Risiko Tauchlehrer Tod in 35 Meter Tiefe

Von Linus Geschke

2. Teil: Die sechs wichtigsten Tipps, die Ihnen das Auffinden einer guten Tauchbasis erleichtern


Tipp 1: Absolvieren Sie ihre Tauchausbildung bei einem der großen Verbände wie Barakuda, PADI, SSI oder dem VDST, die der RSTC (Recreational Scuba Training Council) oder der CMAS (Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques) angeschlossen sind. Nur so haben Sie die Gewähr, anschließend auch ein weltweit anerkanntes Tauchbrevet zu bekommen.

Tipp 2: Ausbildung sollte in Gruppen stattfinden, die das Verhältnis vier Schüler auf einen Tauchlehrer nicht übersteigen. In größeren Gruppen ist eine individuelle Betreuung kaum noch möglich.

Tipp 3: Studieren Sie die Ausbildungsunterlagen des Verbandes gründlich. Hier sind nicht nur die für den Schüler geltenden Richtlinien enthalten, sondern auch, wozu der Tauchlehrer verpflichtet ist. Weicht er von den Inhalten ab oder lässt einzelne Übungen gar aus, sprechen Sie ihn darauf an und melden Sie sein Fehlverhalten gegebenenfalls auch dem jeweiligen Verband.

Tipp 4: Schauen Sie sich vor Buchung des Kurses die Tauchbasis genau an: Ist der Kompressorraum sauber und gepflegt, hat die Basis gar ein Zertifikat mit einer Atemluftanalyse? Wirkt das Leihequipment neuwertig, oder sieht es schon arg ramponiert aus? Basen, die eine qualifizierte, gewissenhafte Ausbildung betreiben, schlampen auch meist nicht bei der Pflege ihrer Ausrüstung.

Tipp 5: Direkt im Anschluss an den ersten Kurs macht maximal noch der Erwerb eines Nitrox-Schein (Tauchen mit sauerstoffangereicherter Luft) Sinn. Bevor Sie an weiterführende Ausbildungen denken, sammeln Sie erst ein wenig Praxiserfahrung. Sollte der Tauchlehrer Sie dennoch von Kursus zu Kursus drängen, wechseln Sie notfalls die Tauchschule.

Tipp 6: Schauen Sie nicht auf jeden Euro: Qualifizierte Ausbildung in kleinen Gruppen, in denen ein erfahrener Tauchlehrer auch individuell auf die Probleme der einzelnen Schüler eingeht, ist selten zum Dumpingpreis zu haben. Ein guter OWD- oder Ein-Stern-Kurs liegt in der Regel zwischen 300 und 400 Euro.



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don_tango 04.12.2009
1. Tauchen
Mir ist in Hemmoor in etwa gleicher Tiefe (ca. 40m) wie dem zu Tode gekommenen, ähnliches passiert. Mein Mundstück vereiste und blies ab. Die Flasche leerte sich ziemlich zügig. Mein Tauchpartner mit Tauchausbildung bei der Bundeswehr, beruhigte mich und geleitete mich nach oben, immer darauf bedacht nicht zu schnell aufzusteigen und das die Luft noch reicht bis oben. Wäre ein weiterer unerfahrener Taucher wie ich da unten gewesen, wer weiß wie es ausgegangen wäre. Mittlerweile habe ich mir andere Hobbies gesucht, ganz so ungefährlich wie dargestellt ist das Hobby nämlich nicht. Auch wenn man sich an die Regeln hält, gehört in brenzligen Situationen auch Glück dazu.
ElOmda 04.12.2009
2. Sicherheitsstandards der Verbände
Nicht manchmal: Fast immer muss es heißen! Egal welcher Verband : Die Sicherheitsstandards sind bei allen Verbänden etwa gleich. Was zählt ist die Ernsthaftigkeit und Leistungsfähigkeit, das Verantwortungsbewusstsein der Tauchlehrer. Leider wird auch in diesem Artikel die Zahl der Tauchgänge als Kriterium für einen guten oder schlechten Tauchlehrer als Argument genutzt. Tauchlehrer besteht aus 2 Worten: tauchen und lehren. Ein guter Taucher ist noch lange kein guter Lehrer. denn den meisten TL fehlt es an Lebenserfahrung, Lehrbefähigung, Lehrgängen in Menschenführung, richtigem Einsatz der Medien, guten Kenntnissen in Psychologie des Lernens und langsamen und begleitetem hineinwachsen in die Tauch"industrie". SSI ist besser? In meinem Bekanntenkreis hat in diesem Sommer in Deutschl. den Open Water SSI erhalten. Obwohl er noch nicht mal im Stande war seine Maske abzusetzen, geschweige denn ohne sie sich unter Wasser zu bewegen. Notaufstieg geübt oder Wechselatmung in Bewegung - nein. Derzeit macht er freiwillig einen zweiten Tauchkurs bei mir! Eure Empfehlung direkt im Anschluss an einen Grundtauchschein einen Nitrox Schein zu erwerben ist so ziemlich das hirnrissigste was man empfehlen konnte. Auch eure "Qualitätskriterien" um als Anfänger eine gute von einer schlechten Tauchbasis / - schule unterscheiden zu können sind für die Tonne! Zählen würde für mich die Ernsthaftigkeit mit der individuell jeder Einzelne auf seine Fähigkeiten beobachtet wird und dabei, ähnlich wie bei einem guten Fitnesstrainer auch, die Möglichkeiten der Teilnahme ( hier: am Tauchen) zu ermitteln. Was nutzt mir eine absolute saubere Tauchschule wenn dann bei der Tauchgangsplanung nur das $ - Zeichen in den Augen glitzert. Nach mehr wie 20 Jahren als Tauchlehrer eines internationalen Verbandes mit genügend Erfahrungen als Basisleiter an den Traumtauchzielen der Deutschen sind selbst die Standards der Verbände, was ihre feste Struktur angeht, nicht immer das Gelbe vom Ei. Und manche Information ist einfach Blödsinn - während wichtige und neue Erkenntnisse nicht vermittelt werden. So heißt es nach wie vor, dass Kaffee und Tee entwässernd wirken - als Ausgleich fehlt es an Informationen darüber, was in meinem Körper während und nach einem Tauchgang alles so geschieht ! Viel zu wenig wird darauf verwiesen , dass die Ursache für die meisten Tauchunfälle an Land und vor dem Tauchgang liegt!! Tauchen ist nur dann sicher wenn ich vor jedem Tauchgang individuell entscheide ob mir persönlich dies möglich scheint. Dabei restriktiv vorzugehen und im Falle des kleinsten Zweifels lieber Nein statt ja zu sagen zeichnet einen verantwortungsbewussten Taucher aus. Dies Verhalten wird ihm in den Tauchkursen nicht ausreichend vermittelt. Noch immer gibt es Taucher die Non Limit Tauchen excessiv nutzen. 3 Wochen Malediven 100 Tauchgänge ist das Ziel ! Richtig wäre dagegen : 3 Wochen Urlaub Malediven und dabei Tauchen als Abwechslung. Denn nur mit wachen Sinnen, die nicht reizüberflutet sind und Tauchgängen, die Druckfrei von irgendwelchen Leistungsmerkmalen stattfinden, lässt sich verantwortungsbewusst die Schönheit der Dimension Tauchen übermitteln. Alles andere ist wie der tägliche Kampf um das goldenen Kalb Auto ! Länger - tiefer - weiter - ich habe 245 und ich 247 Haie gesehen oder solche Blödsinn gehören nicht zum tauchen. Welchem Verband ich angehöre ? ist doch egal. Was für mich zählt ist hier schon dargelegt - und das hat mit dem verband wenig zu tun!
indosolar 04.12.2009
3. kann ich nur bestaetigen
als ehm. technischer Resortmanager mit ca. 10000 Tauchgaengen kann ich vieles nur bestaetigen. Besonders Padi aehnelt trotz hervorragender Ausbildungsmaterialien eher einem Strukturvertrieb, als einer serioesen Organisation. Grundsaetzlich sind Kaltwassertauchen und, Urlaubstauchen in Ferienresorts, Dive Trips mit Boot generell nicht zu vergleichen. Das sind Unterschiede, um in Ihrer Sprache zu bleiben, wie Hubschrauber-, Segelflugzeug-, und Jetfliegen. Der soziale Auslesedruck unter Tauchlehrern aber auch Basenbesitzern tut ein Uebriges um Qualitaet und Sicherheit zu verringern. Besonders PADI wird seit Jahren unter Tauchlehrern kritisiert, aber wer von den erfahrenen Tauchlehrern angreift, riskiert seine Lizenz. Man muss schon mit der Profession abgeschlossen haben, um eine Lippe riskieren zu koennen und die Organisation als das zu bezeichnen, was sie ist, der groesste Freizeitstrukturvertrieb der Welt, der letztlich eine Leistung verkauft, die das Geld nicht wert ist, noch dazu in einer Umwelt, die PADI gar nicht gehoert. Ich entschuldige mich bei all den Tauchlehrern und Basenbesitzern, die ihre Arbeit ordentlich und mit grossem Arbeitseinsatz machen. Ich kann nur allen Tauchern sagen, die beste Basis, das beste Tauchboot sind immer die, wo der Chef oder Besitzer selber taucht!!!
Lascar 04.12.2009
4. Easy Diving
Zitat von sysopMajestätische Fischschwärme, geheimnisvolle Wracks, bunte Riffe: Immer mehr Deutsche machen eine Tauchausbildung. Sie vertrauen dabei auf die hohen Sicherheitsstandards der Verbände und auf die Erfahrung ihrer Tauchlehrer. Manchmal zu Unrecht, wie zwei tödliche Unfälle zeigen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,663912,00.html
In den 1960er-Jahren war das Tauchen noch Abenteuer; Mut, Kondition und Geschicklichkeit waren gefragt, denn es gab weder Tarierwesten noch Tauchcomputer oder Flaschen mit Doppelabgang. Heute ist Easy Diving angesagt, da kann selbst die Oma noch mitmachen. An und für sich nicht verwerflich, nur wird dabei die Eigenverantwortung des Tauchers total ausgeblendet. Nach PADI-Standard beginnt das "Tieftauchen" bei 18 Meter, ihre Tauchtabelle reicht bis 40 Meter, darunter winkt der Sensemann! Wer unter solchen Voraussetzungen das Tauchen in tropischen Gewässern "erlernt" hat und als OWD oder AOWD mit knappen 20 Tauchgängen in heimischen Seen abtaucht, ist zumindest am Anfang echt gefordert: kalt, dunkel, schlechte Sicht! Ein Tauchlehrer, der zwei solche Anfänger alleine tauchen lässt, hat bestimmt keinen soliden Hintergrund und sollte mit seinen Schülern im Pool bleiben. Allen andern wünsche ich gut Luft! Lascar
Mithril333 04.12.2009
5. Ausbildung in Deutschland machen
Ich kann nur dazu raten, den Tauchschein in deutschen Gefilden zu absolvieren, denn erstens sind die Bedingungen hier deutlich anspruchsvoller (kälteres Wasser, schlechtere Sicht) als zB. im Roten Meer und zweitens ist die Ausbildung ansich meist deutlich intensiver und genauer als in Urlaubsdestinationen. Wobei ich da auch nicht alle über einen Kamm scheren will, es gibt auch dort hervorragende Tauchschulen, die einen guten Job machen. Wie bei allem, der günstigste Preis ist hier absolut nicht zielführend, und da es um die eigene Sicherheit geht, spart man hier definitiv an der falschen Ecke. Tauchen laut Statistik weniger gefährlich als Golfen, dennoch sind wir unter Wasser nicht zuhause und geben im Fall der Fälle da unten doch ziemlich schnell den Löffel ab, deswegen geht Sicherheit vor alles.
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