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10. Januar 2012, 16:21 Uhr

Reisen für Schwule und Lesben

Dertour bietet erstmals Katalog für Homosexuelle

Zahlungskräftig und reiselustig: So stellt sich der Reiseveranstalter Dertour die homosexuelle Klientel vor - und bietet der nun einen speziellen Katalog an. Zur Sicherheit der Kundschaft wurden ein paar Länder weggelassen.

Berlin - Auf zu neuen Zielgruppen: Der Reiseveranstalter Dertour bietet erstmals einen speziellen Katalog für Schwule und Lesben an. Dieser enthält rund 140 Hotels auf der ganzen Welt, die sich auf homosexuelle Gäste spezialisiert haben. "In normalen Katalogen verlieren sich diese Angebote", sagte der Produktverantwortliche Dietmar Malcherek bei der Vorstellung des Katalogs in Berlin.

Eine Pionierleistung ist das neue Angebot nicht. Bereits 2009 hatte TUI einen Katalog für homosexuelle Männer aufgelegt. Der letzte erschien zur Wintersaison 2010/2011. "Wir arbeiten allerdings an einem Nachfolge-Katalog", sagte eine Sprecherin der TUI auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. "Zurzeit haben wir unsere speziellen Angebote für Homosexuelle in die normalen Kataloge integriert." Das Projekt sei damals sehr erfolgreich gewesen, die Zielgruppe noch immer interessant.

Der Katalog von Dertour gliedert sich in die drei Bereiche Städtereisen, Strand- und Aktivurlaub. In einigen Hotels sind sowohl homo- als auch heterosexuelle Gäste willkommen, andere richten sich ausschließlich an Homosexuelle. Während es einige reine Schwulenhotels gibt, sind reine Lesbenunterkünfte kaum vertreten. Nach Aussage von Malcherek verreisen homosexuelle Männer häufiger als homosexuelle Frauen. Sowohl Paare als auch Einzelreisende will der Reiseveranstalter mit dem Katalog ansprechen.

Rund fünf Prozent der Deutschen gelten laut Dertour als homosexuell. Etwa ein Viertel davon verreise regelmäßig. Der Markt ist dementsprechend klein. Doch Schwule und Lesben gelten als relativ zahlungskräftig. Bisher liefen deren Urlaubsbuchungen vor allem über das Internet.

Besonders stark vertreten in dem Katalog sind Länder wie Spanien und die USA. Staaten, in denen Homosexualität unter Strafe steht, hat Dertour nach eigenen Angaben nicht aufgenommen. So sind unter anderem Marokko, Dubai und Malaysia, nicht vertreten, obwohl es auch dort mittlerweile eine relativ große Homosexuellen-Szene gibt.

dkr/dpa

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