Jachten und Boote des Jahres Lang, länger, Luxus

Größer und luxuriöser - das ist der Trend bei Segeljachten wie bei Motorbooten. Zum Start der Wassersportmesse "Boot" in Düsseldorf wurden die besten Modelle des Jahres prämiert. Hier sind sie.

Delius Klasing Verlag

Von Jürgen Pander


In Hollywood werden die Oscars in diesem Jahr - wegen der im Februar stattfindenden Olympischen Winterspiele in Pyeongchang - erst im März vergeben. Die "Oscars des Wassersports" hingegen wurden pünktlich wie immer verteilt: nämlich zum Auftakt der Messe "Boot" in Düsseldorf, die noch bis zum 28. Januar stattfindet.

Die jeweils besten fünf Segeljachten und Motorboote, unterteilt nach unterschiedlichen Klassen, wurden auf der "Flagship Night", die vom Delius Klasing Verlag und der Messe veranstaltet wird, ausgezeichnet.

Rund 500 Gäste kamen zu der Gala, bei der die Jurymitglieder von zwölf europäischen Segelmagazinen und neun europäischen "Motorboot"-Fachpublikationen ihre Entscheidungen bekannt gaben. Ermittelt wurden die Top Five der Jacht-Neuheiten unter anderem bei zwei Praxistests vor La Rochelle und Port Ginesta, während die 15 nominierten Segelboote von den Fachjournalisten über insgesamt knapp 2000 Seemeilen getestet wurden.

"Auffällig bei den neuen Jachten des vergangenen Jahres war die Größe, denn immer mehr Werften wenden sich der Luxusklasse zu", sagt Jochen Rieker, Jurymitglied und Chefredakteur der deutschen Fachzeitschrift "Yacht". Das spiegele sich auch in den fünf prämierten Booten wider, "von denen drei mindestens 50 Fuß lang sind und deren Preis bei mindestens einer Million Euro liegt". 50 Fuß, das sind gut 15 Meter.

Segelboote mit Tragflügeln setzen sich durch

Neben dem Hang zu Größe und Luxus ist eine zweite Entwicklung bei den Segeljachten zu beobachten: Das Foilen, also das Segeln auf speziellen Tragflächen unter oder neben dem eigentlichen Rumpf, etabliert sich auch bei den Serienjachten. Auch in diesem Jahr setzt eines der ausgezeichneten Segelboote auf diese Technik, die Schnelligkeit und visuelles Spektakel gleichermaßen garantiert.

Auch bei den Motorbooten erholt sich der Markt. Erkennbar ist das an der Experimentierfreude der Bootsbauer. "So ist eines der ausgezeichneten Boote aus Karbon gefertigt", sagt Torsten Moench, Jurymitglied und Chefredakteur der Zeitschrift "Boote". Das Leichtbaumaterial verbessert die Fahreigenschaften, senkt den Kraftstoffverbrauch - und treibt den Preis in die Höhe. Im Fall der prämierten "Azimut S7" auf 2,76 Millionen Euro.

Ein zweites Beispiel für den neuen Innovationstrieb der Branche ist das Siegerboot in der Klasse bis 45 Fuß (13,70 Meter): der Reisekatamaran "Fountaine Pajot MY 44". Auch bei den Motorbooten kommen Mehrrumpfkonstruktionen in Mode - weil sie bei gleicher Länge mehr Wohnraum an Bord bieten als herkömmliche Motorboote.

Parallel zu solchen Luxusfabrikaten springe auch der Markt für kleinere und mittlere Boote wieder an, sagt Moench. "Die Mittelschicht kauft wieder Sportboote." Und zwar solche zwischen sechs und acht Meter Länge, zu Preisen ab etwa 50.000 Euro. Na dann: Schiff ahoi!

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insgesamt 13 Beiträge
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bessernachgedacht 21.01.2018
1. Bevor...
...es wieder zu hasserfüllten Beiträgen voll mit Neid kommt: die Arbeiter der Hersteller sind auch froh und glücklich dass sie einen Job haben. Genau wie die Angestellten bei Porsche oder Mercedes.
fehleinschätzung 21.01.2018
2. erstaunlich, das gerade die
Motorboote keine Foils anbieten. offenbar geht es da nur darum möglichst viele Wellen zu machen und den Leuten drumherum damit ordentlich auf den Keks zu gehen...
heraklex 21.01.2018
3. Foils bei Motorbooten?
Zitat von fehleinschätzungMotorboote keine Foils anbieten. offenbar geht es da nur darum möglichst viele Wellen zu machen und den Leuten drumherum damit ordentlich auf den Keks zu gehen...
Foils wären bei Motorbooten auch widersinnig. Der Zweck der Foils ist ja, das Boot aus dem Wasser zu heben, um die Rumpfreibung zu reduzieren. Wenn man aber ein Motorboot weit hebt, ist die Schraube nicht mehr unter Wasser. Zudem heben sich die Seekästen aus dem Wasser, so dass der Motor nicht mehr gekühlt werden kann. Bei Motorbooten ist das Gleiten das Maximum, was man erreichen kann, und schon dabei ist die Schraube nur noch so gerade unter Wasser. Wellen macht ein Motorboot bei Gleitfahrt eh nicht viele.
syracusa 21.01.2018
4.
Zitat von heraklexFoils wären bei Motorbooten auch widersinnig. Der Zweck der Foils ist ja, das Boot aus dem Wasser zu heben, um die Rumpfreibung zu reduzieren. Wenn man aber ein Motorboot weit hebt, ist die Schraube nicht mehr unter Wasser. Zudem heben sich die Seekästen aus dem Wasser, so dass der Motor nicht mehr gekühlt werden kann. Bei Motorbooten ist das Gleiten das Maximum, was man erreichen kann, und schon dabei ist die Schraube nur noch so gerade unter Wasser. Wellen macht ein Motorboot bei Gleitfahrt eh nicht viele.
Zum Glück sehen das die Ingenieure anders und haben schon vor vielen Jahrzehnten sogar riesige Tragflächenfähren gebaut. Ist es nicht toll, wenn die eigenen begrenzten Vortsellungen durch die Realität überflügelt werden?
lynx2 21.01.2018
5. Neiddebatten?
Zitat von bessernachgedacht...es wieder zu hasserfüllten Beiträgen voll mit Neid kommt: die Arbeiter der Hersteller sind auch froh und glücklich dass sie einen Job haben. Genau wie die Angestellten bei Porsche oder Mercedes.
Doch, die kommen. Ich fange gleich damit an: Mein Nachbar der Immobilienmakler hat eine Yacht, die größer ist als meine. Da werd' ich richtig neidisch, als kleiner Apotheker (der bald die Apotheke zumachen muß), der sich das kaum leisten kann. Schon der Metzger- meister nebenan hat ein respektables Schlachtschiff. Und der Zahnarzt fliegt mit seiner Cessna auch zu seiner Yacht, die in Sardinien liegt. Das soll man nicht neidisch werden. Oder?
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