S-Bahn-Chaos in Berlin Transnet befürchtet ähnliche Ausfälle in anderen Städten

Probleme durch fehlendes Wartungspersonal: Nach Angaben der Bahn-Gewerkschaft Transnet könnte weiteren Städten ein ähnliches S-Bahn-Chaos wie in Berlin drohen. In der Hauptstadt verkehrten auch am Mittwoch erheblich weniger Züge als sonst.

AP

Berlin - Die Bahn-Gewerkschaft Transnet warnt mit Blick auf das S-Bahn-Chaos in Berlin vor einer ähnlichen Situation auch in anderen Städten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen ordentlichen Ablauf von Verkehrssystemen sei die Instandhaltung der Züge, sagte Reiner Bieck, Vorstandsmitglied von Transnet, am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur.

Transnet weise bereits seit Jahren darauf hin, dass das Personal für die erforderlichen Arbeitsprozesse nicht ausreiche, kritisierte Bieck. Der Gewerkschafter forderte eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung, die klären solle, wer für die Zustände bei der Berliner S-Bahn verantwortlich sei.

Die Deutsche Bahn zeigte sich derweil bemüht, bei ihrer Tochter Berliner S-Bahn bald wieder einen "erträglichen Zustand" herzustellen. Das sagte Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg der Berliner Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) am Dienstagabend bei einem Treffen in Berlin. Wie ein Bahnsprecher weiter mitteilte, hatte Junge-Reyer die Bahn "ultimativ aufgefordert", alles, was möglich ist, zu tun, um die Situation zu entschärfen. Das Gespräch sei konstruktiv verlaufen. Weitere Einzelheiten teilte der Sprecher nicht mit.

Wegen Mängeln an den Bremsen von S-Bahnzügen kann auch am Mittwoch nur etwa ein Viertel der Fahrzeugflotte eingesetzt werden. Ein Notfallfahrplan kann wie schon am Dienstag nicht garantiert werden.

Die Fahrgäste müssen deshalb nach den erheblichen Problemen mit Rädern der S-Bahn-Züge im Juli zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit mit massiven Einschränkungen rechnen.

sto/dpa/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.