Luftiger Protest in Stockholm Lokführer tragen Rock im Dienst

Hosen runter! Schweden ächzt unter sommerlichen 35 Grad Celsius - und die Lokführer in Stockholm haben keine Lust auf lange Beinbekleidung. Aus Protest gegen das Shorts-Verbot haben sie sich auf eher ungewohnte Weise Luft verschafft.

Schwedischer Lokführer im Rock: Mehr Luft ans Bein
AP

Schwedischer Lokführer im Rock: Mehr Luft ans Bein


Stockholm - Einen ganz besonderen Anblick haben die Lokführer der Vorortzüge von Stockholm am Sonntag geboten: Viele Männer traten ihren Dienst im Röckchen an.

Damit wollten sie gegen das Verbot von Shorts trotz der großen Hitze in der schwedischen Hauptstadt protestieren, meldete das Bahnunternehmen Arriva. Rund 15 Maschinisten und Mitarbeiter der Linie Roslagsbanan hätten sich an dem Protest beteiligt, während es bis zu 35 Grad heiß wurde.

Ein Unternehmenssprecher verteidigte zunächst die Kleidervorschriften. Diese sähen eine "korrekte und angemessene" Bekleidung vor, sagte Tomas Hedenius. "Und das bedeutet, dass man als Mann Hosen trägt und als Frau einen Rock, aber auf keinen Fall Shorts." Wenn aber ein Mann lieber Frauenkleidung tragen wolle, etwa einen Rock, "dann ist das ok", meinte der Sprecher.

Am Montag lockerte Arriva, eine Tochter der Deutschen Bahn, dann die Zügel. "Wir haben heute entschieden, dass unser Personal in der Roslagsbanen kurze Hosen tragen darf", sagte Pressesprecher Hedenius der dpa. "Wir haben auf unsere Angestellten gehört."

Zugführer Martin Åkersten sagte der schwedischen Internetzeitung "the local", er werde den Rock nicht vermisse. "Ich liebe Hosen, deshalb habe ich die ganze Sache ja gestartet." Ab wann die Zugführer kurze Hosen tragen dürfen, müsse nun noch mit den Gewerkschaften ausgehandelt werden.

abl/AP/dpa



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