Köln - Schon in fünf Jahren werden nach Einschätzung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die ersten "Flüsterflugzeuge" abheben. Ihre Triebwerke werden mit Antischall-Verfahren gedämmt sein, wie der DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner erläuterte.
"Wenn der erste Prototyp gebaut ist, wird das auch in den Serienbetrieb übergehen." Trotz noch bestehender technischer Schwierigkeiten rechnet Wörner fest damit, dass sich solche Lärmschutzsysteme rasch durchsetzen werden.
"Am Anfang ist alles schwierig", sagte der DLR-Chef. Vor ein paar Jahren seien Navigationssysteme noch groß und einige tausend Euro teuer gewesen. "Heute kostet ein Handgerät nur noch 99 Euro." Hinter dem Antischall-Konzept steckt die Idee, eine Schallwelle mit einer gegenläufigen Schallwelle zu überlagern und auszulöschen.
Dafür müssen Lautsprecher an den Triebwerken angebracht werden. Mikrofone messen den von den Turbinenblättern erzeugten Lärm, ein Computer errechnet den "Gegenlärm" und steuert die Lautsprecher an. In einem anderen Verfahren wird Luft dem Triebwerk so zugeführt, dass es weniger laut ist, wie Wörner weiter erläuterte.
Mit Blick auf die lange Lebensdauer von Passagierflugzeugen wies er jedoch darauf hin, dass es sehr lange dauern werde, bis alle Maschinen mit solchen Antilärm-Anlagen ausgestattet sind, an deren Entwicklung das DLR entscheidend beteiligt sei. Deshalb seien verbesserte An- und Abflugverfahren an Flughäfen ein schnelleres Mittel, um lärmgeplagten Anwohnern zu helfen.
Optimale Triebwerke seien schon heute beim Anflug leiser als die von der Luftströmung verursachten Geräusche etwa der Landklappen. Bei der Rolle des Luftverkehrs für den Klimawandel spielt nach Erkenntnissen des DLR die Flughöhe eine entscheidende Rolle.
"Daraus kann man Vorgaben ableiten, wo Flugzeuge fliegen müssen, um die Klimawirkung zu minimieren." Er erwarte, dass auf Grundlage dieser Forschungen schon in zwei bis drei Jahren Verkehrsflugzeuge in einer anderen Höhe fliegen werden. Dabei müssten aber auch die wirtschaftlichen Folgen für die Airlines berücksichtigt werden, erklärte Wörner.
Uwe Gepp, AP
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