Reiserekord: Bus und Bahn gefragter denn je

Benzin ist teurer, Parkplätze sind rar: Immer mehr Menschen verzichten aufs Auto und steigen auf Bus und Bahn um. 2012 nutzten so viele Deutsche wie noch nie den öffentlichen Nahverkehr. Auf der Fernstrecke war der Anstieg sogar noch größer.

Reisende am Leipziger Hauptbahnhof: Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr steigt Zur Großansicht
dpa

Reisende am Leipziger Hauptbahnhof: Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr steigt

Wiesbaden - Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes sind die Menschen in Deutschland noch nie so häufig Bus und Bahn gefahren. Erstmals beförderten Linienbusse und Bahnen im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Fahrgäste. Das war ein Anstieg um 0,7 Prozent im Vergleich zu 2011.

Rein rechnerisch bedeuten die Zahlen rund 30 Millionen Fahrgäste täglich, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Für die Statistik werden sogenannte Beförderungsfälle erhoben - Menschen, die mehrmals fahren, werden auch mehrmals gezählt.

Seit 2004 zeigt der Trend nach oben. Die Statistik selbst gibt dafür keine Gründe an. Umweltbewusstsein stehe nicht im Vordergrund, schon eher die gestiegenen Benzinpreise, meint Heidi Tischmann vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Vorher kommt immer der Geldbeutel." Experten nennen zudem die Lage am Arbeitsmarkt als Grund für die vermehrte Bus- und Bahnnutzung. Die Beschäftigung steigt, dadurch fahren mehr Menschen täglich zur Arbeit, so die Argumentation. In den Ballungsgebieten herrscht Staugefahr, Parkplätze sind rar und teuer.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) macht etwa 99 Prozent des Linienverkehrs aus. Dort stieg die Zahl der Fahrten um 0,6 Prozent auf rund 10,9 Milliarden, seit 2004 ein Plus von 9,3 Prozent. Rund ein Drittel der Fahrten im ÖPNV werde von Schülern, Studenten und Auszubildenden unternommen, erläuterte das Bundesamt. Knapp 21 Kilometer im Schnitt sind Bahnfahrer im Schienennahverkehr unterwegs, mit Linienbussen sind es 6,7 Kilometer.

Auch im Fernverkehr stieg 2012 die Zahl der Fahrgäste - um 4,9 Prozent auf 134 Millionen. Davon fuhren rund 131 Millionen Reisende mit der Eisenbahn und gut zwei Millionen mit Omnibussen. Diese Zahl dürfte sich in diesem Jahr drastisch erhöhen, denn seit Jahresbeginn ist der Linienbus-Fernverkehr in Deutschland freigegeben. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts IGES in Berlin gab es Mitte März 40 Anbieter im Fernbusmarkt, die 65 Strecken im Programm haben. Auch der Discounter Aldi will demnächst Fernbustickets verkaufen.

jus/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Aktuell
RSS
alles zum Thema Tourismusbranche
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback