30-Länder-Umfrage Deutsche halten nur fünf Reiseländer für sicher

Gewalt, Unruhen und Kriminalität schrecken Touristen ab. Die Deutschen fühlen sich nur noch in wenigen Ländern als Urlauber wohl und sicher - selbst Spanien schneidet nicht gut ab.

Urlauber am Ballermann
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Urlauber am Ballermann


Für die Mehrheit der Deutschen gibt es nach einer neuen Umfrage nur noch fünf sichere Urlaubsregionen. Neben dem eigenen Land, das 77 Prozent der Befragten für sicher halten, sind das:

  • Österreich (71 Prozent)
  • die Schweiz (69 Prozent
  • sowie mit deutlichem Abstand Skandinavien (53 Prozent)
  • und Italien (52 Prozent)

Das wichtige Reiseziel Spanien gilt nur knapp der Hälfte der Befragten (49 Prozent) als Land, in dem sie sich im Urlaub wohl und sicher fühlen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen.

Die ehemals klassischen Urlaubsziele Türkei, Ägypten und Tunesien werden von nur noch fünf Prozent als sichere Reiseländer betrachtet. "Statt Sonne, Strand und Meer ist Sicherheit zu dem entscheidenden Faktor auf Reisen geworden", sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Ulrich Reinhardt. Anstelle einer Sonnengarantie werde die Garantie der Sicherheit über die künftig beliebtesten Urlaubsziele entscheiden. Allerdings ist das Sicherheitsgefühl auch im eigenen Land erschüttert: Jeder zwölfte Befragte fühle sich selbst in Deutschland nicht mehr sicher, hieß es.

Katalonien-Konflikt schreckt ab

Mit Blick auf das vergleichsweise schlechte Abschneiden von Spanien, dem wichtigsten Auslandsreiseziel der Deutschen, erklärte Reinhardt: Demonstrationen gegen zu viele Touristen, Diskussionen über eine Touristensteuer und die mediale Berichterstattung darüber seien nicht folgenlos geblieben. "Viele Urlauber haben das Gefühl, in Spanien nicht mehr jederzeit willkommen zu sein." Zudem spiele das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle. Reinhardt nannte den Terroranschlag vom August in Barcelona, eine erhöhte Terrorwarnung für Mallorca und die jüngsten Konflikte in Katalonien.

Von den abgefragten 30 Reiseregionen finden sich hinter Spanien im oberen Drittel noch:

  • Kanada (47 Prozent),
  • Australien (44),
  • die Beneluxländer (41)
  • und Griechenland (34).

Im Mittelfeld liegen:

  • Kroatien (33)
  • und Großbritannien (32).

In Ungarn (26), Polen (24) und den USA (23) fühlt sich nur noch jeder Vierte wohl und sicher, in Bulgarien (18) und Thailand (17) nicht mal jeder Fünfte.

Im unteren Drittel landen Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate (jeweils 14 Prozent), China (13), Russland (11), Mexiko (10) und auf dem letzten Platz die Ukraine (3). Zum Vergleich: Deutschland wird von 77 Prozent der Befragten für sicher gehalten, Österreich von 71 und die Schweiz von 69 Prozent. Skandinavien folgt mit 53 Prozent, Italien mit 52. Nach dem Reiseland Frankreich wurde nicht gefragt.

Reiselust der Deutschen dennoch ungebrochen

Reinhardt wies darauf hin, dass die Einschätzung, ob man sich in einem Land wohl und sicher fühle, sehr stark von der Bildung abhänge. Von den Befragten mit höherer Bildung gaben etwa mehr als doppelt so viele an, sie hielten Großbritannien oder die USA für sichere Reiseländer. "Wer über eine formal niedrige Bildung verfügt, zeigt sich in vielen Bereichen des Lebens überdurchschnittlich ängstlich", sagte Reinhardt. Erklärt werden könne dies mit einer oftmals einseitigen Informationsaufnahme und einer hohen Empfänglichkeit für Schreckensbotschaften.

Die Reiselust der Deutschen bleibt trotz allen Sorgen ungebremst. Wie die Konsumforscher von der GfK ebenfalls ermittelten, dürfen Reisebüros und Veranstalter im kommenden Jahr auf gute Geschäfte hoffen: Die Umsätze von Frühbuchern für das wichtige Sommergeschäft lagen Ende Oktober bereits sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Die Wintersaison weist zusammengerechnet ein Plus von zwei Prozent auf. "Wir leben in bewegten Zeiten, doch der Wunsch nach Urlaub ist bei den Deutschen ungebrochen hoch", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV).


Methode: Das GfK-Marktforschungsinstitut befragte zwischen dem 17. November und dem 8. Dezember 2017 Bundesbürger ab 14 Jahren. Die Frage lautete: In welchen der folgenden Länder oder Regionen fühlen Sie sich wohl und sicher? Deutschland, Österreich, Schweiz, Skandinavien, Italien, Spanien, Kanada, Australien, Benelux, Griechenland, Kroatien, Vereinigtes Königreich, Indischer Ozean, Karibik, Ungarn, Polen, USA, Bulgarien, Thailand, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate, China, Russland, Südamerika, Mexiko, Indien, Tunesien, Türkei, Ägypten, Ukraine.

oka/dpa



insgesamt 90 Beiträge
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bronck 18.12.2017
1. Bizarres Ergebnis
In keinem Urlaub fühlte ich mich so sicher wie im beschaulichen Kanada. Ob die Leute überhaupt schon mal in den Ländern waren die sie bewertet haben?
chiemseecorsar 18.12.2017
2. ich sag nur ...
... auf nach SACHSEN, sicherer kann man nicht Urlaub machen, bei so schönen Panzerwagen-Spielzeugen der Polizei, da macht sich Terri in die Hosen ... OneWorld.NoBorder.
Ranus 18.12.2017
3. Nach dem Reiseland
Frankreich wurde nicht gefragt?!? Ach ja, ist ja auch so ganz weit weg von uns. Hatte ich fast vergessen. Bin wohl der Einzige, der da immer Urlaub macht.
Radlermass 18.12.2017
4. fast 100 Tote pro Tag(!!) in den USA
durch Schusswaffen, das mag den ein oder anderen schon verunsichern....
noellechanhin 18.12.2017
5. Die ganze Welt könnte gefährlich sein.
Angst vor Terrorismus. Ich frage mich , ob die Menschen logisch sind. Durch Rauchen sind die Menschen so gefährdet. Da fragt sich niemand. Oder Autounfall durch Trinkerei.
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