Protest Brennerautobahn ist blockiert

Umweltschützer haben - wie angedroht - die Brennerautobahn blockiert. Sie wollen damit gegen den wachsenden Schwerlastverkehr protestieren - und erhalten für ihre Aktion Rückendeckung der regionalen Politik. Der ADAC rechnet mit Staus auch auf den Ausweichrouten.


Am Morgen war am Brenner noch alles ruhig. Der ADAC fürchtet aber, dass während der aktuellen Brenner-Blockade wieder Staus wie hier zu Pfingsten auftreten
DPA

Am Morgen war am Brenner noch alles ruhig. Der ADAC fürchtet aber, dass während der aktuellen Brenner-Blockade wieder Staus wie hier zu Pfingsten auftreten

Innsbruck/München - Die Blockade soll bis Samstagnachmittag dauern. Bei geringem Verkehr blieben Staus zunächst aus. Der Sprecher der Bürgerinitiative Transitforum Austria Tirol, Fritz Gurgiser, sagte, die Grundrechte der Bevölkerung für einen intakten Lebens- und Wirtschaftsraum würden mit Füßen getreten. Im vergangenen Jahr rauschten rund 1,5 Millionen Laster und mehr als elf Millionen Autos über die Strecke.

Der Landeshauptmann von Tirol, Wendelin Weingartner, verteidigte die Blockade. Die Europäische Union habe Verträge über die Begrenzung des Lastwagenverkehrs in Österreich nicht eingehalten. Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) und die bayerische Staatsregierung hatten die Blockade zuvor scharf kritisiert. Dagegen zeigte der verkehrspolitische Sprecher der Bündnis-Grünen, Albert Schmidt, Verständnis für die Aktion.

Der ADAC rechnete wegen der Sperrung mit erheblichen Staus auf allen Ausweichrouten. Die österreichische Polizei zeigte sich dagegen zuversichtlich, dass das Chaos ausbleiben werde. Die Bürgerinitiative der Brenner-Anwohner blockiert die Autobahn bereits zum dritten Mal innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Zu der Aktion werden 5000 Demonstranten am Autobahntunnel kurz vor Schönberg erwartet.



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