Berlin - Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin will im zweiten Halbjahr 2011 unrentable Strecken streichen und ihre Flugzeugflotte verkleinern. Der Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sagte am Donnerstag in Berlin, bisherige Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, um die höheren Belastungen durch die Luftverkehrssteuer, erhöhte Kerosinpreise sowie die Auswirkungen der Unruhen in Nordafrika auf das wichtige Ägypten-Geschäft aufzufangen.
Air Berlin werde sich teilweise von einigen Regionalflughäfen zurückziehen und sich auf die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien konzentrieren. Erfurt solle als Standort ganz aufgegeben werden. Storniert werden sollen laut Hunold unter anderem die Strecken Frankfurt-Hamburg, Frankfurt-Neapel, Stuttgart-St. Petersburg, München-Kairo und Düsseldorf-Paris.
Zudem soll laut Hunold im zweiten Halbjahr die Kapazität um mehr als eine Million Sitze verringert werden, was eine Reduzierung der Flotte um acht Flugzeuge bedeute. Gegenüber der bisherigen Planungen werde die Airline ihre Kapazitäten damit um fünf Prozent reduzieren. 2012 sollen gut 16.000 Flüge und rund 2,2 Millionen Sitzplätze wegfallen.
"Um profitabel zu werden, müssen wir Einschnitte in unser Streckennetz und in unserer Flotte vornehmen", sagte Konzernchef Joachim Hunold, der am Donnerstag seinen Rücktritt zum 1. September ankündigte. Schwarze Zahlen werden in diesem Jahr trotz der Maßnahmen - wie in der Vorwoche angedeutet - voraussichtlich nicht erreicht.
abl/dpa/Reuters
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