Von der Schweiz zur Nordsee: Extremsportler will Rhein durchschwimmen

Mehr als 1200 Kilometer lang ist die Route: Der Extremschwimmer Ernst Bromeis ist zu einer Tour über den Rhein gestartet, die von der Quelle bis zur Mündung führt. Täglich will er auf dem Wasser etwa 50 Kilometer zurücklegen.

Schweizer Extremsportler: Schwimm-Marathon auf dem Rhein Fotos
DPA

Basel - Der Schweizer Extremsportler Ernst Bromeis ist am Mittwoch zu dem bislang einmaligen Rekordversuch aufgebrochen, den Rhein auf seiner gesamten Länge zu durchschwimmen. Einen Monat lang will der 44-Jährige im Tagesdurchschnitt etwa 50 Kilometer im Wasser zurücklegen und so am 31. Mai die Rheinmündung bei Rotterdam erreichen.

Der Startschuss fiel nach einer Tour auf Skiern zum Tomasee im Alpenkanton Graubünden. Der See - mehr als 2300 Meter über dem Meeresspiegel - gilt als Quelle des Vorderrheins. Da er noch zugefroren ist, musste für den symbolischen Start erst ein Loch in die Eisfläche gehackt werden. Die eigentliche Schwimmtour beginnt am Donnerstag mit der zweiten Etappe auf der Höhe von Disentis/Mustér.

Insgesamt 1233 Kilometer liegen vor Bromeis - vorbei an Naturschönheiten wie dem Loreley-Felsen, aber auch an Häfen wie in Düsseldorf und Industrie wie den Chemiebetrieben von Basel. "Egal, wie der Rhein beschaffen ist, ich werde einen Monat lang tagtäglich in diesem großartigen Fluss leben", sagte der Schwimmer. Abends will er in seinem Internet-Blog von Erlebnissen in dem Strom berichten.

"Wasser ist verletzlich"

Seit 2008 gilt der gebürtige Graubündener Bromeis als "Wasserbotschafter der Schweiz". Damals durchquerte er innerhalb eines Monats mehr als 200 Seen in seinem Heimatkanton. Die Extremsportaktion nannte er "Graubünden - das Blaue Wunder". 2010 durchschwamm er in 30 Tagen die jeweils größten Seen aller 26 Schweizer Kantone. Nach diesem "Blauen Wunder Schweiz" kommt nun "Das Blaue Wunder Rhein".

"Wasser ist verletzlich, ja zerstörbar, und doch unverzichtbarer Quell unseres Lebens", sagt der Naturliebhaber zu seiner Motivation. "Wir müssen es schützen, darauf will ich aufmerksam machen." Dafür habe er genauso hart und ausdauernd trainiert "wie ein Radprofi für die Tour de France", berichtet Bromeis. Er weiß, dass die einzelnen Schwimmetappen ihm physisch wie psychisch viel abverlangen werden.

"Aber ich weiß auch, dass ich es schaffen kann", sagt er. "Und der Rhein ist mir nun mal besonders wichtig. In seinem Einzugsgebiet leben 50 Millionen Menschen. Von der Quelle in den Alpen mit Natur pur bis zum dicht besiedelten und industrialisierten Mündungsgebiet - das ist schon ein Spannungsfeld, da ist Dramatik drin."

Zu den deutschen Etappenzielen der insgesamt 1233 Kilometer langen Tour gehören unter anderem Bad Säckingen, Breisach, Maximiliansau bei Karlsruhe, Ludwigshafen, Köln und Düsseldorf.

sto/dpa

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