paris heute benötigt. Um 12.47 Uhr traf er in dem neu ausgebauten St.-Pancras-Station inmitten von London ein. Auf seiner Fahrt auf der vollständig ausgebauten Hochgeschwindigkeitsstrecke erreichte der Zug mit 18 Waggons auf der britischen Seite ein Geschwindigkeitsmaximum von 298 km/h, auf der französischen Strecke 320 km/h. Mit der neuen Eurostar-Verbindung tritt Großbritannien in den "europäischen Klub der Hochgeschwindigkeitszüge" ein.

Da nun auch die Strecke auf der britischen Seite - vom Tunnel durch den Ärmelkanal bis London - durchgehend als Hochgeschwindigkeitstrasse ausgebaut sei, würden die Fahrten zwischen den Städten schneller und bequemer, sagte Eurostar-Chef Richard Brown - "und viel grüner als fliegen". Jetzt kann der Zug auch in England bis zu 300 km/h schnell fahren und benötigt für die Strecke 22 bis 25 Minuten weniger als bisher. Für die Verbindung "High Speed 1" wurde eigens ein neuer Eurostar-Bahnhof in der Innenstadt von London gebaut. Der Ausbau der Strecke und der Bahnhof St. Pancras kosteten zusammen 5,8 Milliarden Pfund (8,6 Milliarden Euro).

Frankreich hatte die Bahnstrecke nach Lille im Norden des Landes schon 1993 für seinen Hochgeschwindigkeitszug TGV ausgebaut. Der damalige Staatschef François Mitterrand sagte seinerzeit, hinter dem Tunnel könnten die Fahrgäste dann "bei sehr niedriger Geschwindigkeit träumen" und die britische Landschaft bewundern.

Der reguläre Fahrbetrieb zwischen St. Pancras und Gare du Nord soll am 14. November aufgenommen werden. Bis dahin ist der Bahnhof Waterloo noch die Londoner Endstation, und die Fahrtzeit wird noch wie bisher fahrplanmäßig zwei Stunden und 35 Minuten betragen. Ab Mitte November sollen dann täglich 28 statt 25 Superschnellzüge Paris und London verbinden. Die Eurostar-Betreiber erhoffen sich damit eine größere Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zu den zahlreichen Anbietern von Billigflügen.

abl/AFP/AP/dpa



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