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Rotes Meer: Ägypten genehmigt Mega-Brücke nach Saudi-Arabien

Von Volkhard Windfuhr

Ägypten plant eine gigantische Brücke über das Rote Meer. Die Regierung in Kairo hat sich nach SPIEGEL-Informationen mit Saudi-Arabien über eine direkte Straßenverbindung zwischen beiden Ländern geeinigt. Das Großbauprojekt könnte für Ärger mit Israel sorgen.

Rotes Meer: Eine Brücke von Ägypten nach Saudi-Arabien Fotos
REUTERS/ NASA

Ägypten und Saudi-Arabien wollen eine gigantische Zug- und Autobahnbrücke über den Golf von Akaba bauen. Das seit 1988 diskutierte Projekt sei jetzt nach Angaben des ägyptischen Verkehrsministeriums endlich genehmigt worden. Abdul Aziz, ein Armeegeneral und Vorsitzender der Arabischen Straßenbauvereinigung, wurde von Ministerpräsident Issam Scharaf beauftragt, die Durchführung des Großvorhabens zu überwachen.

Die 32 Kilometer lange Brücke soll zwischen Kap Nasrani - unweit des ägyptischen Sinai-Badeortes Scharm al-Scheich - und dem saudi-arabischen Ras Hamîd gebaut werden. Teile der Strecke in der Straße von Tiran sind als Hängebrücke konzipiert.

Für die Araber wäre das Großbauprojekt ein Triumph: Zum ersten Mal seit der Staatsgründung Israels 1948 erhielten die Araber Nordafrikas eine Direktverbindung zu ihren Bruderstaaten auf dem asiatischen Kontinent, ohne Israel durchqueren zu müssen. Riskante Fährverbindungen über das Rote Meer und arabische Mittelmeerhäfen könnten damit auch weitgehend überflüssig werden.

Die auf grob fünf Milliarden Dollar geschätzten Baukosten des Brückenschlags sollen sich durch die Nutzungsgebühren von Millionen von Pilgern amortisieren. Ihre Zahl könnte sich nach dem Bau der Brücke deutlich erhöhen. Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak hatte das Mammutprojekt kurz vor Beginn der Bauarbeiten vor fünf Jahren aufgrund israelischer Sicherheitsbedenken abrupt abbrechen lassen.

Ein saudi-arabischer Regierungssprecher erklärte dazu: "Wir lassen uns von niemandem in unsere Baupläne hereinreden. Die Straße von Tiran ist internationales Gewässer." Westliche Diplomaten halten den Zeitpunkt der Bekanntgabe der panarabischen Brückenpläne für eine gezielte Aufwertung der schwachen ägyptischen Regierung. Für Israel und Jordanien ist dieser Abschnitt des Roten Meeres als Zugang zum Indischen Ozean von großer Bedeutung.

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insgesamt 179 Beiträge
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1. Und schon wieder ein "typischer" Spiegel-Artikel,
atherom 17.07.2011
Zitat von sysopÄgypten plant eine gigantische Brücke über das Rote Meer. Die Regierung in Kairo hat sich*nach SPIEGEL-Informationen mit Saudi-Arabien über eine direkte Straßenverbindung zwischen beiden Ländern geeinigt. Das Großbauprojekt könnte für Ärger mit Israel sorgen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,774679,00.html
dessen dürftiger Inhalt keineswegs mit der aufmacherischen Überschrift übereinstimmt. "Das Großbauprojekt könnte für Ärger mit Israel sorgen." Da weißt doch sofort der aufgeklärte, israelkritische Spiegel-Leser, dass Israel -das Friedenshindernis der Welt Nummer 1- schon wieder Ärger macht. Nur im Text steht davon überhaupt nichts. Also wie kommen Sie nur darauf, dass "Das Großbauprojekt könnte für Ärger mit Israel sorgen."? Weil Israel schon immer dem arabischen Fortschritt im Wege stand? Übrigens: sollten die "SPIEGEL-Informationen" stimmen, da werden westliche -vermutlich deutsche Firmen- das Projekt durchziehen und sich gesund stoßen. Wie bei allen Großprojekten in der Region. Solange Israels Sicherheit nicht gefährdet wird, wird es Israel nicht mit Sicherheit nicht stören. Grundsätzlich ist auch eine 32 km-lange Brücke nicht unzerstörbar.
2. Sicherheitsbedenken Israels
Stawrogin aus Berlin 17.07.2011
Was passte denn den Israelis nicht an dieser Brücke?
3. Ja und?
schwarzer Schmetterling, 17.07.2011
Zitat von sysopÄgypten plant eine gigantische Brücke über das Rote Meer. Die Regierung in Kairo hat sich*nach SPIEGEL-Informationen mit Saudi-Arabien über eine direkte Straßenverbindung zwischen beiden Ländern geeinigt. Das Großbauprojekt könnte für Ärger mit Israel sorgen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,774679,00.html
Was bitte geht denn die Israelis diese Brücke an? Wo soll da wieder Ärger liegen? Wie wäre es denn, wenn man durch Beteiligung am Bau auch Nutzen zieht? Oder geht es jetzt wieder um die nicht erwünschte Einheit der Araber? Keine Antwort, nur Palaver. Schade.
4. Es tut mir leid, aber Sie scheinen ja die Leser-
atherom 17.07.2011
Zitat von Stawrogin aus BerlinWas passte denn den Israelis nicht an dieser Brücke?
zielgruppe zu sein, die der Artikel doch ansprechen soll: wo finden Sie ein Hinweis darauf, dass sich Israel an der Brücke stört? Sie finden keinen Hinweis darauf. Auch nicht, wenn Sie schnell die gängigen englisch-sprachigen Internet-Zeitungen (Jerusalem Post, Haaretz) durchsehen. Es ist eben ein SPIEGEL-typischer Israel-Artikel, in dem zwar nichts steht, aber irgendetwas im Gedächtnis bleibt. Manche nennen das "israelkritisch", ich nenne das "israelfeindlich". Weil absolut nichts dran ist. Ausser der offensichtlichen Intention des Verfassers.
5. Die Brücke
imagine, 17.07.2011
sehr hilfreich, um die neuen saudischen Panzer aus deutscher Produktion schnell in`s Land zu bringen.
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Karte

Voraussichtlicher Streckenverlauf der neuen Brücke