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Verzögerte Reparatur: Doppelstöckige Intercitys wanken in die Werkstatt

Fahrgästen wird übel, das Gewackel nervt: Mit den neuen Doppelstock-Intercitys hat die Bahn auch ein neues Problem. Die Waggons geraten auf frisch geschliffenen Schienen arg ins Wanken. Die Lösung des Problems lässt auf sich warten.

Intercity 2: "Nichts für Reisende mit Reiseübelkeit" Zur Großansicht
DPA

Intercity 2: "Nichts für Reisende mit Reiseübelkeit"

Seit Mitte Dezember rollen die neuen doppelstöckigen Intercitys der Deutschen Bahn - und schon müssen die ersten Züge in die Reparatur. Fahrgäste hatten sich zuvor über massives Schwanken während der Fahrt beschwert. Nun gab eine Bahnsprecherin bekannt: Der geplante Werkstattstopp sei in Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt frühestens für Ende Januar vorgesehen.

Damit verzögert sich die Reparatur um Wochen. Laut der Mitteldeutschen Zeitung hatte die Bahn Mitte Dezember erklärt, die erforderlichen Arbeiten könnten "bei der normalen Instandhaltung über Nacht vorgenommen werden".

Die Waggons der neuen Baureihe wanken auf Schienen, die gerade abgeschliffen wurden. Dies ist der Bahn zufolge jedoch ungefährlich. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hat auf ihrer Website ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie stark es in einem der neuen Züge schaukelt. Die Reporterin, die bei einer Testfahrt dabei war, zitiert einen mitreisenden Fahrgast mit den Worten: "Ist wie auf hoher See, nicht wahr?"

Die Bahn gab das Problem Mitte Dezember in einer Erklärung zu: Es gebe auf einigen Abschnitten "Querbewegungen, die von den Reisenden als ein Wanken empfunden werden, das deutlich zu spüren ist."

Bahn-Angaben zufolge werden nun die Laufflächen der Räder geringfügig verändert. Damit soll das Zusammenspiel von Rad und Schiene verbessert werden. Schienen müssen in regelmäßigen Abständen abgeschliffen werden, da sie durch darüberfahrende Züge mit der Zeit feine Unebenheiten bekommen. Das geschieht mit etwa 100 Meter langen Schleifmaschinen.

"Gewackel nervt"

"Wir arbeiten gemeinsam mit dem Hersteller Bombardier daran, die Komforteinschränkung für die Reisenden zu beheben." Diese hatten ihrem Ärger auch auf Twitter Luft gemacht. "Wir schaukeln lustig hin und her, wie zum Oktoberfest", schreibt ein Twitter-User. Sein Fazit zum doppelstöckigen Intercity: "Nichts für Reisende mit Reiseübelkeit." Auch der NDR hatte von einer Bahn-Kundin berichtet, der "durch das Schaukeln schlecht geworden" sei.

Ein anderer Nutzer schreibt auf Twitter, der neue Intercity sei bei ihm durchgefallen. "Gewackel nervt. Rückenlehne ist steil wie ein Lichtmast. Kein Wlan in der 1. Klasse." In einem weiteren Tweet heißt es: "Riecht (noch) nach Plastik, schaukelt ziemlich und ist genauso laut wie jeder IC.

Die neuen Züge fahren seit Kurzem auf der Linie vom Nordseebad Norddeich über Hannover und Magdeburg nach Leipzig. Ab Februar sollen sie auch auf der Verbindung Köln-Hannover-Braunschweig-Dresden und ab März auf der Linie Norddeich-Emden-Köln zum Einsatz kommen und jahrzehntealte IC-Waggons ablösen. Über die Verzögerungen bei der Beseitigung der Probleme hatte zunächst die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

jus/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 96 Beiträge
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1.
quark2@mailinator.com 03.01.2016
Schon mal gesehen, wo in den Dingern oben die Kleiderhaken sind ? Unfaßbar ! Wer das entworfen hat, ohne Worte ... die Hakenreihe ist knapp über den Köpfen der Sitzenden ... etwa in der Mitte ... Ich wage mal zu behaupten, daß diese Haken nahezu nie benutzt werden werden. Und weil ich gerade beim Meckern bin ... das Gepäckfach darüber ist nahezu genauso nutzlos ... ein Schal, ein Blumenstrauß, eventuell eine Sommerjacke kann man da hinlegen. Aber mehr nicht. Eine Winterjacke dürfte kaum passen, außer Handtäschchen keinerlei Koffer (nein auch kein Attachekoffer) ... Dabei gab es schon vor 30 Jahren vernünftige Doppelstöcker ohne diese Problem ... ansonsten sind die Dinger ja auch ganz schick, wenngleich nicht gerade bequem.
2. wenn wundert es?
Rotauge 03.01.2016
kat bei der Bahn jemals seit der Privatisierung etwas geklappt?Eine Mangerniete folgt der anderen auf den Fuß
3. Bombardier
eSVau 03.01.2016
Als ich den Herstelle las musste ich spontan an schlechten neuen S-Bahnen des Typs 430 (u.a. in Stuttgart) denken. Zwar gut gepolsterte Sitze, aber das Rückenteil so geform, dass man den Kopf als normalgroßer Mensch (1,8m) nicht bequem anlehnen kann. Dafür sind zischen den Sitzbänken 5cm weniger Platz als früher. Selten dämlich geformte und platzierte waagrechte Griffstangen im Türbereich machen ein anlehnen im Türbereich sehr unbequem. Und dank EU-Drecksnormen für Züge, die auch unbedingt für Nahverkehrszüge umgesetzt wurden. Wird man jetzt im Paar-Minuten-Takt wird viel zu laut dauerpiepsenden Türen genervt und beim Losfahren wird einem das Trommelfell durch die Haltestellenansage rausgeblasen. Wieso muss ich als normalhörender Mensch eigentlich unter dieser Lautstärke leiden und mich stressen lassen? Immerhin haben sie in Stuttgart gleich das besonders schlechte Model mit nicht funktionierenden Pseudo-Trittbretter bestellt. Und weil es so gut funktioniert, werden mehr davon angeschafft. Aber um den Bogen wieder zu Bombardier und den Artikel zu spannen - mein Eindruck ist, dass die Züge nicht können. Und die in der Limousine kutschierten Manager kaufen den Mist auch noch ein.
4.
saywer,tom 03.01.2016
Bei einer Spurweite vn lächerlichen 1.435 m Wagen mit einer Höhe von 4.60 m zu betreiben, ist schon etwas kühn. Würde mich nicht wundern, wenn mal ein kräftiger Windstoss die Wagen von den Schienen kippt.
5.
Msc 03.01.2016
Bin Ende Dezember damit gefahren und es ist wirklich extrem schaukelig gewesen. Ich sagte auch zu einem Mitfahrenden, dass ich auch gleich ein Schiff hätte nehmen können. Liebe Schiffe, von daher kein Problem! Muss auch #1 rechtgeben, einen größeren Koffer kriegt man nicht in die Ablage über den Sitzen. Sitze waren wenigstens sehr angenehm. Nur die angetrunkenen, aggressiven Bayernfans mit ihrem Gegröle hatten an dem Tag genervt, aber das ist halt einfach höhere Gewalt...
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