Rosa reisen Indonesien führt Zugwaggons nur für Frauen ein

Männer müssen draußen bleiben: Die indonesische Staatsbahn führt für Frauen reservierte Waggons in ihren Zügen ein. Zu erkennen sind die exklusiven Abteile durch ihre rosafarbenen Sitze - und durch die streng blickenden Wächterinnen.

AFP

Jakarta - Frauen sollen in Indonesien künftig Bahnfahren können, ohne in Gefahr zu kommen, von Männern belästigt zu werden. Die staatliche Bahngesellschaft führte am Donnerstag für Frauen reservierte Waggons ein, die durch ihre rosafarbenen Sitze gekennzeichnet sind. Zuerst fahren die Wagen, die sich stets am Anfang oder am Ende des Zuges befinden, auf der Pendlerstrecke zwischen der Hauptstadt Jakarta und dem südlich gelegenen Bogor.

"Wir möchten unseren Service verbessern und die Passagierinnen schützen, damit sie sich sicherer fühlen", sagte der Bahn-Vertreter Makmur Syaheran. Die Bahngesellschaft wolle sexuelle Belästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln verhindern. Frauen dürften sich jedoch weiterhin in die anderen Waggons setzen, betonte Syaheran.

Solche exklusiven Waggons gibt es auch schon in anderen Ländern, Japan zum Beispiel hat die Frauenabteile schon 2000 auf Bestreben einer feministischen Bewegung eingeführt. In Mexiko-Stadt gibt es zudem Frauenbusse. Es werden jedoch auch kritische Stimmen laut: In Japan wird beklagt, dass die speziellen Waggons, die sich oft am Ende der Züge oder an anderen zum Umsteigen günstigen Positionen befinden, Männer diskriminierten.

In Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung wie Malaysia und Ägypten befürchten Kritiker, dass dadurch konservative islamische Wertvorstellungen unterstützt würden. So gibt es in einem malaysischen Bundesstaat bereits nach Geschlechtern getrennte Kassen in Supermärkten oder reservierte Sitzbänke in Parks.

abl/AFP



insgesamt 62 Beiträge
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denkpanzer 19.08.2010
1. Rosafarbene Sitze
Zitat von sysopMänner müssen draußen bleiben: Die indonesische Staatsbahn führt für Frauen reservierte Waggons in ihren Zügen ein. Zu erkennen sind die exklusiven Abteile durch ihre rosafarbenen Sitze - und durch die streng blickenden Wächterinnen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,712720,00.html
Rosafarbene Sitze; also wäre ich Frau, ich würde mich dadurch ziemlich diskriminiert fühlen...
hubert_hummel 19.08.2010
2. Ein Schritt in die falsche Richtung...
...aber das Steuer kann noch herumgerissen werden: Die primitive Option: Die gleiche Anzahl von Wagen ausschließlich für Männer. Die geistvolle Option: Ausweise für Männer, mit denen sie belegen können, dass sie zu korrektem Verhalten fähig sind - auch wenn sie dazu erstmal einen islamischen Knigge-Kurs erfolgreich abschließen müssen.
terion 19.08.2010
3. Ich wette....
...das in den Bahnen wesentlich weniger Damen als Herren mitfahren und die ausrede der Sexuellen Belästigung nur genutzt wird, weil die Damen sich zu fein sind, in einem überfüllten Abteil zu stehen. Siehe auch in Deutschland die Studiengänge der Informatik nur für Frauen. Da tumeln sich ein einem Raum 400 Männer in einer Vorlesung und zeitgleich nebenam bekommen zwei Studentinnen Privatunterricht von ihrem Prof. Ach ist der Feminismus nicht super.
marifu 19.08.2010
4. Zweck erfüllt !
Zitat von denkpanzerRosafarbene Sitze; also wäre ich Frau, ich würde mich dadurch ziemlich diskriminiert fühlen...
Sowas kann auch nur ein Mann schreiben. Die Farbe der Sitze ist doch vollkommen egal. Rosa fällt auf und erfüllt seinen Zweck damit Männer gleich wissen, dass sie einen Waggon weitergehen müssen. Der Punkt ist doch, dass andere Länder da schon weiter sind als in einem in "Gleichberechtigung" stagnierten Europa. Wenn Frauen in einem islamischen Land einen eigenen Frauenwagen haben wollen dann bekommen sie ihr Recht. Was bei ihnen Recht und Respekt bedeutet würde man in Deutschland als Diskriminierung sehen, verkehrte Welt.
hocz 19.08.2010
5. Titel
Zitat von marifuSowas kann auch nur ein Mann schreiben. Die Farbe der Sitze ist doch vollkommen egal. Rosa fällt auf und erfüllt seinen Zweck damit Männer gleich wissen, dass sie einen Waggon weitergehen müssen. Der Punkt ist doch, dass andere Länder da schon weiter sind als in einem in "Gleichberechtigung" stagnierten Europa. Wenn Frauen in einem islamischen Land einen eigenen Frauenwagen haben wollen dann bekommen sie ihr Recht. Was bei ihnen Recht und Respekt bedeutet würde man in Deutschland als Diskriminierung sehen, verkehrte Welt.
Was ein eigener Frauenwagen mit "Gleichberechtigung" zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht ganz. Oder haben Männer dort auch das Recht auf einen eigenen Wagen und die Frauen drängen jetzt 'nur' auf den Ausleich ? Oder sollten Frauen einfach grundsätzlich alles bekommen, was sie haben wollen ?
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