Schwache Nachfrage Lufthansa streicht im Winter 1000 Flüge

Europas Airlines leiden weiter unter Passagierschwund. Die Lufthansa wird daher die Zahl ihrer Flüge im kommenden Winterflugplan verringern. Betroffen sind vor allem Inlands- und Europaverbindungen.

Lufthansa: Mehr Flüge über den Atlantik, weniger in Europa
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Lufthansa: Mehr Flüge über den Atlantik, weniger in Europa


Frankfurt - Wegen der schwachen Nachfrage reduziert die Lufthansa im kommenden Winterflugplan ihr Flugangebot. Die Zahl der wöchentlichen Flüge sinke um 7,4 Prozent auf 12.406, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft am Freitag mit. Damit werden wöchentlich knapp tausend Flüge gestrichen. Betroffen seien vor allem Deutschland- und Europaverbindungen.

Lufthansa werde vor allem kleinere Regionalflugzeuge aus dem Programm nehmen und durch größere Maschinen ersetzen. Dadurch erhöht sich die angebotene Kapazität leicht um 1,1 Prozent. Die Zahl der Verbindungen geht den Angaben zufolge um 3 auf 191 zurück.

Leicht gestiegen ist dagegen das Fernstreckenangebot mit wöchentlich 1146 interkontinentalen Flügen, teilte die Lufthansa mit, die Zahl steige um 22 Verbindungen. Einer der Schwerpunkte sei dabei West- und Zentralafrika. Der Winterflugplan 2009/10 gilt vom 25. Oktober 2009 bis zum 27. März 2010.

Wie die Lufthansa weiter mitteilte, sank in den ersten neun Monaten die Zahl der Passagiere bedingt durch die anhaltend schlechte Weltwirtschaftslage gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 41,9 Millionen. Im gleichen Zeitraum sei das Angebot nachfragebedingt um 1,9 Prozent reduziert worden. Mit Ausnahme des Verkehrsgebiets Naher Osten/ Afrika habe sich die Zahl der Fluggäste in allen Verkehrsgebieten verringert.

Vier Millionen Passagiere weniger als vor der Krise

Im August hat sich auch bei anderen europäischen Fluggesellschaften der Passagierschwund fortgesetzt. Die Zahl der Passagiere sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent auf gut 31 Millionen, berichtete der Verband der Europäischen Fluggesellschaften (Association of European Airlines - AEA) am Freitag in Brüssel. Wegen der reduzierten Kapazitäten stieg die Auslastung jedoch gleichzeitig von 81 auf 82 Prozent.

Insgesamt schrumpfte die Zahl der Passagierkilometer um 1,8 Prozent. Besonders stark betroffen waren innereuropäische Verbindungen (minus 4 Prozent) und der Nordatlantik-Verkehr (minus 2,8 Prozent). Der einzige Wachstumsmarkt seien derzeit Flugverbindungen nach Afrika und den Mittleren Osten. Für den September erwartet der Verband noch stärkere Rückgänge.

Als Gründe nennt die AEA die wirtschaftliche Lage: "Wir transportieren insgesamt vier Millionen Passagiere weniger als vor der Krise. Und das wird wohl auch erst mal nicht besser", sagte AEA Generalsekretär Ulrich Schulte-Strathaus. Die AEA-Mitglieder nehmen zusammen zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro weniger pro Monat ein als erwartet, berichtete er.

abl/ddp/dpa/AP



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