Schleswig-Holstein Bahn streicht Verbindungen - zu wenig Lokführer

Die Bahn hat ein erhebliches Personalproblem - es mangelt an Lokführern. Daher schränkt das Unternehmen ab Montag im Norden Deutschlands sein Angebot ein.

Regionalexpress (Archiv)
imago/ Gottfried Czepluch

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Die Deutsche Bahn leidet in Schleswig-Holstein unter Personalnot: Weil das Unternehmen aktuell zu wenige Lokführer hat, fallen von Montag an mehrere Verbindungen auf unbestimmte Zeit aus. Das teilte das Unternehmen mit.

Betroffen sind die Strecken Lübeck-Lüneburg, Lübeck-Kiel, Lübeck-Neustadt-Fehmarn und Lübeck-Travemünde-Strand. Bei den ausfallenden Zügen handelt es sich überwiegend um Verbindungen frühmorgens oder spätabends. Für die Fahrgäste wird ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis eingerichtet.

Wie lange die Züge ausfallen werden, teilte das Unternehmen nicht mit. Kunden finden eine Auflistung aller betroffenen Verbindungen im Internet oder der Bahn-App "DB Navigator".

Mit dem Engpass bei Lokführern kämpft die Bahn schon länger. Hier bemühen sich der Staatskonzern und seine privaten Wettbewerber seit geraumer Zeit stärker um Nachwuchs. Zum einen soll die Bahn nach Wunsch der Regierungskoalition bei den Verbindungen aufrüsten. Zum anderen gehen in den nächsten Jahren Tausende Mitarbeiter in Rente.

abl/dpa



insgesamt 43 Beiträge
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qjhg 06.09.2018
1. Warum regen sich die Leute darüber
auf. Die Segnungen der Bahnprivatisierung bringt es natürlich mit sich, dass nicht mehr der Nutzen der Bahnfahrens es Bevölkerung im Vordergrund steht sondern nur noch Gewinnstreben die Gemüter des Managements bewegen. Diese vorhersehbare Lage hätten die Wähler bedenken müssen, als sie die CDU und ihre Privatisierungsbefürwortee wählten, jetzt zu jammern ist fehl am Platz.
fmerbitz 06.09.2018
2. Lokführer - Beruf ohne Zukunft
jedem ist klar dass die Bahnunternehmen mit Hochdruck daran arbeiten den Lokführer überflüssig zu machen und die selbstfahrende Bahn wird viel früher kommen als das selbstfahrende Auto. Und dann noch die Streiks der vergangenen Jahre. Wer sollte denn heute noch Lokführer werden? Da müssen sich die Unternehmen halt mal was einfallen lassen, ein Qualifizierungsprogramm für Leute um die 45-55 z.B. die dann noch den Rest ihres Arbeitslebens Lokführer sein können. Vom Jammern wird es nicht mehr besser werden, da ist Initiative nötig.
kleppy 06.09.2018
3. Autonom fahren
Da autonomes Fahren bei der Bahn ja 1000 x einfacher ist, als mit dem Auto, warum machen die das dann nicht? Dann sind doch alle Probleme gelöst.
SteveCrj 06.09.2018
4. Die selbstfahrende Bahn
wird in der Fläche vsl. wesentlich später kommen, als das selbstfahrende Auto. Man hat da gerade ziemlich zurückgerudert... Und Kommentare wie "überflüssig", "Streiks" etc. verschärfen den Lokführermangel noch viel mehr. Dabei sehen wir aktuell nur die Spitze des Eisbergs, von dem auch alle Privatbahnen betroffen sind. Der große demografische Knall kommt nämlich noch und dann wird es zur Gewohnheit werden, dass Züge aus Personalmangel stehen bleiben. Die dt. Bevölkerung täte gut daran mit dem Herumhacken auf dem Berufsbild aufzuhören, denn dann würden sich vielleicht auch wieder mehr Leute auf diesen im Vergleich zu Eignungstest, Ausbildung und Verantwortung immer noch schlecht bezahlten Job, der auch noch das Privatleben häufig stark einschränkt bewerben.
safran1 06.09.2018
5. Angebot und Nachfrage
Na wenn das Angebot an Angestellten momentan niedriger als die Nachfrage an Arbeitsplätzen und es in der Sparte wohl schwer ist zu importieren, bleibt wohl neben der angesprochenen Automatisierung nur die Löhne angemessen anzuheben. In Zeiten der Vollbeschäftigung ist es eben vorbei mit Reallohnverlust
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