Hamburg - Saubere Toiletten, mehr Sicherheit, besserer Service für Reisende: Die Regierung der Philippinen will den wichtigsten Flughafen des Landes auf Vordermann bringen. Dies versprach Verkehrsminister Manuel Roxas in einer Stellungnahme am Mittwoch. Damit reagierte er auf ein aktuelles Ranking im Internet, bei dem Fluggäste dem Ninoy Aquino International Airport einen miserablen Zustand attestiert hatten.
Der 30 Jahre alte Flughafen von Manila sei der schlechteste Flughafen der Welt - das finden zumindest die User des Sparfuchs-Reiseportals www.sleepinginairports.net. Auf der Website kann man Terminals danach bewerten, wie komfortabel man hier eine Nacht verbringen kann, um die Urlaubskasse zu schonen.
Im Terminal 1 in Manila käme bereits die Decke herunter, die Badezimmer seien schmutzig und das Personal sei diebisch veranlagt, heißt es unter anderem in den Vorwürfen der Fluggäste. Angeblich seien beim Sicherheitscheck Handys und Schmuck abhanden gekommen.
Auch wenn es sich bei dem Ranking um keine repräsentative Studie handelt, sondern die subjektive Meinung einiger Low-Budget-Reisender: Die philippinische Regierung gibt sich überraschend offen - und lernfähig. "Der Kunde hat immer Recht", sagte Minister Roxas. "Wir haben Verbesserungspläne geschmiedet und auch schon umgesetzt, aber wir werden unsere Anstrengungen noch ausweiten."
Er verstehe die Online-Rüge als Aufforderung, schneller und entschlossener zu handeln. In der Zeitung "Manila Standard Today" ist sogar die Rede von einem Verkauf des alten Flughafens - möglicherweise sei der Bau eines neuen Areals in der Provinz Pampanga wirtschaftlicher.
Auch der Geschäftsführer des Flughafens, Jose Angel Honrado, gab sich einsichtig. Einige der Vorwürfe wies er gegenüber dem Fernsehsender ABS-CBN jedoch scharf zurück. Er nannte sie "unfair und überholt": Kaputte Toiletten seien inzwischen repariert, und einzelne Mitarbeiter, die sich strafbar gemacht hatten, entlassen worden.
München und Frankfurt unter den zehn besten Flughäfen
Schlecht abgeschnitten haben in dem Passagier-Ranking, bei dem es hauptsächlich darum ging, wie gut man in den Warteräumen übernachten kann, auch die Flughäfen Paris Beauvais und Reykjavik Keflavik (zweit- und drittschlechtester Flughafen). Auf dem Portal heißt es über den isländischen Airport schnippisch: "In Anbetracht der Tatsache, dass Islands böser Vulkan viele Reisende zum Schlafen am Flughafen genötigt hat, sollte man hier wirklich ein bisschen toleranter sein."
Verständnisvoller zeigt sich offenbar das Personal am Flughafen Frankfurt Hahn, der auf Platz 6 landete: "Man kann sich hier eigentlich überall hinlegen, die Sicherheitsleute kümmert es nicht", schreibt ein Reisender auf www.sleepinginairports.net. Wenn der Fußboden auch ein bisschen staubig ist - eine Zeitung oder der Teppich einer Autovermietung kann da Abhilfe schaffen, findet der Kommentator.
Besonderes Lob gab es beispielsweise für die Flughäfen in Singapur, Hongkong und Seoul - sie sind laut dem Reiseportal die besten Flughäfen der Welt, wenn es um den Schlafkomfort geht. Gemütliche Liegen fanden die Reisenden auch in München (Platz 6), Zürich (8) und Frankfurt (9).
jus/AFP
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