Eingeschneite Hotels, geschlossene Skigebiete Diese Rechte haben Winterurlauber im Schneechaos

Kann ich den Winterurlaub jetzt stornieren? Bekomme ich das Geld für den Skipass zurück? Wenn das Schneechaos die geplante Reise vermasselt, gelten diese Regeln.

Gesperrte Straße im Raum Schladming
DPA/ APA

Gesperrte Straße im Raum Schladming


Schnee ist das, was man möchte, wenn man Winterurlaub bucht. Aber die aktuellen Schneemassen in Teilen Süddeutschlands und Österreichs machen aus den ersehnten Ferien mit Ski und Snowboard schnell einen Flop. In den Alpen sind bereits zahlreiche Lifte und Pisten gesperrt worden. "Es sind so große Mengen Neuschnees gefallen, dass sogar auf Bergen, die normalerweise als sicher gelten, Lawinengefahr herrschen kann", sagte Christoph Hummel, Sicherheitsexperte beim Deutschen Alpenverein.

Lesen Sie hier Antworten auf die wichtigsten Reiserecht-Fragen.

Was ist, wenn ich meine Unterkunft nicht erreichen oder verlassen kann?

Urlauber sind in der Regel auf die Kulanz des Hoteliers oder Vermieters angewiesen, wenn sie infolge heftiger Schneefälle nicht in ihre Unterkunft kommen - oder wenn sie dort eingeschneit sind. Für Österreich gelten aber Sonderregeln:

  • Bei den etwa 1400 Mitgliedern der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) gilt: Ist die Anreise an den Urlaubsort oder in das gebuchte Hotel unmöglich, dürfen keine Stornokosten berechnet werden. Es reiche aber nicht, so die ÖHV, dass Urlauber zum Beispiel eine gesperrte Straße umfahren müssen oder die Anreise wegen Schneefalls lediglich mühsam sei. Auch wenn die Anreise innerhalb von drei Tagen wieder möglich ist, entfällt die kostenlose Stornierungsregel.
  • Ist ein Gast umgekehrt an der Abreise gehindert, müsse er die Mehrkosten für die Verlängerung des Aufenthaltes selbst tragen. Hat der Hotelier andere Vereinbarungen mit dem Gast getroffen, gelten diese.
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Wie sind die Stornoregeln bei einer Pauschalreise?

  • Wurde der Skiurlaub samt Anreise bei einem Veranstalter gebucht, kann der Reisende vor Abreise den Vertrag wegen höherer Gewalt kündigen, sofern der Wintersportort komplett unerreichbar ist. Er bekommt dann das Geld für die Reise zurück.
  • Anders verhält es sich, wenn nur die Skigebiete geschlossen sind, wenn man also den Ort erreicht, aber Lifte und Pisten nicht geöffnet sind. Der Veranstalter kann für das Wetter nicht garantieren, Pauschalurlauber haben keinen Anspruch auf Minderung des Reisepreises und Schadenersatz.

Werden die Kosten für den Skipass erstattet?

Nein. Muss ein Skigebiet wegen Extremwetter schließen, bleiben Urlauber auf den Kosten für den Skipass sitzen. Skigebiete und Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter in der Regel in ihren Geschäftsbedingungen aus.

Ski amadé in Österreich erklärt: "Witterungsbedingte oder aus anderen technischen Gründen erforderliche Betriebseinstellungen von Anlagen, Pisten oder ganzen Skigebieten, Lawinengefahr, vorzeitige Abreise oder Unterbrechung begründen keinen Anspruch auf Entgelterstattung oder Gültigkeitsverlängerung." Auch im Gebiet Ski Arlberg gibt es nach eigenen Angaben keine Ermäßigungen und Rückerstattung von Kosten bei zu viel Schneefall für den Betrieb der Lifte.

jus/dpa

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