Rekord auf Rügen: Tausende bauen längste Sandburg der Welt

90 Zentimeter hoch und 27,5 Kilometer lang: Mit diesen ungewöhnlichen Maßen hat es eine Sandburg auf Rügen ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Tausende Freiwillige halfen bei dem Rekordprojekt mit - die Jury überzeugte sich per Hubschrauber vom Gelingen.

Rügen: Schippen für den Rekord Fotos
REUTERS

Glowe - Sie schippten Sand, sie trugen Wassereimer, sie formten Kunstwerke: Mehr als 10.000 Einheimische und Besucher haben innerhalb weniger Stunden im Norden Rügens eine 27,5 Kilometer lange Sandburg errichtetet. Mit dem Riesenprojekt erhält die Insel nun einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Die Rügener Burg knackte einen 20 Jahre alten Bestwert: Seit dem Jahr 1991 hatte eine 26,38 Kilometer lange Sandburg am Strand Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina den Rekord gehalten.

"Die Menschen feiern, sind überglücklich und jetzt geht die Party los", sagte Constanze Patrunky von der Tourismuszentrale Rügen unmittelbar nach Bekanntgabe des Weltrekords am Sonntag. Zuvor hatte die Mitglieder der Jury von einem Hubschrauber aus den 90 Zentimeter hohen Sandwall kritisch begutachtet.

An dem Weltrekord hatten sich Tausende Freiwillige, darunter Einwohner, Urlauber, Feuerwehren, Vereine und Belegschaften regionaler Firmen beteiligt. Auch die Hauptakteure des für den Abend geplanten Feierprogramms, die beiden Musiker Thomas Anders und Uwe Fahrenkrog-Petersen, schippten kiloweise Sand.

Schon seit einigen Tagen hatten Sandkünstler aus sieben Ländern riesige Burgen aus einem eigens an den Strand transportieren Spezialsand gebaut. Der Naturschutzbund Nabu kritisierte die Aktion. "Das ist ein Eingriff in die Natur und stellt eine Verfremdung des Strandes dar", sagte Rügens Nabu-Vorsitzende Marlies Preller vor dem Rekordversuch. Mit dem Fremdsand könnten Substrate an den Strand gelangen, die Einfluss auf den natürlichen Bewuchs haben. "Rügen hat so viel schöne Natur, da muss man nicht mit einer Sandburg werben."

Bedenken, dass sich andernorts Nachahmer finden, hatte Rügens Landrätin Kerstin Kassner (Linke) am Sonntag nicht. "Der olympische Gedanke zählt auch hier. Sollte jemand kommen, der den Rekord überbietet, dann überlegen wir eben, ob wir nachlegen", sagte Kassner.

ulz/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Limes
harald_töpfer 12.06.2011
Schaut eher wie der Limes aus.
2. .
Oberleerer 13.06.2011
Naja. Sand zum Naturstrand zu bringen ist schon so eine Sache. Hoffentlich war es nicht übermäßig viel. Das war mal ein schöner FKK-Strand dort. Leider ändern sich die Zeiten. Was aber bleibt sind die stinkenden Algen nach jedem Sturm, die wochenlang verrotten. Können die ihre Energie nicht mal darauf verwenden, die zu entfernen? Daraus läßt sich bestimmt auch was Sinnvolles machen.
3. Rekord auf Rügen im Lohndumping
hanstreffer 13.06.2011
Auf Rügen werden meistens Bruttolöhne von ca. 6,50 Euro bezahlt in den meisten Dienstleistungen (Gastronomie, Hotellerie). Das schreckt mich ab. Und diese PR Kampagnen im Wahlkreis von Frau Merkel und haben offenbar noch Folgen für die Natur. Das schreckt mich noch mehr ab.
4. "Es gibt kein Sand auf Rügeehn, drum bleib ich hier..." lalala
langenscheidt 13.06.2011
Zitat von hanstrefferUnd diese PR Kampagnen im Wahlkreis von Frau Merkel und haben offenbar noch Folgen für die Natur. Das schreckt mich noch mehr ab.
Frau Merkels Wahlkreis war und ist Nordvorpommern. Rügen ist (noch) ein eigener Landkreis. Pech gehabt mit dem Propagandawitz, @hanstreffer.
5. völolig unnütz und hat keinen was gebracht
schnieblie 13.06.2011
die burgen wurden schon tage vorher gebaut, in der nacht zum sonntag sind pflüge am strand gefahren und haben die gräben ausgehoben, damit die burgen verbunden waren. und dann halten die es noch nicht mal für nötig, den strand danach wieder zu planieren *grrrr völliger blödsinn
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