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Öffentlicher Nahverkehr öfter genutzt: "Autos sind in der Stadt nicht mehr nötig"

In Deutschland nutzen so viele Menschen wie nie zuvor öffentliche Verkehrsmittel. 2013 waren es laut Statistischem Bundesamt mehr als elf Milliarden. Grund für die Beliebtheit könnten laut Pro Bahn überfüllte Innenstädte sein sowie hohe Kosten fürs Autofahren.

Freie Fahrt dank Bus? Busse und Bahnen sind so beliebt wie nie Zur Großansicht
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Freie Fahrt dank Bus? Busse und Bahnen sind so beliebt wie nie

Wiesbaden - Staus, Stop-and-Go und immer wieder Ärger bei der Parkplatzsuche: Autofahren in der Stadt ist alles andere als Vergnügen. Kein Wunder, dass besonders in Ballungszentren die Bedeutung öffentlicher Verkehrsmittel zuzunehmen scheint, wie vorläufige Zahlen nahelegen, die das Statistische Bundesamt jetzt vorgestellt hat.

Mehr als 11,12 Milliarden Fahrgäste sind demnach im vergangenen Jahr mit Bus und Bahn gefahren - das sind 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem die Liberalisierung des Fernverkehrs mit Bussen hat für Wachstum gesorgt: Die in der Statistik berücksichtigten Unternehmen steigerten ihr Fahrgastaufkommen um fast ein Fünftel auf 3,0 Millionen Reisende.

Im öffentlichen Nahverkehr wurden nahezu 11 Milliarden Fahrten mit Bus und Bahn gezählt, auch das waren 0,8 Prozent mehr als 2012. Bei Eisenbahnen und S-Bahnen war dabei das Plus mit 1,2 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Fahrten am höchsten. Fast 5,4 Milliarden Mal wurden Busse genutzt. Dazu kommen noch Straßen- und U-Bahnen.

Leichte Rückgänge gab es im Fernverkehr: Die Zahl der Zugreisenden ging um 0,5 Prozent auf 131 Millionen zurück. Als wesentlichen Grund dafür nennen die Statistiker das Hochwasser im Juni, das zu erheblichen Behinderungen führte. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin nach Hannover etwa konnte erst nach fast fünf Monaten wieder befahren werden.

Im Luftverkehr verhält es sich etwas anders: Während die Zahl der Passagiere auf deutschen Flughäfen innerhalb eines Jahres um 1,1 Prozent auf rund 181 Millionen zulegte und die Auslandsflüge um 1,8 Prozent auf 159 Millionen stiegen, gingen die Inlandsflüge zurück. Die Zahl der Passagiere sank um 3,8 Prozent auf 23 Millionen Fluggäste.

VCD: Stellenwert des Autos in der Stadt nimmt ab

Nach Ansicht des stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbands Pro Bahn, Gerd Aschoff, erklärt sich der Zuwachs bei Bus und Bahn im Nahverkehr durch die "überfüllten Innenstädte", hohe Kosten für das Autofahren sowie ein verbessertes Angebot. Den Fernverkehr strafen die Passagiere laut Aschoff vor allem wegen mangelnder Pünktlichkeit und Zugausfällen ab.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht beim Nahverkehr ein "zweigeteiltes Bild": Im ländlichen Raum gehe das Angebot seit Jahren zurück, in den Ballungsgebieten sei es dagegen gut, sagt VCD-Projektmanager Gregor Kolbe. Der Stellenwert des Autos gehe gerade in Städten zurück, viele stiegen auf das Fahrrad um oder nutzten die Verbindungen von Öffentlichem Nahverkehr und Carsharing. "Autos sind in der Stadt nicht mehr nötig."

Die Spritpreise spielen nach Kolbes Auffassung eine untergeordnete Rolle, weil die Menschen auf dem Land häufig auf das Auto angewiesen seien.

emt/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Kraftfahrzeug?
kahabe 05.02.2014
Wenn's mal ein alltagstaugliches mit mehr als 500 PS gibt. Unter dem tue ich es als durchaus Fremdbewegter schon lange nicht mehr. Als Stadtbewohner auch auf dem Land.
2. Wie
karlemann1, 05.02.2014
Zitat von sysopDPAIn Deutschland nutzen so viele Menschen wie nie zuvor öffentliche Verkehrsmittel. 2013 waren es laut Statistischem Bundesamt mehr als elf Milliarden. Grund für die Beliebtheit könnten laut Pro Bahn überfüllte Innenstädte sein sowie hohe Kosten fürs Autofahren. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/rekord-oeffentliche-verkehrsmittel-sind-so-beliebt-wie-nie-a-951669.html
bringe ich ohne Auto meinen Wocheneinkauf nach Hause?
3.
zabbel 05.02.2014
Zitat von karlemann1bringe ich ohne Auto meinen Wocheneinkauf nach Hause?
Taxi, wenn man das Auto nur für den Wocheneinkauf nutzt ist es sinnvoller ne Droschke zu nehmen.
4.
Olaf 05.02.2014
Zitat von sysopDPAIn Deutschland nutzen so viele Menschen wie nie zuvor öffentliche Verkehrsmittel. 2013 waren es laut Statistischem Bundesamt mehr als elf Milliarden. Grund für die Beliebtheit könnten laut Pro Bahn überfüllte Innenstädte sein sowie hohe Kosten fürs Autofahren. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/rekord-oeffentliche-verkehrsmittel-sind-so-beliebt-wie-nie-a-951669.html
Sehr gut. Dann kann man ja jetzt die Subventionen für den ÖPNV in den Städten streichen. Straßenunterhalt muss dann natürlich auch über die Ticketpreise finanziert werden, wenn da nur noch Busse in der Stadt fahren.
5. Schlechte Neuigkeiten
hruprecht 05.02.2014
Das die Nutzerzahlen des ÖPNV steigen ist schlecht. Die kriminellen Wucherpreise des ÖPNV müßten die Leute boykottieren und zu sinkenden Nutzerzahlen führen. Solange die Leute BUS/Bahn fahren, erhöhen die Unternehmen die Preise ins Unermeßliche. Eine Fahrt im Ruhrgebiet in die Nachbarstadt (die bekanntermaßen unmittelbar angrenzend ist) kostet unverschämte 5,30 Euro. Das sind mehr als 10 DM pro Strecke. Hin und zurück für 20 DM ist kriminell und nicht mehr angemessen.
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