Ungewöhnliche Reise-Apps So flirten Sie in 44 Sprachen

Das Smartphone hilft beim Packen, bei der Verständigung und sogar bei der Suche nach einem Klo: Wer sich vor dem Urlaub die richtigen Apps herunterlädt, kann einige Dinge vereinfachen. Und sogar den Jetlag des Langstreckenfluges besiegen.

Mit Handy am Strand: Reisen ohne Smartphone ist für viele undenkbar
TMN/ Friso Gentsch

Mit Handy am Strand: Reisen ohne Smartphone ist für viele undenkbar


Im Urlaub ist das Smartphone für viele Menschen längst ein unverzichtbarer Begleiter. Apps helfen vor und während der Reise mit praktischen Funktionen: Mietwagen finden und buchen, Währungen umrechnen, Preise von Hostels vergleichen - das sind nur einige gängige Anwendungen. Auf dem Markt tummeln sich aber auch viele ungewöhnliche Apps - deren Nutzwert mal größer und mal kleiner ist, wie dieser Überblick mit sieben Tipps zeigt.

Richtig packen

Schlafsack, Isomatte, Mückenspray - etwas vergessen? Oft bleibt ein wichtiger Gegenstand daheim - was leider erst im Urlaub auffällt. Die App Packlisten To Go (kostenlos, nur Android) schafft Abhilfe. Mit ihr können Urlauber Listen anlegen oder auf fertige Merkzettel zurückgreifen - etwa mit allen Utensilien für einen Festivaltrip.

"Gerade für Gelegenheitsreisende können Packlisten-Apps eine Inspiration sein", sagt Peter Althaus, der den Reiseblog www.rooksack.de betreibt. Althaus ist im Jahr zwischen 120 und 180 Tagen auf Reisen und war schon in über 50 Ländern. Er nutzt seine Listen-App unter anderem, um unverzichtbare Utensilien keinesfalls zu vergessen. "Die schreibe ich auf den Merkzettel, damit sie garantiert in der Reisetasche landen."

Nie wieder Jetlag

Auf langen Flügen Richtung Westen oder Osten kommt die innere Uhr durcheinander. Die Folgen sind oft körperliche und mentale Beschwerden - ein klassischer Jetlag, sehr unangenehm. Die App Jet Lag Rooster (kostenlos, Android und iOS) will den Zeitzonenkater bekämpfen.

Auf Basis von Abflug- und Zielort sowie Start- und Landezeit errechnet die englischsprachige Anwendung laut Hersteller einen individuellen Plan, um den Jetlag so weit wie möglich zu reduzieren. Sie gibt dafür unter anderem Empfehlungen zu Schlaf- und Wachzeiten. Vorteil: Für den Betrieb benötigt die App kein Internet.

Flirten in allen Sprachen

Ein kurzer Blickkontakt, ein Lächeln - doch wie sprechen Reisende im Ausland das attraktive Gegenüber an? Die kostenpflichtige App Lingopal Flirta (5,99 Euro, nur iOS) liefert auf die Schnelle einige charmante Sprüche. 300 Sätze in 44 verschiedenen Sprachen - zum Beispiel Hindu, Afrikaans oder Tschechisch - stehen laut Hersteller bereit, um die Person der Begierde zu beeindrucken.

Dennoch ersetzt die App keine Sprachkenntnisse. "Eine Konversation wird damit kaum in Gang kommen", sagt Reiseblogger Althaus. Allerdings traut er den Flirtsprüchen zu, dass "sie als lustiger Gesprächseinstieg das Eis brechen können." Das klappt jedoch nur, wenn nach dem kurzen Ausflug in die jeweilige Landessprache in einer gemeinsamen Sprache weiter geredet werden kann - meist auf Englisch.

Stille Örtchen finden

Die Blase drückt, und in der fremden Stadt ist einfach keine Toilette zu finden? Vielleicht hilft hier die App SitOrSquat (kostenlos, Android und iOS). Mit einem Klick zeigt das Programm nahe gelegene öffentliche Toiletten auf einer Karte an.

Laut Angaben des Betreibers sind weltweit über 100.000 stille Örtchen auffindbar. Filter erlauben die Suche nach behindertengerechten oder kostenfreien Toiletten sowie Wickelräumen. Althaus schränkt den Nutzwert der App jedoch ein: "In Ländern mit schlechter Infrastruktur wird das nichts bringen." Dort sind öffentliche Toiletten rar.

Fotos präzise dem Standort zuordnen

Mit "MapCam" lässt sich der Standort mit Fotos verknüpfen
TMN/ Ludger Bischofs

Mit "MapCam" lässt sich der Standort mit Fotos verknüpfen

Oft ist die Ortungsfunktion von Kamera-Apps ziemlich ungenau und weicht stark vom tatsächlichen Standort ab. Mit der App MapCam - Geo-Kamera (kostenlos, nur Android) wird dieses Problem beseitigt. Das Prinzip: Die App ermittelt per GPS den exakten Standort. Ist der gefunden, wird das mit einem grünen Kreis angezeigt.

Danach wählen Reisende mit nur einem Klick direkt eine Kamera-App ihrer Wahl und knipsen los. "Die Ortsangaben sind viel präziser als mit der Kamera-Anwendung", sagt Dirk Bongardt, der für die "PC Welt" Android-Apps auf ihre Funktionalität testet.

Clever: Verknüpft mit der ebenfalls kostenlosen App "PhotoMap - Geo-Bildbetrachter" desselben Anbieters, können Urlauber anhand ihrer Bilder die Reiseroute nachvollziehen.

Reisekasse führen

Der Einkauf im Supermarkt, das Bezahlen des Mietwagens - nicht immer können die Kosten in einer Reisegruppe sauber aufgeteilt werden. Hier sind Apps wie die kostenlose Android-Anwendung Reisekasse die Lösung. Darin protokollieren Urlauber alle Ausgaben. Das Programm erledigt am Ende der Reise den Kassensturz.

Sprachbarrieren überwinden

Wer die Sprache eines Landes nicht beherrscht, versucht manchmal sprichwörtlich, mit Händen und Füßen zu sprechen. Doch Vorsicht: Manche Gesten können in anderen Kulturen auch falsch verstanden werden. Was in Deutschland als höflich gilt, kann in anderen Ländern eine Beleidigung sein. Bilder sind dagegen eine sichere Sache, weil sie wenig Raum für Interpretationen lassen.

Darin liegt das Potenzial der App Image It (0,99 Euro für iOS, gratis für Android), die Gegenstände als Piktogramme anzeigt. Diese sind nach Kategorien wie Freizeit, Transport oder Essen geordnet. Gerade in den Ländern, in denen Reisende mit klassischen Schulsprachen wie Englisch oder Spanisch nicht weiterkommen, kann sich die App bewähren. Althaus: "Sie ist gewissermaßen die digitale Variante der klassischen analogen Reise-Bilderbücher."

Noch mehr Infos zu nützlichen Reise-Apps finden Sie unter diesem Link!

Tom Nebe/dpa/sto

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