New York: Airbnb-Vermietern droht Ärger mit dem Gesetz

Bußgeld statt Nebenerwerb: Airbnb-Vermieter riskieren in New York Geldstrafen in stattlicher Höhe. Wer hier Touristen seine Wohnung überlässt, muss aufpassen. Doch nicht nur in den USA ist die günstige Hotelalternative in manchen Fällen illegal.

New York - Eigentlich wollte Nigel Warren bei den teuren Mieten in New York nur ein paar Dollar nebenbei verdienen. Also entschied er, über die auch in Deutschland populäre Website Airbnb sein Zimmer übers Wochenende einem Touristen zur Verfügung zu stellen. Doch als er zurückkam, erwartete ihn statt der erhofften Zusatzeinnahmen ein Bußgeldbescheid über 7000 Dollar. Der Grund: Ein Richter urteilte, dass im Fall Warren die Bestimmungen der Stadt gegen das Betreiben illegaler Hotels in New York verletzt wurden.

Warren hatte sich weder über die Gesetzesgrundlage informiert, noch die Geschäftsbedingungen gelesen, die Airbnb von jeder Verantwortung frei spricht. Dabei weiß das Unternehmen, dass viele Kunden mit der temporären Vermietung die Gesetze verletzen. Empört schrieb Warren laut "New York Times" an Airbnb: "Durch das Ignorieren lokaler Gesetze machen Sie die Kunden zu Opfern, die Sie eigentlich für den Erfolg Ihrer Website benötigen."

Reisende nutzen Portale wie Airbnb, weil die Übernachtung günstiger ist als viele Hotels, die Wohnungen sich meistens in einem interessanten Viertel befinden und häufig der direkte Kontakt zu Einheimischen möglich wird. So wurden im vergangenen Jahr drei Millionen Wohnungen auf der ganzen Welt über die Website gebucht. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzte den Jahresumsatz 2012 des Internetunternehmens auf 150 Millionen Dollar.

Illegal in London, San Francisco und Paris

Die Einzigen, für die Airbnb nicht so vorteilhaft scheint, sind die Wohnungsanbieter. Denn in vielen populären Städten, wie San Francisco, London oder Paris, kann die temporäre Bereitstellung der eigenen Wohnung an Fremde ebenfalls strafrechtlich verfolgt werden.

Genau wie in dem Fall von Nigel Warren. Denn in New York ist die Vermietung der eigenen Wohnung - es sei denn, man ist selbst zu Hause oder es sind mehr als 30 Tage - verboten, da dies als "illegales Hotel" gewertet wird. Die Entscheidung des Gerichts ist aufgrund des amerikanischen Präzedenzfallrechts schwer abzuschätzen.

Warren hatte Glück. Nach einigem Hin und Her musste er am Ende nicht zahlen, weil sein Mitbewohner zur Zeit der Untervermietung anwesend und die Wohnung damit nicht komplett leer war. Dafür sah das New Yorker Gesetz eine Ausnahmeregelung vor. Doch die Situation bleibt durch viele Sonderbestimmungen schwammig - und das ausgerechnet in einer Stadt, die wegen ihrer hohen Hotelpreise das ideale Pflaster für Airbnb und ähnliche Anbieter ist.

Katharina Finke/dpa/dkr

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Aktuell
RSS
alles zum Thema USA-Reisen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | USA-Reiseseite


Reiseziele

Welche Weltregion interessiert Sie? Wählen Sie einen Kontinent oder ein Land:

Der benötigte Flash Player 8 wurde nicht gefunden. mehr...