Rekord in 70 Tagen Norwegerin durchquert als Erste auf Skiern die Antarktis

Sie verlor 15 Kilo, verbrachte 70 Tage im Eis: Die Norwegerin Cecilie Skog hat mit einem Begleiter zusammen als Erste auf Skiern ohne Hilfssegel die Antarktis durchquert. Die 1800 Kilometer schafften die beiden nur mit Muskelkraft - und mit Hilfe hochmoderner Technik.

Abenteurerin Cecilie Skog: 1800 Kilometer durchs Eis der Antarktis
DPA/ NORTH WINDS

Abenteurerin Cecilie Skog: 1800 Kilometer durchs Eis der Antarktis


Oslo - Zum Nordpol, zum Südpol, bei minus 50 Grad im Polarmeer, auf alle Supergipfel der Welt. Und jetzt 1800 Kilometer auf Skiern durch die Eiswüste der Antarktis: Die norwegische Extrem-Abenteurerin Cecilie Skog, 35, hat mit ihrem 36-jährigen Begleiter Ryan Waters aus den USA nach 70 Tagen das Ziel an der Rossbarriere erreicht. Beide schafften als Erste die Durchquerung der Antarktis beiderseits des Südpols ohne Segel oder andere Hilfsmittel ausschließlich dank eigener Muskelkraft.

Nach der Ankunft schrieb die kleine, um 15 auf 45 Kilo abgemagerte Skandinavierin in ihrem Blog: "Nun ist alles vorbei. Auch wenn es physisch ziemlich hart war, bleibt doch vor allem das tolle Naturerlebnis hängen." Die Finger seien ein bisschen taub, aber sonst eigentlich alles okay, berichtete Skog der Nachrichtenagentur NTB im heimischen Oslo.

Unterwegs, am 9. Januar, hatte sie den Geburtstag ihres vor knapp anderthalb Jahren gestorbenen Ehemannes Rolf Bae begangen. Auch der war ein besessener Extrem-Abenteurer. Mit ihm zusammen erreichte Skog 2006 den Nordpol. Zwei Jahre später kletterten beide auf den gefürchteten K2 im Himalaja, Bae starb bei einem Sturz kurz nach Erreichen des Gipfels, zehn weitere Bergsteiger kamen ums Leben. Skog schaffte mit wenigen anderen den Abstieg - und will seitdem nicht über die Katastrophe sprechen, die zu heftiger Kritik an Rekordsucht und deren kommerzieller Ausbeutung führte.

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Cecilie Skog: Sprung ins Polarmeer
Erste Frau auf den "Seven Summits"

Zu ihren immer wieder herausgehobenen Rekorden gehört, dass sie als bisher einzige Frau die höchsten Gipfel auf allen Kontinenten ("Seven Summits") bezwungen hat. Aus der Antarktis schrieb die ausgebildete Krankenschwester in ihrem Blog: "Auch wenn Rolf nicht hier ist, ist er doch bei mir, immer. Da hört er sicher auch, was ich von Bob Dylan für ihn summe. Das bisschen, was ich kann." Am Vortag notierte sie, dass man bei "minus 45 Grad mit stürmischem Wind wohl doch mal ein Wort über das Wetter verlieren muss".

Skog und ihr Partner waren ausgerüstet mit hochmoderner Navigationstechnik sowie gestochen scharfen Satellitenfotos. Die beiden wurden am Ziel von einem Flugzeug aus der Eiswüste abgeholt. Im Blog zollte die Norwegerin einem legendären Landsmann Respekt, der 1911 als erster Mensch überhaupt den Südpol erreicht hatte: "Einfach unfassbar und beeindruckend, wie Roald Amundsen mit Hunden und Schlitten in dieser überwältigenden Landschaft vorwärtsgekommen ist. Es war ja total unbekanntes Terrain für ihn und seine Leute."

Im Jahr 1989 waren Reinhold Messner und Arved Fuchs die ersten Menschen gewesen, die auf Skiern die Antarktis durchqueren konnten. Anders als Skog und Waters verwendeten sie dabei jedoch Segel als Fortbewegungshilfe.

Thomas Borchert, dpa



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