Rauchverbot auf den Bahnhöfen "Das hier sollte Ihre Letzte sein"

Von Augsburg bis Zittau: Das Rauchen auf den Bahnhöfen in Deutschland ist fast überall verboten. Züge am Glimmstängel sind jetzt nur noch in eigens ausgewiesenen Zonen erlaubt.


Rauchverbot: Ab sofort auf den Bahnhöfen
DPA

Rauchverbot: Ab sofort auf den Bahnhöfen

Auf 54 großen Bahnhöfen gibt es ab sofort weniger Abfall und frischere Luft. Auf den Bahnhöfen in Deutschland gilt jetzt: Rauchen verboten. Wer sich der Regelung hartnäckig verweigert, auf den kann laut Hausordnung ein "Beitrag für erhöhten Reinigungsaufwand" in Höhe von 20 Euro zukommen. Erlaubt ist das Rauchen neben den ausgewiesenen Bereichen weiterhin in der DB-Lounge und den gastronomischen Zonen.

Bis Jahresende sollen nach Umbauten noch neun Stationen hinzu kommen. Nach Angaben der Deutschen Bahn AG könnten weitere Bahnhöfe später folgen. "Genaueres steht aber noch nicht fest", sagte eine Bahn-Sprecherin in Frankfurt. Die Ausstattung mit Schildern und Aschenbechern in den Raucherzonen kostet für die nun vorgesehenen 63 Stationen fünf Millionen Euro. Im Gegenzug will die Bahn Reinigungskosten in Millionenhöhe sparen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt die Aktion "Rauchfreier Bahnhof". Direktorin Elisabeth Pott sagte in Köln: "Zigarettenrauch ist ein chemischer Cocktail von 4000 Stoffen, von denen mehr als 40 krebserzeugende oder giftige Wirkung haben." Die überwiegende Mehrheit der Nichtraucher müsse besser geschützt werden. Die Bundeszentrale verteilte kleine Falt-Aschenbecher mit der Aufschrift "Das hier sollte ihre Letzte sein" an Reisende.

Die Bahn hatte die Aktion nach einem erfolgreichen Pilotprojekt am Bonner Hauptbahnhof vergangene Woche am Hauptbahnhof Frankfurt/Main gestartet. Service-Mitarbeiter und Schilder sollen Raucher auf das Verbot aufmerksam machen. Vor allem die aufwendige Reinigung der Gleisbetten von weggeworfenen Kippen soll weniger werden. Die Bahn gibt für die Reinigung ihrer 5800 Bahnhöfe bundesweit 100 Millionen Euro jährlich aus, allein am Frankfurter Hauptbahnhof sind es zwei Millionen Euro.



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