Rummelplatz auf der "Quantum of the Seas": Mehr Meerblick

Autoscooter, Windtunnel und eine schwebende Aussichtskugel: Royal Caribbean stattet ihren Neubau "Quantum of the Seas" mit Attraktionen vom Jahrmarkt aus. Den Gästen der Innenkabinen serviert sie den Meerblick auf einem wandhohen Flatscreen.

"Quantum of the Seas": Jahrmarktattraktionen auf See Fotos
AP / Royal Caribbean International

Miami - Auf dem 2009 in Dienst gestellten größten Kreuzfahrtschiff der Welt, der "Oasis of the Seas", dreht sich ein bimmelndes Karussell, locken Eis- und Fischbuden. Jetzt will Eigentümer Royal Caribbean International (RCI) noch mehr Rummelplatzatmosphäre aufs Meer bringen: Auf der neuen Schiffsklasse der US-Reederei sollen sich die Gäste im Autoscooter und auf einer Rollerskate-Bahn vergnügen oder sich im Windtunnel als Fallschirmspringer fühlen können.

RCI hat erste Details für ihre beiden Neubauten der Quantum-Klasse vorgestellt: für die "Quantum of the Seas", die im November 2014 getauft werden soll, und für das Schwesterschiff "Anthem of the Seas", die im Frühjahr 2015 startet.

Die 167.800 Bruttoraumzahl (BRZ) großen und 348 Meter langen Kreuzer werden in der deutschen Meyer Werft in Papenburg gebaut. Der offizielle Baubeginn für die "Quantum" war am 31. Januar. Die Schiffe sollen jeweils über 2090 Kabinen verfügen und Platz für 4180 Passagiere bieten.

Die auffallendeste Neuheit wird eine Aussichtskuppel aus Glas sein, die an die Kapseln des Riesenrads London Eye erinnert. Die Kugel fasst 14 Personen und wird von einem Kran bis zu 90 Meter über dem Meerespiegel gehoben. "North Star", also Polarstern, nennen die Marketing-Leute die Erfindung. Viel Meerblick soll auch ein mehrstöckiger, verglaster Raum namens Two70° mit 270-Grad-Panorama bieten.

Den Innenkabinenbewohnern beschert RCI ein Quantum Trost - und bietet auch ihnen gute Sicht aufs Wasser: Dort soll auf kabinenhohen Flachbildschirme in Echtzeit die Aussicht übertragen werden, die die Außenkabinengäste vor dem Fenster haben. Die Werbebezeichnung: "virtuelle Balkone". Schon die Schiffe der Disney Cruise Line verfügen über so ein Feature, dort lugt von Zeit zu Zeit sogar Micky Maus aus dem bullaugenförmigen Screen.

Wer genug vom Blick in die Ferne hat, kann sich im RipCord genannten Windtunnel von einem starken Luftstrom von unten nach oben blasen lassen. Legt sich ein Passagier mit einem speziellen Anzug aus Fallschirmstoff in die durchsichtige Säule auf dem Oberdeck, trägt der Luftstrom ihn in die Höhe.

Auf der innen gelegenen Erlebnisfläche SeaPlex gibt es vor allem Sport- und Unterhaltungsangebote: Dazu zählen unter anderem eine Zirkusschule, ein Basketballplatz, ein Autoscooter, eine Rollerskating-Bahn und eine Tanzfläche.

abl/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Pappane
denkmal! 17.04.2013
Na ja, dieser wandhohe Flachbildschirm wird eh wohl Norm in der guten Stube, in wohl wenigen Jahren. Dann brauchen wir gar nirgends mehr HIN! Toll! Pappane und Virtualzirkus reicht doch, um die Massen bei der Salzstange zu halten!
2. Ich wäre sehr erfreut...
greentiger 17.04.2013
Zitat von sysopDen Gästen der Innenkabinen serviert sie den Meerblick auf einem wandhohen Flatscreen.
..., falls mir jemand bestätigen könnte, dass ich mir diesen Text nur eingebildet habe. Es gibt also demnächst einen schwimmenden Hochhauskomplex, der Ausmasse einer Blattenbausiedlung hat, in dem es fensterlose Aufenthaltsräume gibt, deren eine Wand aus einem Flatscreen besteht, auf dem dann die Übertragung der Aufnahmen einer Kamera läuft, die auf das Meer gerichtet ist... ...dafür zahlen dann Leute Geld und nennen das eine Kreuzfahrt. Ich habe gerade in einem anderen Artikel etwas über eine ausgestorbene Menschenart gelesen, deren Gehirn offensichtlich mangels Bedarf immer kleiner wurde. Es scheint mir so zu sein, dass es Wiederholungen in der Entwicklung gibt, nur geht heutzutage halt alles schneller.
3. Umweltsäue
shatreng 17.04.2013
Die Kreuzfahrtindustrie mit ihren schwerölverbrennenden Drecksschleudern sollten endlich mal zu vernünftigen Umweltrichtlinien verdonnert werden. Vielleicht hört dann auch mal der Größenwahn auf..
4. Jahrmarktsattraktionen
raber 17.04.2013
Ist das abwertend gemeint? Ich habe kein Interesse an Kreuzfahrten, aber sehe dass es ein boomender Markt ist. Als Disneyland anfing gab es auch jede Menge Kritik. Inzwischen wird es von Millionen besucht und wuerde es in Deutschland liegen, waere es auch ein Supererfolg. Der schlaue Geschaeftsmann bietet was die Nachfrage will oder schafft die Nachfrage. Was Umweltverschmutzung anbetrifft sollte es bei diesen Schiffen streng geregelt werden.
5.
1948-2008 17.04.2013
Zitat von sysopAutoscooter, Windtunnel und eine schwebende Aussichtskugel: Royal Caribbean stattet ihren Neubau "Quantum of the Seas" mit Attraktionen vom Jahrmarkt aus. Den Gästen der Innenkabinen serviert sie den Meerblick auf einem wandhohen Flatscreen. Quantum of the Seas: - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/quantum-of-the-seas-a-894878.html)
Unappetitliche Wahrheiten über Kreuzfahrtschiffe: - die Motoren laufen mit Schweröl, einem hochgiftigen und daher billigen Rückstandsöl aus der Erdölraffinierung - Schiffsmotoren sind damit weltweit die größten Luftverpester, die 15 größten Containerschiffe blasen mehr Schadstoffe in die Luft als alle Autos der Welt zusammen - die Abwässer aus Duschen, WCs, Küchen, Waschmaschinen etc. werden ungeklärt ins Meer geleitet - der Müll, der auf einem Kreuzfahrtschiff täglich tonnenweise anfällt, wird ebenfalls entweder ins Meer gekippt (nachts um vier bis sechs Uhr, damit es die Passagiere nicht sehen), oder in Müllöfen an Bord verbrannt und die Abgase ungefiltert über den Schornstein abgeblasen
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