Verschärfte Regeln Ryanair verlangt Gebühren für zweites Handgepäckstück

Bisher konnten Ryanair-Passagiere einen kleinen Koffer und eine zusätzliche Tasche kostenlos als Handgepäck mitnehmen. Ab November müssen sie für das zweite Gepäckstück zahlen - um Verspätungen zu vermeiden.

Ryanair-Maschine am Gatwick Airport in London
REUTERS

Ryanair-Maschine am Gatwick Airport in London


Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat ihre Gepäckregeln nochmals verschärft: Ab November dürfen Passagiere nur noch ein Handgepäckstück kostenfrei mit an Bord nehmen. Für ein zweites Gepäckstück unter zehn Kilo fallen dann Gebühren an.

Im Januar hatte die Airline ihre Gepäckregeln bereits verschärft und verkündet, dass Rollkoffer nicht mehr mit in die Kabine genommen werden dürfen. Passagiere müssen seitdem ihre Trolleys am Gate abgeben - außer sie haben gegen mindestens fünf Euro Aufpreis "Priority Boarding" gebucht. Allerdings flogen die Rollkoffer bisher kostenlos im Frachtraum mit.

Doch auch damit soll nun Schluss sein. Fluggäste, die ihr Gepäckstück mit an Bord nehmen und in den Gepäckfächern verstauen wollen, müssten dafür zukünftig zwischen sechs und acht Euro zahlen, teilte die Fluggesellschaft Medienberichten zufolge mit. Wenn sie ihren Koffer einchecken wollen, koste sie das zwischen acht und zehn Euro, hieß es demnach.

Kleine Taschen oder Rucksäcke, die unter den Vordersitz passen, dürften weiterhin kostenfrei mit an Bord genommen werden. Ryanair wolle zudem die Maximalgröße für die zusätzlichen Gepäckstücke erhöhen.

Ryanair begründete die neue Regelung damit, dass es immer mehr Verspätungen gebe, weil Passagiere zu viel Handgepäck mitnehmen würden. "Die neuen Regeln werden das Boarding beschleunigen und Verspätungen verringern", sagte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs laut dem "Guardian". "60 Prozent der Fluggäste werden gar nicht betroffen sein, und die restlichen 40 Prozent werden wahrscheinlich entweder 'Priority Boarding' buchen oder sich auf ein Handgepäckstück beschränken."

Mitte August hatte es den größten Pilotenstreik in der Geschichte der Billigairline gegeben. Am Donnerstag einigte sich Ryanair schließlich mit der irischen Pilotengewerkschaft Forsa. Details zur Einigung wurden bisher nicht bekannt.

Seit Ende vergangenen Jahres verhandelte Ryanair mit Gewerkschaften für Piloten und Kabinenbeschäftigten in mehreren Ländern über Tarifverträge. Während der zäh verlaufenden Gespräche kam es in den vergangenen Wochen mehrmals zu Streiks und Flugausfällen.

Im Video: Kampf der Billigflieger - Die Geschichte von Ryanair und easyjet

easyjet

kry/Reuters



insgesamt 59 Beiträge
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DJ Doena 24.08.2018
1.
Ich find das so geil absurd. Ich bin fett. Seien wir ehrlich. Ich wieg 120kg. Ich nehm noch ein Bordköfferchen mit mit 8kg Inhalt. Alles ok. Und eine 65kg Frau mit Beautycase und Handtasche muss Aufschlag bezahlen. Aber das kommt halt davon, wenn das eigentliche Ticket angeblich nur 19,95€ kostet.
gerosr 24.08.2018
2. Zu #1
Und wenn das "priority Boarding " 5€ mehr kostet, also dann 25€ für das Ticket, ist es immer noch günstiger als bei Lufthansa oder Eurowings! So what?
swanlake 24.08.2018
3. Boarding geht schneller?
Das glaube ich nicht - erstens ist das "Boarding" (also das Betreten des Flugzeugs) davon unabhängig und zweitens wird das "Einchecken" nicht schneller, sondern eher langsamer. Nach dem "Diskutieren" was ein zweites Handgepäckstück ist (vielleicht ist ja das Tablet in der Hand neben der kleinen Handtasche) wird das ja auch noch bezahlt werden müssen ("Ach, ich habe nur einen Fünfhunderter bei mir...") - alles hält den Betrieb nachhaltig auf. Bei kompletter Online-Abwicklung muß ja auch irgendjemand das kontrollieren und abkassieren (Wird aber heute schon gemacht und endet jedesmal in Diskussionen ("Warum muß ich bezahlen, der hinter mir aber nicht?...") Der Weg zum Aufpreis proportional zum Körpergewicht + Gepäck vor dem Einsteigen am Gate ist offen....
marco.zentgraf 24.08.2018
4.
Tragbar, dennoch ein bisschen ärgerlich. Mit der bisherigen Regelung konnte man gut sehr über eine Woche kommen. Jetzt kosten uns Köln-Aqaba-Köln im März ´19 leider €28,- mehr.
hegoat 24.08.2018
5. Völlig richtig
Manche Fluggäste scheinen zu meinen, ihren gesamten Hausrat als Gandgepäck mitnehmen zu müssen. Da ist dann der Handgepäckkoffer, ein weiterer Rucksack, dazu Laptoptasche/Beautycase, noch zwei volle Plastiktüten vom Duty free, eine Jacke, ein Mantel und schließlich noch ein Hut. Alles nur, um bloß kein Gepäck aufzugeben. Ruck Zuck sind die Gepäckfächer voll. Ich würde dem als Fluggesellschaft auch einen Riegel vorschieben.
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