Ryanair Chef O'Leary "Duty-Free-Meilen sollen verschwinden"

Ryanair-Boss Michael O'Leary rüttelt die Flugbranche immer wieder mit Vorschlägen zu Sparmaßnahmen auf. Dieses Mal will er die Einkaufmeilen verbannen - von den Flughäfen, die nur Kurzstrecken anbieten.

Ryanair: Michael O'Leary will die Einkaufsmeilen an den Flughäfen abschaffen
AFP

Ryanair: Michael O'Leary will die Einkaufsmeilen an den Flughäfen abschaffen


London - Wieder einmal macht der Chef des Billigfliegers Ryanair mit einer eigenwilligen Idee von sich reden: Er will den Flughäfen ihren Glanz nehmen. Einkaufsmeilen oder Duty-Free-Läden sollten an Flughäfen verschwinden, die nur Kurzstreckenflüge anbieten, sagte Michael O'Leary dem Magazin "Wirtschaftswoche".

"Künftig checken die Leute online ein, kommen eine halbe Stunde vor Abflug zum Flughafen und wollen dann nur noch schnell zum Flugzeug", sagte O'Leary.

Dass viele Flughäfen dadurch ihre wichtigste Einnahmequelle verlieren würden, ließ der Manager nicht als Einwand gelten. "Die brauchen die Einnahmen doch vor allem, um diese teuren Paläste zu finanzieren. Sind die Gebäude einfacher, reichen auch niedrigere Abfertigungsgebühren. Das funktioniert in Bremen oder Charleroi bei Brüssel. Denen werden weitere folgen."

Mehr Flugzeuge, mehr feste Standorte

Bisher hat Ryanair in Deutschland eigene Maschinen in Hahn (Rheinland- Pfalz), Weeze im Rheinland und Bremen stationiert. In den vergangenen Jahren war das irische Unternehmen jeweils um bis zu 20 Prozent gewachsen. Eigentlich will der Billigflieger in Deutschland expandieren, bis zu zwölf feste Ryanair-Standorte könnten sich laut O'Leary lohnen. Die Ausbaupläne seien wegen der deutschen Flugsteuer jedoch "erst einmal" auf Eis gelegt worden.

O'Leary kritisierte in dem Interview mit der "Wirtschaftswoche" auch die Flugzeughersteller Boeing und Airbus. Deren neue sparsamere Modelle kosteten sieben Millionen Euro mehr als die bisherigen Flieger und seien damit zu teuer. "Kein Interesse", sagte O'Leary, der seine Flotte um 300 Flugzeuge aufstocken will.

Erst im September hatte der Ryanair-Chef vorgeschlagen, die Copiloten in den Flugzeugen abzuschaffen - als Sparmaßnahme. Zuvor hatte er auch schon laut über die Einführung einer Toilettengebühr und Stehplätze in den Maschinen nachgedacht.

hip/dpa

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