Weltrekord: Britin rudert als Erste allein über den Pazifik

Nach 150 Tagen auf See hat Sarah Outen wieder festen Boden unter den Füßen. Die 28-jährige Britin hat als erste Frau den Pazifik nonstop mit einem Ruderboot überquert und ist in Alaska angelandet. Ihre Bilanz: "Es war brillant und brutal."

150 Tage auf See: Britische Ruderin als Erste solo über den Pazifik Fotos
James Sebright

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Um 11.34 Uhr am Montag hat Sarah Outen Adak erreicht. In dem Hafen auf den Aleuten in Alaska konnte sie genau 150 Tage nach ihrem Aufbruch im japanischen Choshi ihr Ruderboot "Happy Socks" verlassen. Damit ist die 28-Jährige die erste Frau, die alleine und ohne Zwischenstopp durch den Pazifischen Ozean gerudert ist.

"Ich habe ein paar der intensivsten und eindrücklichsten Monate meines Lebens draußen auf dem Pazifik verbracht - es war brillant und brutal gleichzeitig", sagte die britische Abenteurerin nach ihrer Ankunft laut "eTurboNews". Sie habe sich körperlich und mental an die absolute Grenze gebracht, "mein Körper und mein Geist sind jetzt erschöpft". Auf Twitter schrieb Outen: "An die Küste getaumelt, 'Happy Socks' getätschelt, dann umarmt worden. Erleichterung. Freude. Unglauben. Glückliche glückliche Tage." In ihrem Blog hatte sie zuvor auch von Halluzinationen und Schlafmangel berichtet.

Die 3750 Seemeilen (7000 Kilometer) in dem Ruderboot mit Schlafkabine, Solarzellen und Meerwasserentsalzungsanlage waren äußerst gefahrvoll: Fünfmal kenterte Outen während der vergangenen fast fünf Monate. Einmal wurde sie im Nebel fast von einem Frachtschiff gerammt, als ihre Radaranlage 160 Kilometer vor Alaska ausfiel. Ihre ursprüngliche Route nach Kanada musste sie wegen schlechten Wetters ändern. Wegen heftiger Winde und Strömung vor der Felsküste musste sie sich auch die letzten paar hundert Meter von einem Boot nach Adak schleppen lassen.

Zwischendurch berichtete Sarah Outen auch von glücklichen Momenten. Als sie Walen begegnete, Haien und Albatrossen. Und als sie sich mit ihrer Partnerin Lucy Allen verlobte - der sie per Satellitentelefon einen Heiratsantrag machte. "Es ist lustig, wie das Leben spielt", erzählt sie in ihrem Blog, nie habe sie gedacht, dass ihre Reise eine Lovestory werden würde oder "dass ich mich jemals allein in einem Boot draußen auf See verloben würde".

Mit der sieben Meter langen "Happy Socks" hat Outen den Rekord im zweiten Anlauf geschafft. Ihr erstes Boot "Gulliver" war 2012 bei ihrem ersten Rekordversuch in einem Sturm zerstört worden. Sie selber wurde von der japanischen Küstenwache aus der Seenot gerettet. Bei dem Unwetter ist auch der britische Ruderer Charlie Martell mit dem gleichen Vorhaben vor Japans Küste gescheitert, ein russischer Frachter nahm den damals 41-jährigen nach 34 Tagen auf See an Bord.

Für die 28-Jährige ist die Pazifiküberquerung nicht die erste Extremtour. 2009 ist Sarah Outen allein über den Indischen Ozean gerudert, in 124 Tagen schaffte sie die rund 4000 Seemeilen von Australien nach Mauritius. Auch die Pazifiküberquerung ist nur Teil des 32.000 Kilometer weiten Weltumrundungsprojekts "London2London": Am 1. April 2011 war sie in der britischen Hauptstadt aufgebrochen und mit Fahrrad und Kajak nach Japan gereist. Im April 2014 will sie von den Aleuten erneut mit dem Seekajak aufbrechen - gen Großbritannien.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir Sarah Outen als "erster Mensch, der alleine über den Pazifik gerudert ist", beschrieben. Zuvor haben die Solo-Überquerung jedoch zwei britische Männer geschafft, der Britin Roz Savage gelang es 2008 bis 2010 in drei Etappen.

abl

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insgesamt 20 Beiträge
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1. Wahnsinn
harmlos01 24.09.2013
Ich habe ihren Blog verfolgt und alleine, dass sie fast 4 Wochen wegen schlechtem Wetter nicht rudern konnte ist eine Geduldsprobe ohne Ende! Auch wenn gleich wieder Leute kommen, die sagen, dass mann die Strecke auch fliegen könnte, so war es ein wahnsinniges Abenteuer!
2. was...
español 24.09.2013
...genau sind ein paar hundert meter? 2, 10 oder gar 100 hundert meter? Soviel Respekt ich vor solchen Aktionen habe, stellt sich mir aber immer wieder die Frage, warum solchen Menschen in Notsituationen geholfen wird. Sie bringen sich selbst und freiwillig in solche Situationen und werden dann von irgendwelchen Notdiensten gerettet wenn es dann Anders läuft. Möglicherweise befindet sich anderswo ein anderes (zB. ein kleines Fischerboot) in Seenot, doch die Küstenwache hilft dieser "armen" Frau. Zusammenfassend: Respekt vor dieser Leistung. Wenn man aber schon freiwillig über die eigenen Grenzen geht, sollte man dies auch ohne "Sicherheitsnetz" tun.
3. ahja
spon-facebook-10000255214 24.09.2013
Sie ruderte 150 tage lang aber fuhr durch 4 ländern mit dem fahrrad? öhm wo rudert sie denn mit dem fahrrad? also det is ja schon mal falsch.. rudern heisst rudern und nich zwischendurch durch mehrere länder mit dem fahrrad ( was auch beachtlich ist) . naja
4. Nicht die Erste
dingsbums 24.09.2013
Zitat von sysopJames SebrightNach 150 Tagen auf See hat Sarah Outen wieder festen Boden unter den Füßen. Die 28-jährige Britin hat als erster Mensch den Pazifik mit einem Ruderboot überquert und ist in Alaska angelandet. Ihre Bilanz: "Es war brillant und brutal." http://www.spiegel.de/reise/aktuell/sarah-outen-schafft-pazifikueberquerung-mit-ruderboot-a-924112.html
Die 27 Jahre alte Französin Maud Fontenoy hatte bereits 2005 in 72 Tagen den Pazifik überquert. Sie erreichte die Inselgruppe der Markisen, nordöstlich von Tahiti.
5. Die fantastische Sarah
rolandjulius 24.09.2013
Ein tolles Mädchen. Ihre Tat beweist was mutige Menschen fertig bringen. Sie war wohl nicht die Erste welche so weit ruderte, hiermit zeigt Sarah uns doch, warum die ganze Welt besiedelt ist.
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