Reparatur der Rheintalbahnstrecke Erste Betonplatte über Unfalltunnel gegossen

Am 7. Oktober sollen die Züge wieder rollen: Die Bahn hält am Wiedereröffnungstermin für die gesperrte Rheintalstrecke fest. Jetzt gehen die Bauarbeiten in eine entscheidende Phase.

Bauarbeiter gießen bei Niederbühl (Baden-Württemberg) eine Betonplatte zur Stabilisierung des Tunnels an der Rheintalstrecke.
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Bauarbeiter gießen bei Niederbühl (Baden-Württemberg) eine Betonplatte zur Stabilisierung des Tunnels an der Rheintalstrecke.


Nach der Stabilisierung des Unfalltunnels gehen die Reparaturarbeiten an der Rheintalstrecke einen wichtigen Schritt voran: Über dem beschädigten Tunnelabschnitt bei Rastatt hat die Bahn damit begonnen, eine erste Betonplatte zu gießen. Seit fast einem Monat ist die Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden für den Zugverkehr gesperrt. Grund hierfür war eine Panne beim Tunnelbau. Wasser und Erde waren eingedrungen, daraufhin sackten die Schienen ab.

Insgesamt würden 1100 Kubikmeter Beton in den rund 100 Meter langen und 10 bis 11 Meter breiten Abschnitt eingearbeitet, sagte Projektabschnittsleiter Frank Roser. Die Platten sollen den Tunnel stabilisieren. Sie dienen auch als Grundlage für die neuen Gleise.

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Rheintalbahn: Die ersten Züge fahren wieder

Im Normalbetrieb verkehren auf der Rheintalstrecke bis zu 200 Güterzüge täglich. Zudem wird die Nord-Süd-Trasse stark vom Fern- und Nahverkehr genutzt. Seit dem 12. August ist sie gesperrt. Der beschädigte Teil wurde bereits mit 10.500 Kubikmetern Beton ausgefüllt. Parallel zu den Arbeiten auf der Ostseite laufen oberhalb der Weströhre Vorarbeiten für weitere Betonplatten, hieß es. "Wir halten am 7. Oktober fest, ab 0.01 Uhr sollen die Züge wieder rollen", sagte Roser.

Die wochenlange Sperrung sorgt für Ärger bei Reisenden, Pendlern und Unternehmen. "Der Wirtschaft, insbesondere den Transportunternehmen, entstehen Schäden in Milliardenhöhe", sagte Siegfried Wendland, der stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses Schienengüterverkehr beim Verband Speditionen und Logistik Nordrhein-Westfalen.

Neben Umsatzausfällen aufgrund der Verspätungen komme es zu erheblichen Mehrkosten. Rund 50 Prozent des Warenaustausches zwischen Nordeuropa und Italien erfolgen laut des Verbands über die Achse.

Viele Firmen versuchen ihre Transporte auf das Wasser oder die Straße zu verlagern - was zu neuen Problemen führt: In Weil am Rhein (Kreis Lörrach) kommt es nach Polizeiangaben deshalb seit mehreren Tagen zu langen Staus. Am Donnerstag standen die Lastwagen auf der Autobahn 5 zeitweise auf fünf Kilometern Länge.

bbr/dpa

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