Schadensersatz EuGH-Richter müssen Entscheidung zu Flugannullierung treffen

Dürfen Reisende bei Flugannullierungen neben Schadensersatz auch Ausgleichsansprüche geltend machen? Diese Frage muss nun der Europäische Gerichtshof klären. Die Bundesrichter reichen zwei Klagen nach Luxemburg weiter.


Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof überlässt den Richtern des Europäische Gerichtshofs (EuGH) die Entscheidung: Das Gericht in Luxemburg muss nun klären, ob deutsche Reisekunden bei Flugannullierungen neben Schadensersatz auch Ausgleichsansprüche geltend machen können. Das oberste deutsche Gericht hat zwei ihm vorliegende Fälle zur Klärung weitergereicht.

Beide Klagen richten sich gegen den britischen Billigflieger Easyjet. In einem Fall hatte eine Familie im Jahr 2010 einen Flug nach Mailand gebucht, um von Genua aus ein Kreuzfahrtschiff zu erreichen. Als der Flug annulliert wurde, machten sie sich eigenständig auf den Weg. Sie verlangen von der Fluggesellschaft die Kosten für den Ersatzflug, die weitere Reise, eine Extraübernachtung und für Verpflegung zurück.

Die Airline verweigerte die Zahlung mit der Begründung, dass Schadensersatz und Ausgleichzahlung nicht zugleich geltend gemacht werden können.

Reisende können dem EuGH zufolge neben Schadensersatz auch dann Ausgleichsansprüche geltend machen, wenn das Reiseunternehmen ihnen bei Flugannullierungen keinen Ersatzflug angeboten hat. Nun muss der EuGH dem Bundesgerichtshof zufolge entscheiden, ob das auch zutrifft, wenn Reisende sich bei Annullierungen auf eigene Faust auf den Weg machen.

EuGH spricht Reisenden mehr Rechte zu

In einem Urteil hatte der Europäische Gerichtshof im Februar den Reisenden mehr Rechte zugesprochen. Demnach enthalten Betroffene von Flugannullierungen je nach Streckenlänge eine Ausgleichszahlung von 250 bis 600 Euro.

Bei einer Annullierung oder Nichtbeförderung muss die Airline außerdem eine Ersatzbeförderung anbieten oder die Kosten für das Flugticket erstatten. Bei Verspätungen von mehr als fünf Stunden können sich Betroffene das Flugticket ebenfalls komplett erstatten lassen.

Bei längeren Verspätungen haben gestrandete Passagiere auch Anspruch auf Betreuungsleistungen, also Mahlzeiten, Getränke und zwei kostenlose Telefonate, Faxe oder E-Mails. Wird durch die Verzögerung eine Übernachtung nötig, muss die Fluggesellschaft auch für die Hotelkosten aufkommen.

lei/dpa/AFP

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xcountzerox 30.07.2013
1. gerade easyjet...
ist schon lange nicht mehr "billig". wenn man sich gut umschaut, bekommt man flüge zu ähnlichen preisen bei besseren fluggesellschaften. bei easyjet braucht man nur einmal etwas übergepäck zu haben und schon hat man den 2-3-fachen preis eines tickets bezahlt.
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