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Lufthansa: Neue Premium Economy fliegt ab Herbst

Nicht so komfortabel wie die Business Class, aber großzügiger als die Holzklasse: Die Lufthansa präsentiert ihre neue Premium Economy. Andere Fluggesellschaften verkaufen die Zwischenklasse schon länger - die Preisunterschiede der verschiedenen Angebote sind enorm.

Premium Economy der Lufthansa: Mehr Beinfreiheit, mehr Sitzbreite Fotos
DPA

Berlin - Die Sitze sind bis zu drei Zentimeter breiter als in der Economy Class, die Sitzlehnen lassen sich weiter zurückklappen. Es gibt mehr Beinfreiheit, und wer die neuen Premium Economy gebucht hat, darf mehr Freigepäck mitnehmen: Die Lufthansa hat auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin die schon länger angekündigte neue Edel-Holzklasse vorgestellt.

Ab Mai dieses Jahres ist sie buchbar, der erste Flieger soll im Oktober abheben, erklärt Jens Bischof, Vertriebschef der Lufthansa-Passagiersparte. Die neue Zwischenklasse ist zunächst auf den Boeing Jumbo-Jets 747-8 verfügbar, die Richtung Washington, Los Angeles oder Hongkong abheben.

Bis 2015 sollen dann alle Langstreckenflieger entsprechend ausgerüstet sein. Der Preisaufschlag für einen Hin- und Rückflug über den Nordatlantik oder nach Asien betrage im Schnitt gegenüber dem Economy-Preis 600 Euro.

Kernstück der neuen Klasse, in die die Lufthansa 170 Millionen Euro investiert, sind die Sitze: Sie sind je nach Flugzeugtyp um bis zu drei Zentimeter breiter als in der Economy-Class. Die Lehnen lassen sich weiter zurückneigen. Und mit 97 Zentimetern Sitzabstand wächst die Beinfreiheit. Reisende in der Premium Economy können zudem ein weiteres Stück Freigepäck bis 23 Kilogramm mitnehmen und haben gegen einen Aufpreis von 25 Euro Zugang zur Business Lounge.

Gewachsenes Qualitätsbewusstsein

Das neue Lufthansa-Angebot richtet sich laut Bischof vor allem an Geschäftsreisende, die momentan mehrheitlich in der Economy fliegen, und Privatreisende, die bislang nicht zur Zielgruppe der Business-Class gehörten: Kreuzfahrer, Studienreisende, Ältere.

Die Überlegungen, ob und wie die Premium Economy an Bord geholt wird, hätten der Lufthansa schlaflose Nächte bereitet, räumt Bischof ein. Der Konzern wollte die Unterschiede zwischen Premium Economy und der Business Class möglichst groß halten, denn mit den Geschäftskunden verdienen die Frankfurter bei Ticketpreisen von 2000 Euro für einen Hin- und Rückflug auf der Langstrecke gut Geld.

Sorge der Lufthansa sei gewesen, dass zahlungskräftige Kunden aus der Business Class in die Premium Economy abwandern, sagt Gerald Wissel, Chef der Airline-Unternehmensberatung Airborne. Doch viele Firmen erlaubten ihren Managern keine Business-Class-Flüge mehr, diese stiegen dann auf Economy um. "Die große Frage ist nun, ob Unternehmen die neue Klasse buchen", so Wissel.

Die Einführung der neuen Kategorie "Premium Economy" ist Teil einer drei Milliarden Euro schweren Generalüberholung, mit der die größte europäische Fluglinie bereits die First- und Business-Class runderneuert hat. Damit will die Lufthansa im Wettbewerb mit den schnell wachsenden Rivalen vom Persischen Golf wie Emirates aufholen.

Zwischenklasse mit viele Namen

Mit ihrem neuen Premium-Economy-Angebot ist die Lufthansa allerdings Nachzügler: Rund 40 andere Airlines wie British Airways, Qantas oder Condor fliegen schon seit Jahren mit der Zwischenklasse. Allerdings: "Es gibt keine klare Definition, was die eine oder andere Fluggesellschaft mit Premium verbindet", erklärt Sybille Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV).

Die Zwischenklasse hat viele Namen: Comfort Class, Comfort Plus oder Economy Extra. Zu den Zusatzleistungen gehören bevorzugter Check-in, besseres Essen oder bequemere Sitze, erklärt Zeuch. Manche Airlines bieten den Premiumkunden auch mehr Freigepäck, mehr Meilen oder eine größere Sitzneigung.

Der wohl wichtigste Vorteil ist aber die größere Beinfreiheit. Normalerweise betrage der Sitzabstand etwa 80 bis 85 Zentimeter, sagt Oliver Kühn, Chefredakteur des Reisemagazins "Reise und Preise". In der Premium Economy gehe es im Schnitt auf 95 Zentimeter.

Die Breite der Sitze hingegen werde eher selten verändert. Und: Ein einheitliches Preismuster gibt es nicht. Ein Vergleich des Magazins "Reise und Preise" (3/2013) ergab einen Aufschlag auf den Economy-Preis zwischen 100 und 2000 Euro. "Das geht nach Strecke", erklärt Kühn.

Er rät Reisenden, nicht nur nach der Premium Economy zu suchen, sondern auch die Business-Preise im Blick zu behalten. "Gerade nach Bangkok hat man schon Sonderangebote für Business", sagt der Experte. Und noch ein Tipp für diejenigen, die gern pokern: Je nach Verfügbarkeit können sie eventuell noch am Flughafen upgraden - zu einem günstigeren Preis.

leh/dpa/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Wie allseits erwartet
verdienter-urlaub.de 05.03.2014
orientiert sich die neue Lufthansa Premium Eco sehr dicht an der bisherigen Economy Klasse. Ob sich bei diesem Angebot sehr viele Kunden finden, die 600 EUR mehr ausgeben, ist fraglich. Leider traut sich Lufthansa auch diesmal nicht wirkliche Standards zu setzen.
2. lh
peruaner 05.03.2014
und was ist da besonderes dran? ueber 20 fluggesellschaften bieten aehliches an. wieder mal verschlafen
3. @Peruaner
Tobi2995 05.03.2014
LH war denke ich gut beraten, dass nicht früher zu tun. Lesen Sie halt mal die Artikel dazu, dann verstehen Sie es... vielleicht. Ich verstehe die vielen LH Basher hier echt nicht. Die Schweizer für SWISS und die Österreicher für Austrian sind da viel umgänglicher, obwohl das Produkt beider Airlines in der Gesamtansicht deutlich schlechter ist als das von LH. Und wenn immer alle mit den Asiaten und Emiraten kommen, kann ich nur auf die Arbeitsbedingungen, Subventionen usw. verweisen. Leute - fliegt LH, Air Berlin & Co. Produkt und Preis sind echt okay und meiner Meinug nach fair. Und lasst euch doch nicht von den anderen verar@%&@.
4. @Tobi2995
leolustig 05.03.2014
dann flieg bitte mal Langstrecke mit LH und vergleiche Preis, Service und Sitzkomfort. Thai, Cathay, Singapore, Malaysian, ... alle um Längen besser und i.d.R. gleicher Preis oder billiger. LH hat einfach zu hohe Pilotengehälter, das ist einer der Preistreiber.
5. @leolustig
zire777 06.03.2014
es steht Ihnen und jedem anderen frei mit der Airline zu fliegen die Ihnen am angenehmsten erscheint. Jedoch möchte ich anmerken, das die Management-Gehälter deutlich über dem Niveau des Piloten-Gehaltes liegen... Leider darf ein Deutsches Unternehmen, keine Angestellten ohne Sozialabgaben einstellen, um wie von Ihnen , ich unterstelle, verlangt niedrigere Preise zu bedienen. Da sie diverse Länder ansprachen die dies nicht müssen... Ach ja zur Anmerkung, ich bin sehr froh darüber in einem Sozialstaat zu leben!
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