Rhein: Ausflugsschiff wegen Norovirus-Verdachts unter Quarantäne

Auf einem Rhein-Kreuzfahrtschiff tobt eine Magen-Darm-Infektion. Unter Verdacht: das gefährliche Norovirus. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr darf eine britische Reisegruppe nicht an Land. 37 Menschen der 110 Passagiere und Besatzungsmitglieder sind erkrankt.

Boppard/Simmern - Wegen des Verdachts auf Norovirus liegt ein Ausflugsschiff mit Senioren an Bord auf dem Rhein bei Boppard fest. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurde die englische Reisegruppe unter Quarantäne gestellt. Am Dienstagmorgen hieß es, es seien 42 Menschen der 110 Passagiere und Besatzungsmitglieder erkrankt - später korrigierte der Landkreis die Zahl auf 37.

Auch der Rest der Reisegruppe darf das Schiff wegen der hohen Ansteckungsgefahr der Magen-Darm-Infektion nicht verlassen. Der Kapitän des Schiffes hatte am Montag einen Notruf an die Rettungsleitstelle in Bad Kreuznach gesendet. Das Schiff "Lady Anne" habe vorwiegend ältere britische Touristen an Bord, teilte der Rhein-Hunsrück-Kreis am Dienstag in Simmern mit.

Das holländische Boot war in Rüdesheim zu einer Rhein-Fahrt Richtung Bonn aufgebrochen, als einige der älteren Gäste über Übelkeit und Durchfall klagten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgt die Senioren an Bord. Das Gesundheitsamt schickte Proben zur Untersuchung nach Heidelberg. Nach Angaben der Polizei darf das Schiff seine Fahrt voraussichtlich erst am Donnerstag fortsetzen.

16 Patienten seien vor allem wegen großer Flüssigkeitsverluste in Krankenhäuser gebracht worden, wo sie Infusionen bekommen. Der Gesundheitsdezernent des Rhein-Hunsrück-Kreises, Christian Keimer, sagte, die restlichen Erkrankten - darunter der Koch - würden auf dem Schiff behandelt. Die Infektionsquelle sei noch nicht bekannt. Solange das Schiff unter Quarantäne steht, dürfen keine Menschen ohne Erlaubnis von Bord. Umgekehrt wird auch der Zutritt zum Schiff kontrolliert, das so weit wie möglich desinfiziert wird.

Noroviren werden durch direkten Kontakt mit den Erkrankten übertragen. Möglich sind aber auch sogenannte Schmierinfektionen über Waschbecken, Türgriffe oder Toiletten. Sorgfältiges Händewaschen kann das Ansteckungsrisiko senken.

Das weltweit verbreitete, sehr infektiöse Norovirus verursacht nach einer Inkubationszeit von etwa zehn Stunden bis zu zwei Tagen eine Gastroenteritis (Magen-Darm-Infektion) zunächst mit Erbrechen, dann mit leichtem Fieber, sowie Bauch-, Glieder- und Kopfschmerzen. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und Senioren, die älter als 70 Jahre sind.

peg/dpa/ddp

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